Jubiläumstag
Hansalinie lässt Ascheberg wachsen

Ascheberg -

9. September 1965: Vor 50 Jahren sind die ersten Autos über die frei gegebene Hansalinie gefahren.

Dienstag, 08.09.2015, 18:09 Uhr

1A an der A 1 – ein Autobahnanschluss als Werbebaustein für Gewerbebetriebe. Was heute selbstverständlich ist, hat auf den Tag genau vor 50 Jahren begonnen. Der Anschluss Aschebergs war aus Sicht des damaligen Gemeindedirektors Bernhard Rothers das „Ende der Stille“. Ascheberg war nun direkt ans Ruhrgebiet angebunden. Welchen Einfluss der Autobahnanschluss für die Gemeinde hatte, ist nicht wissenschaftlich erforscht worden. Allgemein gültige Aussagen zu seinem Wert lassen sich darum nicht feststellen, aber es gibt Hinweise.

Als die Gemeinde Ascheberg zehn Jahre nach dem Anschluss der Autobahn durch die kommunale Neuordnung aus Ascheberg, Davensberg und Herbern gebildet wurde, wohnten in Ascheberg gerade einmal knapp 700 Menschen mehr als in Herbern. Während Ascheberg um fast 3000 Einwohner gewachsen ist, hat Herbern rund 600 Einwohner in 40 Jahren hinzugewonnen. Bei der Volkszählung 1961 lebten in Herbern 4001 Menschen, in Ascheberg und Davensberg 5422. Als die Autobahn 1965 kam standen 4540 Ascheberger und 1692 Davensberger in der Einwohnerstatistik.

Noch interessanter ist der Blick auf die Gewerbegebiete. In Herbern sind es vorwiegend Betriebe aus dem Dorf, die dort nicht mehr wachsen konnten und im Gewerbegebiet eine neue Heimat gefunden haben. In Ascheberg waren es Anfang der 80er Jahre auch zwei Ascheberger, die ein neues Gewerbegebiet anschoben. Am 9. November 1983 ist das Gewerbegebiet „Wentrups Weide“ beschlossen worden. Frieling und Schröer waren die ersten Bauherrn. Das Gewerbegebiet Nord hat dann aber auch Betriebe von außerhalb angelockt.

„Ascheberg ist sicher prädestiniert für Betriebe, die einen neuen Standort suchen“, sagt Verkehrsexperte Joachim Brendel von der Industrie- und Handelskammer Münster. Die Nähe zu Münster und Dortmund werde mit dem Autobahnanschluss genutzt. Studien, die den Wert eines Autobahnanschlusses für die regionale Entwicklung beschreiben, gab es im hiesigen Raum nicht. Brendel verweist aber auf den Lückenschluss der A 31 im Emsland. Dort hätten Kommunen und Betriebe für einen vorzeitigen Ausbau Geld in die Hand genommen.

Im Norden findet sich eine Studie des Instituts für regionale Wirtschaftsforschung, die einen engen Zusammenhang zwischen der Infrastrukturausstattung und der regionalwirtschaftlichen Entwicklung nachweist. So sei das Beschäftigungswachstum in Niedersachsen von 1980 bis 2002 in Gemeinden, die kleiner als 75 000 Einwohner sind, mit eigener Autobahnanschlussstelle fast doppelt so hoch wie in Gemeinden ohne BAB-Anschluss (24 zu 13 Prozent).

Eine Studie der Industrie- und Handelskammer hat die Gemeinde Ascheberg 2007 als Wirtschaftsstandort Nummer eins im Kreis Coesfeld eingestuft und auf dem siebten Rang im gesamten Münsterland angesiedelt. Beim Faktor Wirtschaft mit den Bereichen Exportquote, Kaufkraftkennziffer und Unternehmensbesatz ist Ascheberg sogar die Nummer eins im gesamten Münsterland. Bei der Infrastruktur war die Nähe zur Autobahn ein Kriterium, nur in drei Kommunen ist man vom Gewerbegebiet schneller an der Autobahn als in Ascheberg.

„Ohne Autobahnanschluss wären wir nicht in Ascheberg“, sagt Franz-Josef Hemker. Er hat seinen Betrieb (Wecon) von Fröndenberg ins Münsterland verlegt, weil „ich früher immer in Ascheberg abgefahren bin, denn in Münster war oft Stau.“ Im Alltag sei der Anschluss wichtig, weil alle Kunden die Firma schnell erreichen könnten.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/3496676?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F104%2F158%2F3137818%2F
Eiersuche mit Picknick
Insgesamt 11 000 bunte Ostereier haben Kinderherzen am Montag im Schlossgarten höhe schlagen lassen.
Nachrichten-Ticker