Druckverfahren haben sich geändert
Kleine Revolution im Keller

Herbern -

Die Technik hat sich rasant verändert. Der Computer ersetzt mühevolle Handarbeit. Aber: Die Kreativität ist weiterhin gefragt.

Donnerstag, 01.04.2021, 20:00 Uhr
Bernhard Eckmann ist auf einer alten Druckmaschine gestartet, Benedikt Angelkort bereitet heute alles am Computer vor.
Bernhard Eckmann ist auf einer alten Druckmaschine gestartet, Benedikt Angelkort bereitet heute alles am Computer vor. Foto: privat

Über 500 Jahre ist es her, dass Johannes Gutenberg die erste Druckpresse erfand und damit die Welt des geschriebenen Wortes revolutionierte. Über die Jahrhunderte entwickelten sich die Druckverfahren immer weiter. Als Bernhard Eckmann vor rund fünfzig Jahren in Herbern seine erste Druckmaschine im Keller aufstellte, um seinen Lebensunterhalt mit „Gedrucktem“ zu verdienen, war das in Dorf eine kleine Revolution. Vor 16 Jahren hat Schwiegersohn Benedikt Angelkort das Geschäft und die Drucksachen übernommen. Wo früher alles per Hand gesetzt wurde, fungiert heute der Computer.

Benedikt Angelkort

Benedikt Angelkort Foto: Isabel Schütte

„Mein Onkel Josef Debbelt hat mich damals auf die Idee gebracht“, sagte Bernhard Eckmann. Gesagt, getan. Nach der Ausbildung und neun Gesellenjahren übernahm Eckmann mit seiner Ehefrau Hildegard nach dem Tod seiner Mutter in den 1960er Jahren den elterlichen Schreib- und Spielwarenbetrieb. „Der Drucker-Beruf hat mir gefallen, da man kreativ tätig sein kann.“ Zur damaligen Zeit deckte Eckmann schon viele Dinge der bekannten Druckerzeugnisse ab, wie: Drucksachen, Visitenkarten, Plakate, Prospekte oder Flyer ab. Früher wie heute werden diese Dinge vor Ort gestaltet.

Ist das Layout fertig, geht es zum Druck. Bis vor zwei Jahren wurde die alte Druckerpresse noch in Anspruch genommen, aber die Qualität hielt mit den heutigen Druckern nicht mehr stand. „Das war das Aus für das alte Schätzchen“, sagte Eckmann. Sein Schwiegersohn hat sich in über sechzehn Jahren gut in dieses Metier eingefunden.

Die heimische Druckerei in Herbern an der Südstraße ist der Lieblingsplatz von Bernhard Eckmann. "Ich liebe den Beruf des Druckers, die Maschinen wie auch diesen Ort", stellt der Herberner fest. Von Traueranzeigen bis zum Pfarrbrief, von festlichen Einladungen bis zu Broschüren ist an der Südstraße schon einiges entstanden

Die heimische Druckerei in Herbern an der Südstraße ist der Lieblingsplatz von Bernhard Eckmann. "Ich liebe den Beruf des Druckers, die Maschinen wie auch diesen Ort", stellt der Herberner fest. Von Traueranzeigen bis zum Pfarrbrief, von festlichen Einladungen bis zu Broschüren ist an der Südstraße schon einiges entstanden Foto: iss

„Der Computer ist auf jeden Fall eine Arbeitserleichterung. Früher mussten zum Beispiel die Schriften per Hand gesetzt werden. Heute kann man alles am Bildschirm sehen und direkt verändern“, zeigt der Senioreine wesentlichen Unterschied auf. Doch auch wenn die technischen Voraussetzungen stimmen, die Kreativität und das Layout brauchen ihre Zeit. „Mal eben, ist immer so eine Sache. Viele Dinge müssen ausprobiert werden. Alte Fotos müssen oft nachbearbeitet werden, damit sie im Druck wieder hochwertig sind. Das alles nimmt schon Zeit in Anspruch. Der Druck ist dann nur noch Nebensache“, schlüsselt Angelkort auf. Mit seinen Drucksachen (Familien- und Trauerdruck) hat sich die Druckerei einen guten Namen gemacht, dieser geht weit über die Herberner Ortsgrenze hinaus.

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