Valentine Gebauer arbeitet in St. Lambertus
Ein Kind aus der Diaspora in Ascheberg

Ascheberg -

Vom Uropa über die Oma und Mutter zu Valentine Gebauer: Die neue pastorale Mitarbeiterin der Pfarrei St. Lambertus kommt aus einem christlichen Elternhaus in Sachsen.

Freitag, 01.01.2021, 16:57 Uhr aktualisiert: 01.01.2021, 17:00 Uhr
Valentine Gebauer kommt aus der katholischen Diaspora in Sachsen. Sie ist über das Studium in Paderborn weitergezogen ins Münsterland.
Valentine Gebauer kommt aus der katholischen Diaspora in Sachsen. Sie ist über das Studium in Paderborn weitergezogen ins Münsterland. Foto: Theo Heitbaum

Vom Uropa über die Oma und Mutter zu Valentine Gebauer : Die neue pastorale Mitarbeiterin der Pfarrei St. Lambertus kommt aus einem christlichen Elternhaus in Sachsen. Sie wurde in Sebnitz nahe der tschechischen Grenze in einer katholischen Diaspora groß. Ein dreijähriges Studium der Religionspädagogik absolvierte Gebauer in Paderborn. Ein bisschen ist sie deswegen schon vor der Ankunft in Ascheberg auf Westfalen eingestellt worden.

„Der Besuch des Sonntagsgottesdienstes gehörte für die Familie dazu“, berichtet die neue Mitarbeiterin über frühe und beständige Beziehungen zu Gott und Kirche. Besonders die frühe Herrgottsstunde hat ihren Glauben wachsen lassen und gestärkt. Bei dieser – hier fremden Form – treffen sich alle katholischen Kinder mit einer Pädagogin, um sich mit religiösen Themen auseinander zu setzen. „Ich bin dann auch schnell Messdienerin geworden“, berichtet Gebauer. Sie war nicht nur die Älteste eines Schwesterntrios, sondern aller Kinder, die sich bei kirchlichen Veranstaltungen trafen. Deswegen musste sie vorangehen. Seit der achten Klasse weiß Valentine Gebauer, dass sie Theologie, aus der dann später Religionspädagogik wurde, studieren möchte. Nach dem Abitur hat sie ihre Berufspläne während eines Freiwilligen Sozialen Jahres in der Jugendbildungsstätte des Bistums Dresden-Meißen gefestigt.

Mit den Angeboten für einen Studienplatz war klar, dass ein Abschied aus der sächsischen Schweiz anstand. Die Alternative waren „alle weit weg von zu Hause“, die Wahl fiel auf Paderborn. Dort wurde sie immer wieder mit ihrer Herkunft konfrontiert. „Du klingst ja überhaupt nicht nach Sachsen, hieß es immer“, schmunzelt Gebauer, denn sie hat „so richtig sächselnd“ geantwortet. Besonders schwer fiel ihr das Umstellen bei den Uhrzeiten: „Zu Hause heißt es immer Viertel und Dreiviertel. Hier Viertel nach und Viertel vor. Dafür habe ich einige Zeit gebraucht.“ Nach drei Jahren war die junge Frau aus Sachsen jedenfalls ausgebildete Religionspädagogin.

Weil sie aus einem fremden Bistum kommt, muss und darf Gebauer sich ein Jahr als pastorale Mitarbeiterin umsehen. Es folgen die Bewerbung zur Pastoralassistentin und weitere Ausbildungsjahre, wie sie hier gerade von Sarah Ostermann absolviert worden sind. Seit August steht das Kennenlernen auf dem Programm. Und das ist angesichts der Corona-Schutzmaßnahmen nicht so einfach. Das Seelsorgeteam mit den unterschiedlichen Arbeitsprofilen und -zeiten kennt Gebauer inzwischen. Es ist ein ungewohntes Team, denn in der Heimat kümmert sich ein Pfarrer mit geringer Unterstützung um elf Kirchtürme.

Umgeschaut hat sich die Mitarbeiterin im Davensberger Kindergarten und bei den Davensberger Messdienern. „Ich war auch schon im Kindergottesdienstkreis und durfte bei der Firmvorbereitung reinschauen“, nennt sie weitere Bereiche. Mit dem Lockdown wird das weitere Kennenlernen erschwert, auch private Kontakte zu knüpfen, ist gerade nicht einfach. Fernab der Heimat sind es der Freund in Lengerich und eine Mitstudierende aus Paderborn, die jetzt in Dortmund arbeitet, mit der sie neben der Familie besonders viel Kontakt hat.

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