Dr. Bert Risthaus bilanziert bei letzter Ratssitzung der Legislaturperiode
Abschied mit viel Wehmut

Ascheberg -

Abschiedsstimmung im Feuerwehrgerätehaus: Die letzte Ratssitzung der laufenden Legislaturperiode endete im öffentlichen Teil mit einer Bilanz von Bürgermeister Dr. Bert Risthaus und mehr.

Freitag, 04.09.2020, 19:00 Uhr aktualisiert: 05.09.2020, 09:38 Uhr
Bürgermeister Dr. Bert Risthaus sprach im Rückblick über Deipe Wiese, Schulen, Städtebau. Sportanlagen und Feuerwehr.
Bürgermeister Dr. Bert Risthaus sprach im Rückblick über Deipe Wiese, Schulen, Städtebau. Sportanlagen und Feuerwehr. Foto: Theo Heitbaum

Abschiedsstimmung im Feuerwehrgerätehaus: Die letzte Ratssitzung der laufenden Legislaturperiode endete im öffentlichen Teil mit einer Bilanz von Bürgermeister Dr. Bert Risthaus und einem Dankeschön der Fraktionen an den Verwaltungschef, der nach der Kommunalwahl zum DRK-Kreisverband Coesfeld wechselt.

„Wir haben Flächen für den Wohnbau und Gewerbebetriebe bereitgestellt“, startete Risthaus seine Reise durch die vergangenen sechs Jahre. Am Ende präzisierte er auch die „Wir“-Form, denn der Kapitän hätte nichts ohne seine Rathausmannschaft, die politischen Gremien und die Menschen in den drei Orten erreicht: „Ich danke allen, die sich fürs Gemeinwesen eingebracht haben.“

Bei den Schulen freut Risthaus sich auf den Profilschul-Campus, der auf den Weg gebracht worden ist. Der Auflösungsbeschluss der Förderschule sei schmerzhaft gewesen. Der Verwaltungschef erinnerte an das Auslaufen von Haupt- und Realschule und das Scheitern der gemeinsamen Gesamtschule mit Nordkirchen: „Ich bin froh, dass wir weiter eine eigenständige Schule haben.“ Die Feuerwehr sei mit dem Bau des Feuerwehrgerätehauses Ascheberg, dem Erweitern in Davensberg und dem jährlichen Kauf eines Fahrzeugs ein dominantes Thema gewesen. Dazu kämen Dinge wie Digitalfunk und Uniformen. „Alles zusammen hat der Motivation der Feuerwehrleute gut getan“, sagte Risthaus.

In den vergangenen sechs Jahren sei in die Sportstätten investiert worden, beispielsweise in den neuen Sandplatz des RV Ascheberg. Mit dem Konzept sei der Weg für den Sport in den nächsten Jahren vorgezeichnet.

Die Flüchtlingskrise sei gemeistert worden. Über das Unterbringen hinaus habe es Kurse zur Integration und Kita-Angebote gegeben. Einige Flüchtlinge seien im Arbeitsmarkt integriert. Nicht untergehen dürfe die Übernahme der Strom- und Gasnetze, ein großes Projekt. Darüber hinaus sei Ascheberg die erste Gemeinde in Nordwestdeutschland gewesen, die überall ein Glasfasernetz anbiete: „Das ist natürlich neben anderen Beteiligten besonders den Menschen in den Bauerschaften zu verdanken.“ Über die Konzepte zum Gestalten der Orte (ISEK, IKEK) und dem Bemühen um Gelder für den Städtebau kam Risthaus zu seinem Lieblings-Naturschutzprojekt: die Deipe Wiese. Das Ergebnis sei sehenswert. Deswegen habe er auch genau dort zwischen den beiden Bäumen des Jahres eine Bank aufstellen lassen. Der Verwaltungschef schloss mit dem Hinweis, dass man die Corona-Krise bisher gut bewältigt habe.

Ludger Wobbe (CDU) ging über die Legislaturperiode hinaus: „Die Zusammenarbeit war nicht immer einfach. Aber das macht den Reiz aus. Sie war immer von gegenseitigem Respekt getragen.“ Christian Ley (SPD) sprach von gemeinsam errungenen Erfolgen und von kontroversen Diskussionen: „Das muss aber auch sein, alles einstimmig wäre wie in Nordkorea.“ In Zahlen blickte Volker Müller-Middendorf (UWG) auf die Amtszeit von Risthaus: „Wir haben 165.5 Millionen Euro an Steuern und Abgaben eingenommen. Aber wir haben auch 45 Millionen Euro investiert.“ Es habe Zeiten gegeben, da „haben wir uns um jeden Euro gekloppt.“ Aktuell sehe die Haushaltslage aber gut aus. Man sei Quitt, bemerkte Hubertus Beckmann (Grüne). Er habe es dem Bürgermeister als unbedarfter Neuling manchmal nicht leicht gemacht, dafür habe er zu kurze Sprünge für Klima- und Umweltschutz aushalten müssen. Jochen Wismann (FDP) schloss die Runde mit dem Hinweis, dass man mit einem ausgewiesenen Verwaltungsmann immer auf Augenhöhe diskutiert habe.

„Das hat mich schon bewegt“, sagte Risthaus am Tag danach. Das Steuerrad, das er von Vorgänger Dieter Emthaus erhalten habe, werde er in einer Corona-gerechten Runde am 20. November weiterreichen.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7567201?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F104%2F158%2F
Nachrichten-Ticker