Modernste Technik im Einsatz
Der Zoll durchleuchtet Lkws

Ascheberg -

Wer kennt es nicht vom Flughafen. Dort durchleuchtet der Zoll regelmäßig die Koffer von Reisende. Am Donnerstag hatte er in Ascheberg andere Objekte im Visier.

Donnerstag, 14.01.2021, 19:30 Uhr
Zollkontrolle in Ascheberg
Zollkontrolle in Ascheberg Foto: Theo Heitbaum

Wer kennt es nicht vom Flughafen. Dort durchleuchtet der Zoll regelmäßig die Koffer von Reisenden. Sie können mit dieser Kontrolle gut leben, denn den Koffer zu öffnen, zu leeren und dann wieder zu packen, kostet viel mehr Nerven.

Was am Flughafen Alltag ist, war gestern auf dem Gelände der Firma Weilke eine große Ausnahme. Denn dort hatte der Zoll eine Fläche gemietet, um Lkw-Kontrollen durchzuführen. Wichtig: Die Kontrolle drehte sich nicht um Fahrzeuge der heimischen Spedition. Sie hatte nur die Fläche bereitgestellt. Die Lkws, die kontrolliert wurden, holten Beamte des Zolls aus dem Verkehr auf der Autobahn.

Im Einsatz war eine vollmobile Röntgenanlage, 23 Tonnen schwer, 1,5 Millionen Euro teuer und eine von drei Anlagen im Bundesgebiet. „Das kommt nicht oft vor“, berichtet Britta Flothmann , Pressesprecherin des Hauptzollamtes Münster, über die Hilfe modernster Technik aus Köln. Im Einsatz waren zehn Mitarbeiter des Hauptzollamts in Münster und aus dem Fahrzeugteam, das vom Rhein nach Ascheberg gekommen war und im gesamten Westen der Republik unterwegs ist.

Der mobile Röntgenwagen durchleuchtete bei der Zollkontrolle Lkws.

Der mobile Röntgenwagen durchleuchtete bei der Zollkontrolle Lkws. Foto: Theo Heitbaum

Den Zollfahndern ging es natürlich nicht um Reifen und Bremsen der Lkws, die von der Hansalinie ins Gewerbegebiet Nord gelotst wurden. Sie interessierten sich für die Ladung. Das moderne Einsatzmittel zielt gegen den Schmuggel vor allem von Rauschgift, Zigaretten und Waffen.

Herzstück der Kontrolle ist eben der vollmobile Röntenwagen, für dessen Aufbau eine knappe halbe Stunde benötigt wird. Dann steht der Röntgenarm fürs Durchfahren der Fahrzeuge bereit. Er scannt das stehende Fahrzeug in weniger als einer Minute ab und die Zöllner, speziell geschulte Bildauswerter, können Verstecke und Schmuggelware auf den Röntgenbildern sofort erkennen. „Das ist wie am Flughafen. Anhand der Färbung und Formen sind Stoffe und Materialien für das geübte Auge leicht zu erkennen“, berichtet Flothmann. Abgeladen werden muss dadurch nur dann, wenn tatsächliche Anhaltspunkte für Verstöße bestehen, weil die Bilder etwa nicht zu den Frachtpapieren passen. Zum angereisten Bedienteam gehören vier Beschäftigte. Es setzt sich zusammen aus Fahrer, Einweiser, Bildauswerter und Strahlenschutzbeauftragtem.

Schmugglern aus die Pelle rücken

„Es handelt sich um eine verdachtsfreie Kontrolle“, stellt Flothmann klar. Wer also gestern einen beschrifteten Lkw am Röntgenwagen gesehen hat, darf nicht darauf schließen, dass mit dessen Ladung etwas nicht in Ordnung war. Wobei natürlich der Holdienst auf der Autobahn weiß, wo es sich lohnen könnte. Für die Lkw-Fahrer war die Ehrenrunde zu der Prüfstelle sicher ärgerlich, aber erst wenn das Team Verdächtiges gesehen hatte, wurde die Kontrolle intensiviert. Eine vierbeinige Spürnase war ebenfalls vor Ort.

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