Wo das Tragen zum Alltag gehört
Der tägliche Masken-Marathon

Ascheberg -

Alltagsmasken, wer hätte sich vor einem Jahr vorstellen können, dass der Mund- und Nasenschutz zum Alltag gehört. Während einige Menschen sich schon mit Masken-Minuten schwer tun, absolvieren andere täglich einen Masken-Marathon.

Freitag, 20.11.2020, 20:00 Uhr
In der Bären-Apotheke ist die Sorge, sich im Team anzustecken größer als die Gefahr von Kunden etwas abzubekommen.
In der Bären-Apotheke ist die Sorge, sich im Team anzustecken größer als die Gefahr von Kunden etwas abzubekommen. Foto: privat

Hier sind einige Beispiele:

Ulla Hölscher

Ulla Hölscher Foto: privat

Ulla Hölscher , Friseurmeisterin: Die Maske fällt kaum noch auf, wenn sie gescheit sitzt. Wir haben von meinem Mann Manni handgefertigte, gut sitzende Masken bekommen. Notwendig sind sie auf jeden Fall, wir sind einfach zu nah am Kunden. Ich habe mehr als 20 Masken, immer passend zur Garderobe. Die Kunden halten sich alle an die Maskenpflicht.

Uwe Mörchen

Uwe Mörchen Foto: privat

Uwe Mörchen , Schnäppchenmarkt: Die Masken sind schon Gewohnheit und notwendig. Da wir auch mal alleine im Geschäft sind, setzen wir sie auch zwischendurch mal ab, um durchzuatmen. Die meisten Kunden haben eine auf. Wenn sie es vergessen haben, machen wir sie darauf aufmerksam. Ich persönlich habe mehrere Masken zum Wechseln.

Johannes Kranemann

Johannes Kranemann Foto: privat

Johannes Kranemann, Schülerhilfe Ascheberg: Ich trage die Maske morgens im Zug, dort ist sie wegen des begrenzten Raumes dringend angeraten, lasse sie dann beim Radfahren zum Büro auf (Nicht zu schnell fahren, kommt man aus der Puste, bremst die Maske das Atmen!) und lasse sie dann mal länger oder kürzer unten, solange ich allein bin. Sobald die Kurse mit den Schülern anfangen, bleibt sie oben. Die Kids tragen sie ja auch an den Arbeitstischen. Darüber beschwert hat sich tatsächlich noch niemand, weder Schüler noch Eltern. Ich glaube, uns wäre viel erspart geblieben, hätte man sofort eine Maskenpflicht installiert. Ach ja, im Moment habe ich zehn Masken.

Bernd Heitmann, Blumenhandel: Wir haben mit keinem Kunden Probleme und die Kunden denken auch selber daran, wenn sie beispielsweise vor dem Laden stehen und ihnen auf einmal auffällt, dass sie keine auf haben gehen sie zügig zurück zum Auto oder Fahrrad und holen sich eine. Wir haben nur kleine Probleme mit einigen Senioren die uns durch die Maske nicht verstehen.

Günter Schwalbe

Günter Schwalbe Foto: privat

Günter Schwalbe, Buchhändler: Wir tragen die Maske während der Öffnungszeiten immer, auch wenn keine Kunden in der Buchhandlung sind. Sie gehört einfach dazu - zur neuen Normalität. Ich vergesse schon, sie abzusetzen, wenn es nicht nötig ist. Ich wechsele die Maske in der Mittagspause (eigentlich zu selten) und komme eine Woche mit meinem Vorrat aus. Auch da: Alltag.

Tanja Ostgathe

Tanja Ostgathe Foto: privat

Tanja Ostgathe, Volksbank: Die Maske ist notwendig. Sie gehört wie das Handy und das Portemonnaie in die Handtasche. Wenn ich mit Kunden Häuser und Wohnungen besichtige, trage ich immer eine Maske. Das ist bei fünf, sechs Terminen hintereinander schon anstrengend. Ich bin froh, wenn ich zwischendurch einen Schluck Wasser trinken kann. Zu Besichtigungen habe ich immer Masken dabei, wenn sie einmal jemand vergessen hat. Einmalmasken sind leichter zu tragen, ich habe aber schon Stoffmasken in vielen Farben. In Kundengesprächen fehlt die Mimik, weil das Gesicht verdeckt ist. Man muss lernen mit den Augen zu lächeln.

Laura Höcke, Bären-Apotheke: Wir tragen seit Anfang März Mundschutz beim Arbeiten. Bereits lange, bevor die Maskenpflicht offiziell eingeführt wurde. Vor einigen Tagen sind wir aufgrund des steigenden Infektionsgeschehens auf FFP2 Masken umgestiegen. Wir beobachten, dass aktuell auch immer mehr unserer Kunden auf diese Masken wechseln. Wir selbst setzen den Mundschutz vor Betreten der Apotheke auf und setzen ihn nach dem Verlassen der Apotheke ab. Die Pausen verbringen wir streng getrennt von einander, ohne Maske, in unterschiedlichen Räumen. Unsere Sorge ist weniger eine Ansteckung von uns durch Kunden, als dass wir uns im Team untereinander anstecken. Die Kunden sind nur kurz bei uns, wir haben Plexiglas zwischen uns, wir lüften ausgiebig und beide Seite tragen Maske. In unserem Team sind viele Mütter, mit Kindern im Kindergarten- oder Schulalter. So haben wir in unseren Familien viele unvermeidbare Kontakte und somit ein hohes Risiko! Das Tragen der Maske ist für uns absolut zur Normalität geworden und es herrscht große Einigkeit untereinander. Das Tragen ist auch ein bisschen eine Frage des Trainings. Abends gehe ich aus der Apotheke und merke oft erst am Auto, dass ich meine Maske noch trage.

Mareike Soddemann

Mareike Soddemann Foto: privat

Mareike Soddemann, ambulante Krankenpflegerin: Wir haben im Frühjahr mit OP-Masken begonnen, tragen nun aber FFP2-Masken, damit wir uns und die Patienten schützen. Sie sitzt eng. Besonders anstrengend ist das bei der Bad- oder Duschpflege, da ich zudem Brillenträgerin bin. Das macht die Arbeit nicht leichter. Auf dem Weg von Patient zu Patient können wir dann durchatmen. Wir setzen bei jedem Besuch eine neue Maske auf, die der Arbeitgeber stellt. Am Tag kommen wir auf sechs, sieben Stunden, die wir eine Maske tragen. Und das zwölf Tage am Stück, wenn man übers Wochenende arbeitet. Privat nutze ich auch Stoffmasken oder waschbare FFP 2-Masken. Großen Respekt habe ich vor Bekannten, die auf Covid 19-Stationen arbeiten. Sie tragen die Schutzausrüstung ohne Pause.

Dr. Hans-Georg Baartz, Zahnarzt: Zu unserem umfangreichen Hygienekonzept gehört, dass wir sieben bis acht Stunden am Tag FFP2- Masken oder einen chirurgischen Mund- und Nasenschutz mit kurzen Pausen tragen. Bei Gesprächen mit Patienten und Mitarbeitern habe ich früher keine Maske getragen. Jetzt schon.

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