X wie „X“ auf dem Lottoschein:
Das „X“ muss an die richtige Stelle

ASCHEBERG -

Mit den „Xen“ auf dem Lottoschein jagen regelmäßig viele Ascheberger dem großen (finanziellen) Glück hinterher. Andere sehen es locker, spielen nur sporadisch und setzen auf „Glück in der Liebe“.

Sonntag, 09.08.2015, 12:08 Uhr

Klaus Bauerbach  spielt nur selten Lotto – er setzt lieber auf die Devise: Glück in der Liebe... Beim Ausfüllen eines Scheins sind zwei Arten von „Xen“ möglich: Mit einem Stift auf einem Stein und die digitale Variante,
Klaus Bauerbach  spielt nur selten Lotto – er setzt lieber auf die Devise: Glück in der Liebe... Beim Ausfüllen eines Scheins sind zwei Arten von „Xen“ möglich: Mit einem Stift auf einem Stein und die digitale Variante, Foto: tani

Es sind nur zwei Striche. Mal formen sie sich zum Buchstaben X, wöchentlich jedoch werden diese besagten beiden Striche, die sich in der Mitte kreuzen, für ganze Nationen zum großen Hoffnungsträger. Dann nämlich, wenn sie als Kreuz auf einem Lottoschein landen. Und dabei gehen die Menschen sehr unterschiedlich vor. Die einen mit System – die anderen ganz locker. Und bei manchen ist auch ein kleines bisschen Aberglaube mit im Spiel.

Auch das komplette Gegenteil befindet sich unter den Glücksrittern beziehungsweise -jägern. Denn manch einer macht sein Glück nicht von einem Kreuzchen abhängig, sondern lebt nach einer ganz anderen Devise. So wie Klaus Bauerbach beispielsweise. Er ist eher selten beim Ausfüllen eines Lottoscheins anzutreffen. „Da kommt meistens eh nix bei rum. Da setze ich doch lieber auf das Glück in der Liebe“, verrät er lächelnd.

Ganz anders Freund Alfons Engbert . Wöchentlich setzt er in der Lotto-Annahmestelle Niemann seine Xe. Immer an die gleiche Stelle. „Da sind wir ja flexibel“, witzelt er. Alfons Engbert hat mit zwei weiteren Lottospielern eine Tippgemeinschaft gebildet. „Seit zehn Jahren übrigens.“ Warum immer die gleichen Zahlen? Ist Aberglaube im Spiel, oder vielleicht sogar die Angst, dass es ausgerechnet dann ein Sechser im Lotto wird, wenn er mal auf andere Zahlen setzt? „Nein, keineswegs, es ist schlicht und einfach Bequemlichkeit“, verrät der eingefleischte Lottospieler. Das große Los hat er dabei noch nicht gezogen. Aber die Hoffnung stirbt bekanntermaßen zuletzt. „Während mein Freund Klaus es lieber mit der Liebe hält, setzte ich vielversprechend in meine Bekanntschaftsanzeigen späterer Reichtum nicht ausgeschlossen“, nimmt er das Spiel mit dem X mit Humor.

Einfallsreichtum ist dabei nicht unbedingt gefragt, „dennoch ist es schon unterhaltsam zu sehen, wie die Lottospieler zu Werke schreiten“, verrät Elisabeth Niemann. Da wird gerasselt und geschüttelt in der verzweifelten Bemühung, das X ja an die richtige Stelle zu platzieren. „Wir haben hier nämlich Schüttelboxen, die das Setzen der Kreuze erleichtert.“

Kollege Zufall ist auch bei denen im Spiel, die das Lottoziehungsgerät im Miniformat „befragen“. Eine weitere Allzweckwaffe im Hause Niemann. Wem das zu anstrengend ist, der kann einfach einen bereits ausgefüllten Schein wählen. Gut überwacht von Maskottchen „ Otto vom Lotto“. Ein Talismann, der plüschig daher kommt und figürlich stark an besagtes „X“ erinnert. Dieses spiegelt sich zudem in seinem einzigen Kleidungsstück wider, eine Hose im Design eines Lottoscheins mit vielen Kreuzen – versteht sich.

„57 Jahre ist der Kollege nun alt, und ich möchte ihn nicht missen“, so Elisabeth Neumann, die hinzufügt, dass die Jagd nach dem Glück per Kreuz seit sechs Jahrzehnten ausgeführt wird. „Ja man soll es kaum glauben, aber Lotto feiert in diesem Jahr seinen Sechzigsten. Otto – bei uns steht übrigens immer noch das Original – ist nur drei Jahre jünger“. 60g Jahre Hoffnung auf das große Glück. Für manche ist der Traum vom Millionärsdasein Wirklichkeit geworden. Alle anderen versuchen es unermüdlich weiter mit dem X.

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