Gasthaus Eickholt greift Trend auf
Wohnmobil-Dinner an der Frieport

Davensberg -

Die Parkplätze sind weitgehend leer, weil die Türen zum Gasthaus Eickholt und zu Franjos Almhütte geschlossen bleiben müssen. Für etwas Leben sorgt ein Trend, der am Wochenende auch an der Frieport zu sehen ist,

Dienstag, 12.01.2021, 19:00 Uhr
Wohnmobilisten verabreden sich am Gasthaus Eickholt auch schon einmal zum Essen – auch wenn sie sich nur durch die Fenster sehen können.
Wohnmobilisten verabreden sich am Gasthaus Eickholt auch schon einmal zum Essen – auch wenn sie sich nur durch die Fenster sehen können. Foto: Schütte

Die Parkplätze sind weitgehend leer, weil die Türen zum Gasthaus Eickholt und zu Franjos Almhütte geschlossen bleiben müssen. Für etwas Leben sorgt ein Trend, der am Wochenende auch an der Frieport zu sehen ist: Wohnmobilisten machen Station, um in Ruhe zu speisen. „Es gibt eine Facebook-Seite mit 28 000 Leuten. Die funktioniert. Am Samstag war der Besuch gut“, berichtet Franz-Josef Schütte .

Beim ersten Lockdown herrschte an der Frieport Ruhe. „ Clemens August hat früh gesagt, dass er seinen Foodtruck rausstellen wird. In der Zeit macht es keinen Sinn, sich gegenseitig Konkurrenz zu machen“, hat Schütte auf einen Außer-Haus-Verkauf verzichtet. Im November stellte sich mit dem Lockdown light die Lage anders da: Im Kühlhaus hingen Heckrinder für die Auerochsenwoche. Ihren Ausfall kompensierte das Eickholt-Team mit einer Wochenend-Mitnahme-Speisekarte. Als dann die ersten Berichte zum Wohnmobil-Dinner die Runde machten, war bei Schütte das Interesse geweckt. Wenn schon die Küche für das Außer-Haus-Geschäft arbeitet, könnten auch Wohnmobilisten bedient werden.

Fleisch für Auerochsen-Woche war im Kühlhaus

„Das funktioniert ganz unterschiedlich. Einige schicken vorher detailliert, was sie essen und trinken möchten. Andere bestellen nach Karte. Die schicken wir ihnen vorher aufs Handy. Die Speisen müssen abgedeckt sein. Getränke dürfen nur in Flaschen verkauft werden“, berichtet Schütte aus dem Alltag. Im Durchschnitt bleibe ein Wohnmobilist anderthalb Stunden.

Besonders wichtig ist Schütte, das Personal beschäftigen zu können: „Die Leute kommen abwechselnd. Sie haben etwas zu tun. Ohne dieses Geschäft wären sie jetzt schon mehr als acht Wochen zu Hause. Ich möchte die Mitarbeiter aber gerne behalten. Deswegen stocken wir bei Kurzarbeit auch auf 100 Prozent auf. Verzichten müssen sie dann immer noch aufs Trinkgeld.“ Schüttes Sorge ist, dass Mitarbeiter alternative Jobs ausprobieren und verloren gehen.

Einnahmen der Almhütte fehlen

Bei den Einnahmen vermisst Schütte besonders den Betrieb der Almhütte, in der ein großer Teil des Umsatzes generiert werde. Der Unternehmer sagt aber auch: „Der Staat hat uns in der zweiten Welle gut geholfen. Die zugesagten Finanzhilfen sind gekommen. Es sind vernünftige Abschläge gezahlt worden.“

Schütte, der die geschlossenen Türen genutzt hat, um das Kaminzimmer zu renovieren, setzt darauf, dass im Frühjahr mit Biergarten und Swingolf im ersten Schritt zurück aus dem Lockdown wieder mehr Einnahmen zu erzielen sind. Schon nach der ersten Auszeit im Frühjahr 2020 hat er erlebt, wie die Menschen nachgeholt haben, was vorher nicht ging. Und wenn die Almhütte erst einmal wieder öffnet. wird es für Wohnmobilisten irgendwann schwer werden, einen Parkplatz an der Frieport zu ergattern.

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