Y wie Youngster
Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm

Ascheberg -

Ob Tauben, Hühner oder Kaninchen - wer sich züchterisch mit ihnen befasst, findet fürs Hobby den Nachwuchs oft in der eigenen Familie. Die WN haben zu jedem Tier einen Youngster aufgespürt.

Dienstag, 11.08.2015, 08:08 Uhr

Die Youngster aus der Kleintierzucht in der Gemeinde: Clara und Lukas Nienhaus beschäftigen sich mit Hühnern. Jana Schwabe eifert Opa Reinhard und Papa Uli bei den Kaninchen nach. Susanna Krampe kennt in Opas Taubenschlag alle Tiere und weiß auch etwas zu ihrer Abstammung zu sagen.
Die Youngster aus der Kleintierzucht in der Gemeinde: Clara und Lukas Nienhaus beschäftigen sich mit Hühnern. Jana Schwabe eifert Opa Reinhard und Papa Uli bei den Kaninchen nach. Susanna Krampe kennt in Opas Taubenschlag alle Tiere und weiß auch etwas zu ihrer Abstammung zu sagen. Foto: hbm

Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm. Viele Kleintierzüchter sind froh, dass der Volksmund bei ihrem Hobby Recht hat. Oft kommt der Nachwuchs aus der eigenen Familie. Die WN haben zwischen Federvieh und Felltieren drei Youngster gefunden.

Die Thüringer von Opa Reinhard und Papa Uli kennt Jana Schwabe seit sie geboren wurde. Den ersten Schritt zur Kaninchenzucht ist sie beim 50-Jährigen der Davertstolz-Züchter gegangen. „Da habe ich ein Kaninchen gesehen, dass war mit seinen Schlappohren so süß. Das hat mir sofort gefallen“, sagt die 13-jährige vom Schenkwaldweg. Aussteller des Kaninchens, ein „Zwergwidder Thüringer farbig weiß“, wie Jana schnell erfahren hat, war Dirk Overhage aus Herbern . Dort hat Vater Uli das erste Kaninchen für seine Tochter gekauft. Jana hat das Felltier auf den Namen „Pauli“ getauft und seitdem einen Grund, öfter mal an den 24 Boxen mit Kaninchen vorbeizuschauen. Sie hat gelernt, den richtigen Mix aus Kraftfutter, Heu, Möhren, trockenem Brot und Wasser bereitzustellen. „Ich habe Pauli auch schon die Krallen geschnitten“, erzählt die junge Davensbergerin.

Mit dem Start in die Zucht wird es aber schwer, denn 24 Boxen bieten zu wenig Platz. Und mit einer zweiten Rasse zu arbeiten, ist schwer. „Man muss 50 Kaninchen züchten, um drei auszustellen“, erklärt Vater Uli. Heißt andersherum auch: Es gibt öfter mal Kaninchenfleisch im Hause Schwabe. „Das schmeckt immer“, sagt Opa Reinhard, der seit mehr als 50 Jahren züchtet. Youngster Jana verzieht das Gesicht: „Ich esse kein Kaninchenfleisch.“

Lukas Nienhaus ist gerade einmal zehn Jahre alt, weiß aber schon, was ein Kuckucksei ist. Hat der Herberner bisher seinem Opa Uli geholfen Kingtauben zu züchten, gab es in diesem Jahr sieben Anfangseier für die eigene Zucht. „Orpington schwarz weiß gestreift“ sollten daraus schlüpfen. „Ein Huhn passt nicht, das ist viel zu groß“, berichtet der Youngster aus Herbern. „Papa weiß es auch nicht so genau“, schmunzelt Lukas, der bei der Wahl der Rasse keine Wahl hatte, denn Vater Rainer und Schwester Clara sind züchterisch auch mit Orpington unterwegs, sie vertragen sich untereinander.

Das Start-Gelege haben die Nienhaus bei einem Züchter gekauft, ausgebrütet wurde es in der Vereinsanlage bei Krampe. Schon bei Abholen fiel das falsche Küken auf. Das ficht den Zehnjährigen aber nicht an. Mit Vater Rainer hat er das reinrassige Sextett schon unter die Lupe genommen. „Das sieht gut aus, zwei, drei könnten zur Ausstellung gehen“, ist Lukas zuversichtlich, dass sein Premierenjahr im Herbst weiter spannende Erfahrungen bietet. Die Zeit, in der Lukas der Familie nur beim Fangen der Hühner geholfen hat, sind vorbei. Jetzt eifert er Schwester Clara, die ein gutes Händchen für die Zucht hat, Vater Rainer, Opa Uli, Onkel Andreas und, und, und nach.

Wer glaubt, dass Brieftauben gleich aussehen, muss sich mit Susanna Krampe unterhalten. Die Elfjährige schaut den rund 80 Federtieren von Opa Alfons nicht auf den Ring, um sie zu erkennen. „Sie sehen anders aus und fliegen anders. Ich erkenne sie schon, wenn sie zum Schlag kommen“, gibt es für sie an der Sandstraße nur bekannte Brieftauben. Susanna verbringt viel Freizeit bei den Tieren, hilft den Schlag zu säubern, Ringe aufziehen, hat Tauben mit Opa Alfons auch schon zu privaten Trainingsflügen aufgelassen. Susanna weiß, welches Futter die Brieftauben benötigen, um große Leistungen bringen zu können. Gemischt wird es von Opa Alfons, Mitglied bei Blitz Ascheberg . Er ist glücklich, dass die Enkelin sich nicht nur für sein Hobby interessiert, sondern tief hineingetaucht ist. „Sie kennt alle Abstammungen“, ist Alfons Krampe stolz auf die junge Helferin, die für den Brieftaubenalltag auch die nötige Ruhe und Geduld aufbringt. Mit Opa Alfons hat sie dieses Jahr schon schöne Erfolge gefeiert. Ihre Liebe zu den Brieftauben hat auch einen Rückschlag überstanden. Die bisher einzige Taube, die ihr gehörte und Zorro getauft wurde, kam von einer Reise nicht zurück.

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