IntZeit arbeitet für die Stadt Dortmund
Sauber: Großauftrag für Glasreiniger

Ascheberg -

Ein Großauftrag in wirtschaftliche schwierigen Zeiten. Das Inklusionsunternehmen IntZeit mit einem Standbein in Ascheberg hat seit dem 1. Januar mehr zu tun.

Montag, 18.01.2021, 19:31 Uhr aktualisiert: 19.01.2021, 15:34 Uhr
Die Gebäudereiniger des Inklusionsunternehmens haben in Dortmund viel zu tun.
Die Gebäudereiniger des Inklusionsunternehmens haben in Dortmund viel zu tun. Foto: Henkies

Soziale Kompetenz und handwerkliches Know-how treffen in der Firma IntZeit aufeinander. In dem Tochterunternehmen des Sozialwerks St. Georg, einer gemeinnützigen Gesellschaft, finden Menschen mit Handicaps Teilhabe am ersten Arbeitsmarkt. Ein Großauftrag der Stadt Dortmund sichert die Arbeitsplätze in schwierigen Corona-Zeiten. Seit dem 1. Januar fahren die Mitarbeiter des Unternehmens mit Michael Henkies in die Bierstadt, wo sie unter anderem am Stadthaus als Glasreiniger im Einsatz sind.

Die Arbeit der Gebäudereiniger ist im Vorfeld genau konzipiert worden. „Wir arbeiten in einem Vier-Farben-System“, berichtet Henkies. Wer beispielsweise WCs reinigen müsse, greife zum roten Eimer mit einem roten Tuch und nutze den roten Reiniger. Für Mitarbeiter, die Farben nicht unterscheiden könnten, seien zusätzlich Piktogramme aufgedruckt. Das System funktioniert gut. Henkies ist dabei ein ruhiger Teamchef: „Wir pflegen einen höflichen und sachlichen Umgangston, auch in Drucksituationen.“ Natürlich müsse manchmal auch Tacheles geredet und Leistung eingefordert werden. Das ist am ersten Arbeitsmarkt nicht ungewöhnlich.

IntZeit in Dortmund

IntZeit in Dortmund Foto: Henkies

„Unser Ziel ist es, der Inklusion gerecht zu werden“, berichtet Jörg Stratmann , der die Geschäfte in Westfalen-Nord führt. Ihn reizt es, die sozialen Aspekte und wirtschaftliche Notwendigkeiten im Team zusammenzubringen. „Im Moment arbeiten bei IntZeit 220 Mitarbeiter, darunter 70 mit einer schweren Behinderung“, berichtet Stratmann. Entstanden ist das Projekt vor sieben Jahren, seit 2018 ist das Inklusionsunternehmen in Ascheberg aktiv. Mit zwei Leuten im Hausmeisterservice startete das Angebot, inzwischen sind hier neun Menschen beschäftigt. Darunter befindet sich auch ein Auszubildender.

Aktuell geht es darum, den Großauftrag aus Dortmund abzuarbeiten und die Arbeitsabläufe zu optimieren. Ohnehin, so Stratmann, sei das Erledigen der Aufgaben zurzeit das wichtigste Anliegen. Denn Corona gehe nicht spurlos an der gemeinnützigen Gesellschaft vor: „Wir haben Arbeit im Bereich der Gastronomie. Nicht in Ascheberg, aber in anderen Orten. Dort sind wir von den Schließungen betroffen.“ Dafür gab es auf der anderen Seite Anfragen, ob das Unternehmen Desinfektionsaufgaben übernehmen könne.

Um Mitarbeiter bei IntZeit zu werden, muss man nicht in Einrichtungen des Sozialwerks St. Georg leben oder hier schon gearbeitet haben. „Wir nehmen alle Leute“, stellt Stratmann klar. Das betrifft auch Menschen, die durch Krankheit gehandicapt sind. Angefangen hat der Betrieb mit Hausmeisterangeboten. Dazu übernimmt IntZeit Aufgaben beim Bekämpfen des Eichenprozessionsspinners. In dem Bereich gibt es noch Ausbaupotenzial.

IntZeit in Dortmund: Der Firmensprinter vor dem Stadthaus

IntZeit in Dortmund: Der Firmensprinter vor dem Stadthaus Foto: Henkies

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