Ascheberg im Wandel 26
Bauen und Umziehen beim Löschzug

Ascheberg -

Es ist eine Laune des Kalenders: Wenn der Löschzug Ascheberg am 7. März 2020 beginnt, seine Sachen zu packen, ist das auf den Tag genau 40 Jahre nachdem der Grundstein für den Erweiterungsbau gelegt worden ist.

Samstag, 07.03.2020, 08:15 Uhr aktualisiert: 07.03.2020, 08:20 Uhr
Feuerwehrgebäude in Ascheberg: Bürgermeister Bernhard Schütte Nütgen legt 1980 den Grundstein
Feuerwehrgebäude in Ascheberg: Bürgermeister Bernhard Schütte Nütgen legt 1980 den Grundstein Foto: Theo Heitbaum

„Die Freiwillige Feuerwehr Ascheberg besteht zur Zeit aus den Löschzügen Ascheberg, Herbern und Davensberg mit insgesamt 110 Feuerwehrmännern. An Fahrzeugen sind vorhanden: in Ascheberg 1 TLF 16, 1 LF 8, 1 KW2, 1 SW1000, 1 Fukow, in Herbern und Ascheberg je 1 TLF 18 und 1 Lf8.“ Mit diesem Text ist nicht die aktuelle Lage bei der Feuerwehr beschrieben. Er steht auf einer Urkunde, die heute vor 40 Jahren in einem Kupferrohr, das Klempner Bolte zulötete, versenkt und hinter dem Grundstein für den Erweiterungsbau des Löschzuges Ascheberg eingemauert worden ist. „Die werden wir vor dem Abriss wieder herausholen“, kann es Franz-Josef Falke kaum mehr abwarten. Er war es schließlich, der auch damals die Kelle in der Hand hatte. Zusammen mit Paul Niesmann erinnert er sich an die räumlichen Gegebenheiten für die Ascheberger Feuerwehr. „Unter dem alten Steigerturm gab es nur einen Raum für das Fahrzeug. Der war so schmal, dass nur ein Mann zwischen Wand und Fahrzeug durch kam“, erinnert sich Niesmann an ganz alte Zeiten, denn bis 1965 war die Feuerwehr an der Sandstraße, später Bonkhoff/Spökenkieker, zu Hause. Mit der Autobahn und neuen Herausforderungen kam ein größeres Gebäude. Die drei linken Tore des heutigen Gebäudekomplexes markieren das Gerätehaus zwischen 1965 und 1980. „Im Schulungsraum gab es Platz für zehn Leute, die Klappstühle darin stammten aus dem Kino von Klaverkamp“, berichtet Niesmann. In der Anfangszeit musste nicht einmal Einsatzkleidung untergebracht werden, wie Niesmann erzählt: „Wir sind mit dem losgefahren, was wir anhatten. Da kam es schon einmal vor, dass ein Kamerad noch Sonntagsschuhe beim Einsatz trug.“ Falke ergänzt: „Es waren zu meinen Anfängen bei der Feuerwehr auch Leute mit Holzschuhen unterwegs.“ Und im Gerätehaus gab es nicht einmal eine Heizung. Das Duo erinnert sich, dass Walter Sobbe in der zweiten Hälfte der 1970er Jahre eine provisorische Heizung eingebaut hat.

15 Jahre später reichten die Räume nicht mehr. Die Ausrüstung wuchs, nicht nur, weil es jetzt Blaumänner als Einsatzkleidung gab. Aber die Zeiten, in denen auf der Autobahn Menschen mit Hilfe einer Brechstange aus Schrottautos befreit werden mussten, wurden von den ersten hydraulischen Helfern abgelöst. Am 30. Oktober 1979 wurde der Spatenstich für den Erweiterungsbau getan, am 7. März 1980 der Grundstein gelegt und am 5. Dezember 1980 der Schlüssel übergeben. Jedes Fahrzeug hatte nun einen Platz, der Schulungsraum war für Dienstabende geeignet. Und es gab sogar Nebenräume.

Gerätehäuser der Feuerwehr

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  • Steigerturm in Ascheberg, von der Feuerwehr genutzt bis 1965.

    Foto: WN-Archiv
  • Steigerturm gesprengt

    Foto: Theo Heitbaum
  • Feuerwehrgebäude in Ascheberg vor 1980

    Foto: Theo Heitbaum
  • Feuerwehrgebäude in Ascheberg: Spatenstich 1980

    Foto: Theo Heitbaum
  • Feuerwehrgebäude in Ascheberg: Spatenstich 1980

    Foto: Theo Heitbaum
  • Feuerwehrgebäude in Ascheberg Spatenstich 1980

    Foto: Theo Heitbaum
  • Feuerwehrgebäude in Ascheberg Spatenstich 1980

    Foto: Theo Heitbaum
  • Feuerwehrgebäude in Ascheberg

    Foto: WN-Archiv
  • Feuerwehrgebäude in Ascheberg: Grundstein 1980

    Foto: Theo Heitbaum
  • Feuerwehrgebäude in Ascheberg; Grundstein 1980

    Foto: Theo Heitbaum
  • Feuerwehrgebäude in Ascheberg: Grundstein 1980

    Foto: Theo Heitbaum
  • Feuerwehrgebäude in Ascheberg: Baustelle 1980

    Foto: Theo Heitbaum
  • Feuerwehrgebäude in Ascheberg: Erweiterung 1980

    Foto: Theo Heitbaum
  • Feuerwehrgebäude in Ascheberg: Schlüsselübergabe 1980

    Foto: Theo Heitbaum
  • Feuerwehrgebäude in Ascheberg: Schlüsselübergabe 1980

    Foto: Theo Heitbaum
  • Feuerwehrgebäude in Ascheberg 1980

    Foto: Theo Heitbaum
  • Feuerwehrgebäude in Ascheberg 1980

    Foto: Theo Heitbaum
  • Feuerwehrgebäude in Ascheberg 1980

    Foto: Theo Heitbaum
  • Feuerwehrgebäude in Ascheberg 1980

    Foto: Theo Heitbaum
  • Feuerwehrgebäude in Ascheberg, Lüdinghauser Straße 1980

    Foto: Theo Heitbaum
  • Feuerwehrgebäude in Ascheberg 1984

    Foto: Theo Heitbaum
  • Feuerwehrgebäude in Ascheberg: 1980

    Foto: Theo Heitbaum
  • Feuerwehrgebäude in Ascheberg 1994

    Foto: Theo Heitbaum
  • Feuerwehrgebäude in Ascheberg nach 1980 und vor 1997

    Foto: Theo Heitbaum
  • Feuerwehrgebäude in Ascheberg 1995

    Foto: Theo Heitbaum
  • Feuerwehrgebäude in Ascheberg 1989

    Foto: Theo Heitbaum
  • Feuerwehrgebäude in Ascheberg, Spatenstich 1996

    Foto: Theo Heitbaum
  • Feuerwehrgebäude in Ascheberg Schlüsselübergabe 1980

    Foto: Theo Heitbaum
  • Feuerwehrgebäude in Ascheberg: Schlüsselübergabe

    Foto: Theo Heitbaum
  • Feuerwehrgebäude in Ascheberg: Schlüsselübergabe

    Foto: Theo Heitbaum
  • Feuerwehrgebäude in Ascheberg

    Foto: WN-Archiv
  • Feuerwehrgebäude in Ascheberg

    Foto: WN-Archiv
  • Neues Feuerwehrgerätehaus Ascheberg

    Foto: Theo Heitbaum

„Ich habe damals Fenster und eine Tür zugemauert“, blickt Falke, von Beruf Maurer, zurück. Ohnehin: Es gab viele Handwerker im Löschzug. Deswegen wurde auch der Vorplatz in Eigenleistung gepflastert. „Wir hatten zwar zu tun, haben uns davor aber nicht bange gemacht“. gibt Niesmann die Stimmung wieder.

Der erweiterte Bau führte Feuerwehr und Rettungsdienst zusammen. Er wechselte von der Biete (Krankenhaus) zur Lüdinghauser Straße.

19097 wird noch einmal angebaut

Zum letzten Mal angebaut wurde Ende der 1990er Jahre. Für das zweigeschossige Gebäude wurde am 30. September 1996 der Grundstein gelegt, das Richtfest folgte am 10. Januar 1997, am 23. Mai 1997 wurde das Gebäude eingeweiht. Mehr als 2000 Stunden Eigenleistung steckte die Feuerwehr in den Anbau.

Zurück ins Jahr 1980: Der Urkundentext informiert, dass Erich Hattrup Wehrführer war und die Löschzugführer Hermann-Josef Leidiger (Ascheberg), Anton Offermann (Herbern) und Josef Claves (Davensberg) hießen. Sven Kahl kennt aus diesem Quartett nur den damaligen Wehrführer, seinen Schwiegervater. Kahl wird heute als Löschzugführer mit seinen Kameraden beginnen, Kisten für den Umzug an die Raiffeisenstraße zu packen. „Wenn die Endreinigung fertig ist, werden wir Stück für Stück umziehen“, berichtet er und schmunzelt über die besondere Laune des Kalenders: 40 Jahre nach dem Legen des Grundsteins startet auf den Tag genau der Wegzug von der Lüdinghauser Straße.

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