Regenmengen für 2020 in Ascheberg
Für den Wald war es zu trocken

Ascheberg -

n der Gemeinde Ascheberg sind im vergangenen Jahr 58 Liter Regen pro Quadratmeter weniger gefallen als im Durchschnitt der zehn vorhergehenden Jahre. Das geht aus Zahlen hervor, die an der Kläranlage Ascheberg gemessen wurden.

Mittwoch, 13.01.2021, 19:46 Uhr aktualisiert: 13.01.2021, 19:50 Uhr
Regenmengen 2020 an der Kläranlage gemessen.
Regenmengen 2020 an der Kläranlage gemessen. Foto: Christ

In der Gemeinde Ascheberg sind im vergangenen Jahr 58 Liter Regen pro Quadratmeter weniger gefallen als im Durchschnitt der zehn vorhergehenden Jahre. Das geht aus Zahlen hervor, die an der Kläranlage Ascheberg gemessen wurden. 767 Liter pro Quadratmeter fielen dort in den vergangenen zwölf Monaten.

In der Gemeinde gibt es keine amtlichen Wetterstationen, aber an der Kläranlage werden die Regenmengen täglich erfasst. Zwei Monate fallen beim Blick auf Jahres- und Durchschnittswerte besonders auf: Im Februar wurden von den Klärwärtern 139 Liter gemessen, 84,3 Liter mehr als im Durchschnitt und auch die höchste Februar-Menge seit 2010. Bisher „führte“ das Jahr 2016 mit 117,5 Litern die Liste an. Der November fällt durch besondere Trockenheit auf. 26 Liter kamen gerade auf einem Quadratmeter zusammen, 47 weniger als im Durchschnitt. In dem steckt der Negativrekord aus dem Jahr 2011 mit gerade einmal vier Litern.

„So viel Wasser haben wir nicht bekommen“, zweifelt Dirk Schulze Pellengahr, Landwirt und Waldbauer aus der Davert die Jahresmenge an. Tatsächlich wurden an der nächstliegenden amtlichen Wetterstation am Hof Kleuter in Lüdinghausen auch nur 650 Liter pro Quadratmeter im Jahr gemessen. Wie sie sich auf die Monate verteilen, ähnelt aber der Ascheberger Zahlenfolge.

Zweifel an den Zahlen

Schulze Pellengahr sieht nicht nur das vergangene Jahr, sondern die vergangenen drei Jahre und da treibt es dem Waldbauern Tränen in die Augen: „Es fehlen uns jedes Jahr 150 Liter auf den Quadratmeter. Die Talsperren sind nur halbvoll. Bei uns die Gräfte hat gerade erst wieder ein bisschen Zulauf erhalten. Im Wald schaffen es die Buchen nicht so schnell, dem Wasser hinterherzuwachsen. Das ist eine große Katastrophe.“ Der Mann aus der Osterbauer verweist darauf, dass die Davert noch eine Region mit einem hohen Grundwasserstand sei. Aber auch dort seien nicht nur Nadel-, sondern zunehmend auch Laubbäume betroffen: „Ich mag gar nicht in den Wald gehen. Das ist einfach nur traurig.“

In der Landwirtschaft habe es 2020 zwar auch Ausfälle gegeben, aber es sei nicht so schlimm gewesen, wie beispielsweise im Dürresommer 2018. In dem Jahr wurde mit 578 Litern pro Quadratmeter an der Ascheberger Kläranlage der Minusrekord für die vergangene Dekade gemessen.

Auffällig ist, dass es zuletzt im April und Mai wenig geregnet hat. Das ist gut fürs Bestellen der Äcker, weil sie problemlos zu befahren sind. Auf der anderen Seite brauchen die Pflanzen neben Licht auch Wasser. Schließlich heißt eine alte Bauernregel „Mai kühl und nass, füllt dem Bauern Scheun‘ und Fass.“

Gegenstück zum Dürresommer 2018 war übrigens das Jahr 2014. Als Deutschland in Brasilien Weltmeister wurde, regnete es in Deutschland kräftig, nicht nur wegen des Jahrhundertregens im Juli. Mit 991,5 Litern ist das Jahr zwischen 2010 und 2020 das feuchteste Jahr. Der Wald würde sich über eine Wiederholung freuen.

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