ALS-Verein feiert zehnjähriges Bestehen
Bewusstsein wecken mit Humor

Ascheberg -

Der Verein „Diagnose ALS – was nun“ hat seine Feier zum zehnjährigen Bestehen Corona-bedingt umgekrempelt. Das Ergebnis konnte sich aber sehen lassen. Denn mit dem Schauspieler und Komiker Martin Fromme schlug der Verein gleich zwei Fliegen mit einer Klappe: Er bot amüsante Comedy, die aber zugleich das Bewusstsein für Menschen mit Handicaps schärfte.

Montag, 12.10.2020, 12:35 Uhr aktualisiert: 12.10.2020, 17:12 Uhr
Martin Fromme sorgte mit jeder Menge schwarzem Humor für zahlreiche Lacher und sensibilisierte gleichzeitig für die Anliegen behinderter Menschen.
Martin Fromme sorgte mit jeder Menge schwarzem Humor für zahlreiche Lacher und sensibilisierte gleichzeitig für die Anliegen behinderter Menschen. Foto: 歡ﱲ

Geplant war die Feier zum zehnjährigen Bestehen des Vereins „Diagnose ALS – was nun“ ganz anders. „Aber wie bei so vielem anderen hat Corona alles umgekrempelt“, so die Vorsitzende Claudia Weber . Lange Zeit war nicht einmal sicher, ob überhaupt eine Veranstaltung stattfinden konnte. Am Ende wurde es eine Comedy-Veranstaltung im kleinen Kreis im Bürgerforum, statt es geplanten Buffets gab es „Fresspakete“ für die Gäste.

„Corona hat eine Aufmerksamkeit, die Sie sich für ALS auch wünschen“, war sich Bürgermeister Dr. Bert Risthaus sicher. „Ich hoffe, dass Sie in Ihrem Kampf um Aufmerksamkeit nicht nachlassen!“ Als symbolische Anerkennung ihrer Arbeit überreichte er Weber die Ehrenamtskarte NRW.

Claudia Weber bekommt von Bürgermeister Dr. Bert Risthaus die Ehrenamtskarte überreicht.

Claudia Weber bekommt von Bürgermeister Dr. Bert Risthaus die Ehrenamtskarte überreicht. Foto: akrü

Mit schwarzem Humor vom feinsten sorgte Schauspieler und Komiker Martin Fromme im Anschluss für zahlreiche Lacher, sensibilisierte aber auch gleichzeitig für die Belange von Menschen mit Behinderung. „‘Behinderte‘ sagt man ja heute nicht mehr. Aus den Behinderten wurden ‚Menschen mit Behinderung‘. Man muss also explizit darauf hinweisen, dass es Menschen sind“, so eine seiner Feststellungen. Der Entertainer aus Wanne-Eickel – dem „Guantanamo des Ruhrgebiets“ – zeigte Rollstuhlrampen mit Schwierigkeitslevel unendlich, Zeitungsüberschriften, die man vermeiden sollte („Deutsche Sportler bei Paralympics hinken den anderen Athleten hinterher“) und stellte seine Gesangskünste unter Beweis, unter anderem mit dem Simon & Garfunkel-Hit „Hallo, ich hab Parkinson“.

Verein ist Anlaufstelle für ganz Deutschland

Die Amyotrophe Lateralskerose (ALS) ist eine degenerative Erkrankung des motorischen Nervensystems. ALS ist die Unfähigkeit defekter Nervenzellen, gesunde Muskeln weiterhin zu versorgen und am Leben zu halten. Nervenzellen, die für die Muskelbewegungen verantwortlich sind, werden fortschreitend und für immer geschädigt. Muskeln bewegen sich, wenn sie über das Gehirn den Befehl dazu erhalten. Diese Befehle werden über die Nerven an die Muskeln weitergeleitet. Sind die Nervenzellen geschädigt können die Befehle an die Muskeln nicht mehr weitergeleitet werden. Die ALS ist nicht heilbar. Der Schwerpunkt der Therapie besteht darin, die Symptome zu lindern.

Der Verein „Diagnose ALS – was nun“ ist eine Anlaufstelle für ALS-Erkrankte und deren Angehörige bundesweit. Die Idee der Hilfe für ALS Patienten und deren Angehörige stammt von Matthias Weber, der selbst 2009 an ALS verstorben ist. Matthias Weber wollte immer anderen ALS-Erkrankten helfen und ihnen Mut machen. Der Verein bemüht sich, in seinem Sinne zu helfen. Finanziert wird die Arbeit von „Diagnose ALS was nun“ durch Mitglieder, Förderer und Spendengelder.

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