Hubert Schulze Pellengahr war von 1949 bis 1961 Mitglied des Deutschen Bundestages
Ein Mann der allerersten Stunde

Ascheberg -

Er hat seine Stimme bei den Wahlen von Bundespräsident Theodor Heuss und Bundeskanzler Konrad Adenauer abgegeben. Und damit ist die Frage, ob es schon einmal ein Bundestagsmitglied aus Ascheberg gab, prominent beantwortet. Hubert Schulze Pellengahr hat historische Tage miterlebt.

Freitag, 05.02.2021, 18:00 Uhr
Hubert Schulze Pellengahr war von 1949 bis 1961 Bundestagsabgeordneter und von 1958 bis 1969 Landrat des Kreises Lüdinghausen.
Hubert Schulze Pellengahr war von 1949 bis 1961 Bundestagsabgeordneter und von 1958 bis 1969 Landrat des Kreises Lüdinghausen.

Ja, es gab in der Geschichte des Deutschen Bundestages einen Ascheberger, der dort als Direktkandidat die Interessen der Region vertreten hat. Genau genommen müsste die Frage eines WN-Lesers aber mit „nein“ beantwortet werden. Denn durch die Kandidatur des Davensbergers Johannes Waldmann kam die Frage auf, ob es schon einmal „einen Ascheberger mit Bundestagsmandat in Berlin“ gegeben habe. Das war bisher nicht der Fall, denn Hubert Schulze Pellengahr steuerte für die Parlamentsarbeit Bonn an.

Bundestagswahlen + Ascheberg

Bundestagswahlen + Ascheberg Foto: Christ

Es müssen bewegte Tage gewesen sein im Spätsommer 1949. Am 14. August wird der Landwirt aus der Davert in den ersten deutschen Bundestag gewählt. Ein wahrhaft historischer Tag. Einen Tag später darf er den Gratulanten zum 50. Geburtstag von dem Ereignis berichten. Am 7. September 1949 sitzt er im Plenum, als um 16.05 Uhr die Sitzung mit der Ouvertüre „Weihe des Hauses“, Opus 124 von Ludwig van Beethoven eröffnet wird. Am 12. September 1949 wählt der Ascheberger als Mitglied der ersten Bundesversammlung Theodor Heuss zum Bundespräsidenten, der am gleichen Tag vor dem Bundestag seinen Amtseid leistet. Und am 15. September 1949 wählt Schulze Pellengahr vermutlich Konrad Adenauer zum Bundeskanzler. Vermutlich, weil er ein Parteifreund, die Wahl aber geheim ist.

Von Ascheberg in den Bundestag

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Bernhard Hubert Arthur Robert Schulze Pellengahr Freiherr von Freusberg-Steinhorst lebte vom 15. Augst 1899 bis zum 23. Juni 1985. Von 1949 bis 1961 war er über drei Legislaturperioden Mitglied des deutschen Bundestages. Das WN-Archiv ist reich an Berichten über den Mann vom Gräftenhof, der auch zahlreiche andere Ämter etwa in Berufsorganisationen hatte. Nach dem Besuch der Volks- und Rektoratsschule in Ascheberg wechselte er auf das Bischöfliche Gymnasium Collegium Augustinianum Gaesdonck bei Goch, wo er 1917 das Abitur ablegte. Der Schule schlossen sich Militärzeit im ersten Weltkrieg und vier Semester Land- und Forstwirtschaft an der Uni Münster an. Bis 1933 war Schulze Pellengahr Mitglied der Zentrumspartei, widerstand dann den Versuchen, ihn als Mitglied der NSDAP zu werben. Vor 75 Jahren gehörte er zu den Gründungsmitgliedern der CDU Ascheberg. Ebenfalls 1946 wurde er Fraktionsvorsitzender der CDU im Kreistag. 1958 wählte man ihn zum Landrat. Das blieb er bis zu seinem 70. Geburtstag im Jahr 1969. In dem Jahr verlieh ihm Bundespräsident Gustav Heinemann auch das Große Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland.

Familie Schulze Pellengahr

Urgroßvater Franz J.A.H. Schulze Pellengahr war erster Abgeordneter für den Kreis Lüdinghausenim 1826 gegründeten Provinziallandtag der Provinz Westfalen.Großvater Caspar Hubert Gustav war langjähriger Abgeordneter im preußischen Abgeordnetenhaus zu Berlin, wo er der Zentrumsfraktion angehörte.Vater Franz Schulze Pellengahr war Abgeordneter im Kreistag Lüdinghausen und im preußischen Provinziallandtag der Provinz Westfalen zu Münster.Der aktuelle Landrat des Kreises Coesfeld, Christian Schulze Pellengahr, ist der Enkel von Huberts Bruder Burchard, der in Greven gewohnt hat.Dirk Schulze Pellengahr, der aktuell auf dem Hof lebt und dem Betrieb bewirtschaftet, ist Enkel des Bundestagsabgeordneten.

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