Online-Tagung des Nabu
Beweiden bringt Artenvielfalt

Davensberg -

Beweidung schafft Biodiversität: Das war das Fazit einer halbtägigen Online-Tagung, die die Nabu-Naturschutzstation Münsterland in Kooperation mit der Natur- und Umweltschutzakademie NRW und dem Institut für Landschaftsökologie der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster ausgerichtet hat.

Freitag, 20.11.2020, 15:44 Uhr
Heckrinder und Konik-Pferde bewohnen die Emmerbachauen bei Davensberg: Dies ist eins der Beweidungsprojekte der Nabu-Naturschutzstation Münsterland.
Heckrinder und Konik-Pferde bewohnen die Emmerbachauen bei Davensberg: Dies ist eins der Beweidungsprojekte der Nabu-Naturschutzstation Münsterland. Foto: Theo Heitbaum

Beweidung schafft Biodiversität: Das war das Fazit einer halbtägigen Online-Tagung, die die Nabu-Naturschutzstation Münsterland in Kooperation mit der Natur- und Umweltschutzakademie NRW und dem Institut für Landschaftsökologie der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster ausgerichtet hat.

Rund 200 Teilnehmer aus ganz Deutschland verfolgten die Vorträge und Diskussionen der namhaften Referenten, berichtet der Nabu . Die Veranstaltung sei zunächst als Hybrid-Tagung mit Präsenz geplant gewesen, musste aber Corona-bedingt als reine Online-Tagung durchgeführt werden.

„Die vorgestellten Praxisbeispiele und wissenschaftlichen Untersuchungen zeigen ganz klar“, so Dr. Christian Göcking, der die Tagung organisiert und moderiert hat, „dass eine extensive Beweidung einen maximalen Mehrwert für die Artenvielfalt bringt. Vor allem die von den Weidetieren geschaffenen vielfältigen Strukturen – von Wälzstellen bis zum Kuhfladen – werden von einer Vielzahl von Lebewesen genutzt.“

Mit seinem einleitenden Grußwort unterstrich der Nabu-Bundesvorsitzende Dr. Jörg-Andreas Krüger die Bedeutung der mittlerweile zahlreichen Beweidungsprojekte als wirksames Instrument des Naturschutzes. Dr. Margret Bunzel-Drüke von der Arbeitsgemeinschaft Biologischer Umweltschutz (ABU) im Kreis Soest schloss eine ausführliche Analyse der Bestandsentwicklung von Vogelarten im langjährigen Beweidungsprojekt an der Lippe an. Aus wissenschaftlicher Sicht beleuchtete Prof. Dr. Norbert Hölzel vom Institut für Landschaftsökologie der WWU Münster anhand mehrjähriger Untersuchungen verschiedener Beweidungsprojekte, was den Renaturierungserfolg bestimmt. Weitere Vorträge stellten die Bedeutung und Erfolge von Beweidungsprojekten für Fledermaus-, Dungkäfer- und Ameisenarten vor, heißt es in der Pressemitteilung.

Die hohe Zahl an Teilnehmern und die angeregte Diskussion im moderierten Chat zeigten das große bundesweite Interesse aus den Reihen des Naturschutzes, nicht nur im Nabu. Und so war auch Göcking am Ende der Tagung zufrieden: „Mit unseren Beweidungsprojekten sind wir auf jeden Fall auf dem richtigen, einem guten Weg. Es wäre wünschenswert, wenn Wissenschaft, Gesellschaft und Politik dieses wirksame Instrument des Naturschutzes in Zukunft noch besser anerkennen und unterstützen würden“, heißt es in der Mitteilung des Nabu abschließend.

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