Havixbeck
Mollig warm: Wasser hat 23 Grad!

Montag, 21.07.2008, 19:07 Uhr

Havixbeck . Es regnet. Wie schon so oft in den vergangenen Tagen und Wochen. Im großen Liege-Rund des Freibads – kein Mensch. Stille, bis auf das Gezwitscher einer Spatzenfamilie , die in der „Pampers-Pfütze“ badet. Das Nichtschwimmer-Becken? Leer, bis auf eine Dohle, die sich pfeilschnell kurz ihren frechen Schnabel ausspült. Anders die Lage im Schwimmer. Hier tauchen drei, vier angegraute Köpfe zwischen den kleinen Wellen auf.

Das sind die, die immer kommen. Jeden Tag. Von Mai bis September. „Das sind die ganz Treuen“, sagt Volker Mucks , Schwimmmeister in Havixbeck, schmunzelnd. „Und das sind auch die, die dafür sorgen, dass unsere Statistik zurzeit nicht ganz absäuft“, vollendet sein Kollege Georg Börger , der gerade dabei ist, eine der drei vorgeschriebenen Wasserproben am Tag zu analysieren. PH-Wert: 7,2. Also okay! Chlor: 0,3 Milligramm/Liter. Auch im Normbereich. Temperatur: 23 Grad. „Warm, solange man drin ist“, zittert eine ältere Frau unter ihrem Frottee-Tuch mit Blick auf die Tafel. „13 Grad Luft“, ist auf dieser zu lesen. Zehn Grad weniger als das Wasser.

In den Besucher-Statistiken sieht es trotz der drei vergangenen Regen-Flaute-Wochen gar nicht mal so schlecht aus. „Das neue Nichtschwimmer-Becken, dann die ersten sechs Sonnen-Wochen nach der Eröffnung im Mai, da lagen wir im Schnitt bei rund 1000 Besuchern täglich. Dann aber der Regen, die Ferien . . .“ Die drei Verantwortlichen im Havixbecker Freibad – neben den beiden schon Erwähnten kommt noch Carsten Hömann dazu – erinnern daran, dass die Gesamtzahl von rund 26 000 Besuchern im vergangenen Jahr bis zum Ende der laufenden Saison noch leicht übertroffen werden könnte.

Im Schwimmer-Becken steigt Annemarie Althoff aus dem Wasser. Der drahtig fitten Dame sieht man das Alter nicht an. „20 Bahnen mache ich jeden Tag“, sagt sie. „20 Bahnen in 28 Minuten. Das ist – so finde ich – für mein Alter immer noch ganz gut.“ Seit 37 Jahren komme sie täglich ins Freibad. Ehemann Werner Althoff: „Klar, dass ich dabei bin – besonders seit Erreichung des Ruhestandes.“

Ihre Bahnen im kristallklaren Nass nehmen Karsten Hilmer und Gattin ein. Ein paar „Hallo, wie geht’s? Schön wenn man drin ist . . .“ folgen. Die üblichen Freundlichkeiten. Kein langes Palaver. Man will ins Wasser. Schwimmen, bevor irgendein „Kampfschwimmer“ auftaucht. So nennen die Älteren diejenigen, die unbedingt eine Bahn für sich alleine beanspruchen. Und die dann so rücksichtslos durchkraulen, als kämpften sie noch für ein Ticket nach Peking.

Heute sind die Rentner unter sich. Und wie von oben der Regen, plätschert unten im Wasser die Unterhaltung. Wichtigste Frage: „Wann wird’s mal wieder richtig Sommer?“

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/529033?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F104%2F162%2F697726%2F697732%2F
Nachrichten-Ticker