Aktion von Kolpingsfamilie und Raiffeisenmarkt
3,5 Tonnen Kleider auf Abstand abgegeben

Ascheberg -

Kleider gegen Kartoffeln – das Angebot ist auch in Corona-Zeiten gut angenommen worden. Die Interessenten stellten sich geduldig an.

Montag, 09.11.2020, 15:37 Uhr aktualisiert: 10.11.2020, 14:20 Uhr
Der Altkleider-Kartoffeltausch lief im Raiffeisenmarkt unter strikten Coronaregeln ab.
Der Altkleider-Kartoffeltausch lief im Raiffeisenmarkt unter strikten Coronaregeln ab. Foto: Tina Nitsche

Schon auf der Raiffeisenstraße war klar: Irgendetwas ist anders. Die Autoschlange war beträchtlichen Ausmaßes und nicht wenige bogen aus der Schlange zum Raiffeisenmarkt ab. An Bord der Autos: Schweres Gepäck. In Form von Altkleidern. Also war auch bei der Anlieferung der Altkleider Geduld gefragt. Unter den gebotenen Corona-Regeln selbstverständlich. Das Ziel der vielen Bürger: Der Raum im Raiffeisenmarkt, der einem ganz besonderen Tausch vorbehalten war. Altkleider gegen Kartoffeln hieß es dort. „Mittlerweile hat die Aktion schon Tradition“, erklärten Michael König und Uwe Bielefeld schmunzelnd. Sie wird von der Ascheberger Kolpingsfamilie in Kooperation mit dem Raiffeisenmarkt Ascheberg durchgeführt. „Da sind wir inzwischen ein echt eingespieltes Team“, freute sich König an dieser Stelle.

Und das wurde vor allem an der großen Waage sichtbar, wo Justus Stattmann ( Raiffeisen ) und Annika Olbrich (Kolpingsfamilie) gemeinsam Dienst schoben. Altkleider wiegen und Kartoffeln rausgeben. Wie immer gab es pro drei Kilogramm Altkleider ein Kilogramm Kartoffeln. Doch längst nicht jeder nahm seine Erdäpfel mit. „Viele haben ihre Kartoffeln hiergelassen und für die Ascheberger Tafel gespendet“, wies Uwe Bielefeld auf einen Wagen, auf dem sich schon um vor 11 Uhr diverse Säcke Kartoffeln stapelten. Uwe Bielefeld und Michael König oblag die Federführung, denn sie vertraten den Altkleiderbeauftragten Christoph Möllers, der jedoch die Organisation der Veranstaltung an sich übernommen hatte.

Mit ihnen schoben die Kolpingmitglieder Annika Olbrich, Hendrik Rehr, Johannes Nöcker, Aniello Speemannm, Katharina Averkamp und Malte Recker Dienst. Alle hatten reichlich zu tun. „Hier ist echt zeitweilig die Hölle los“, hievte Johannes Nöcker einige Säcke Richtung Waage. Bereits zweieinhalb Stunden nach dem Start hatten Helfer drei Mal den Bulli zum Außenlager gesteuert und dort die Kleidersäcke abgeladen. „Das dürften bestimmt schon an die drei Tonnen gewesen sein“, schätzte Stattmann.

Im Lager werden die Sachen erst einmal zwischengelagert. „Von dort bringen wir sie dann zum Kolping-Recycling Werk nach Fulda“, erklärte Michael König. Da werden die Altkleider sorgfältig sortiert. Gut erhaltene Artikel werden Second Hand verkauft. In der Regel gehen lediglich acht bis zehn Prozent der Altkleider in die Industrie, wo sie zu Dämmmaterial oder Putzlappen verarbeitet werden. „Denn eines muss man an dieser Stelle auch mal sagen,“ lobte König, „hier werden wirklich gute Sachen abgegeben. Da gibt es gerade auch an Containern ganz andere Beispiele. Aber ich glaube, da die Bürger ihre Sachen persönlich zu uns bringen, achten sie darauf, dass kein Müll gebracht wird.“ Warum am geradezu Berge an Altkleidern zusammenkamen, konnte Michael König ebenfalls erklären: „Viele Menschen haben in der Corona-Zeit richtig entrümpelt. Außerdem ist selbst Markenkleidung längst nicht mehr so langlebig wie früher. Da landet dann schon mal eher etwas in der Altkleidersammlung.“

Bei der Tausch-Aktion kamen insgesamt 3,5 Tonnen Altkleider zusammen. Die Ascheberger Tafel freute sich über 230 Kilo Kartoffeln, die insgesamt gespendet wurden. Auch die Ascheberger Kolpingsfamilie profitiert von der Aktion. „Von dem Erlös können wir dann Aktivitäten finanzieren. In diesem Jahr war der Altkleider-Kartoffeltausch aufgrund von Corona die einzige Einnahmequelle“, erklärten König und Bielefeld.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7671853?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F104%2F158%2F
Nachrichten-Ticker