Havixbeck
Raritäten mit Charme

Sonntag, 01.08.2010, 14:08 Uhr

Altenberge - Bei den Altenberger Schlepperfreunden sah man nur strahlende Gesichter. Und dazu hatten sie allen Grund. „Unsere Erwartungen wurden übertroffen“, freute sich Cheforganisator Adolf Harenbrock vom Schlepper- und Gerätemuseum über die Beteiligung und den Besucherzuspruch beim 1. Altenberger Oldtimertreffen.

Rund 500 alte Oldtimer-Traktoren präsentierten sich auf der 80 000 Quadratmeter großen Aktionsfläche an der gesperrten L 874 vor dem Schlepper- und Gerätemuseum. Sie waren aus Westfalen, dem Sauerland, dem Ruhrgebiet, dem Emsland und dem benachbarten Holland mit etwa 20 bis 35 Stundenkilometer nach Altenberge getuckert. Und meistens in Fahrgemeinschaften, wie der Oldtimer-Traktor-Stammtisch aus Steinfurt, der Lanz-Club aus Wanne-Eickel, der Alt-Traktoren-Club aus Herford oder die Schlepperfreunde aus Nordwalde. Neben den Wesselers, Schlüters, Hanomags, Deutz, Lanz und Fendts waren auch einige glänzend gepflegte Autos aus der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts und historische Motorräder gekommen.

Es waren echte Hingucker für Jung und Alt. Und bei so manchem älteren Besucher wurden Erinnerungen an die Vergangenheit auf dem Lande geweckt, als ein über 50 Jahre alter „Lanz Bulldog“ mit einem Zylinder erst nach einer Viertelstunde kurbeln startklar war und zur Feldarbeit aufbrach.

Klönen, Ideenaustausch und Fachsimpeln waren angesagt. Die Oldtimer-Freunde umkreisten mit fachkundigen Augen die Raritäten, denn jeder Traktor strahlt seinen eigenen Charme aus und könnte Geschichten erzählen, die Fahrzeug und Eigentümer untrennbar verbindet.

Begonnen hatte das Oldtimertreffen am Samstagvormittag mit einer Ausfahrt über gut zwei Stunden. 94 Traktoren fuhren eine 28 Kilometer lange Schleife zwischen Laer und Altenberge und zogen so manchen bewundernden Blick auf sich.

Auf dem Feld vor dem Museum wurde danach geackert und geerntet wie vor 50 Jahren, als die Mechanisierung in der Landwirtschaft begann. Nostalgie pur und immer noch funktionstüchtig. Acker- und Erntegeräte aus den Nachkriegsjahren wie ein alter Pflug, ein Selbstbinder und ein gezogener Mähdrescher zeigten, wie mühsam und zeitaufwendig Feldarbeiten damals waren. Dreschvorführungen mit einem großen Gehringhoff-Standdrescher schlossen sich an. Bei der staubigen Arbeit kam „Kiepenkerl“ Bernhard Gerdes, Erster Vorsitzender des Heimatvereins, mit einem echten westfälischen Korn gerade richtig.

Das Schlepper- und Gerätemuseum war geöffnet und bot neben historischen Geräten und Fahrzeugen jede Menge Informationen. Vor dem Museum freuten sich die Tüftler über den Veteranen-Ersatzteilemarkt und vom Korbflechter bis zum Kupferarbeiter wurde alte Handwerkskunst dargeboten. Die Hollicher Treckbülspieler und ein „orientalischer Bauchtanz“ sorgten bei der Schoppenparty für Unterhaltung. Sonntags spielte der Musikzug Nienberge zum Frühschoppen und Stammtisch der Wesseler-Freunde auf. Die Westfälischen-Nachrichten waren als Medienpartner der Schlepperfreunde auch vor Ort und luden zu einem Gewinnspiel ein.

„Ein voller Erfolg und ein dickes Lob gebührt dem Orgateam für die Durchführung und die monatelangen Vorbereitungsarbeiten“, resümierte Franz Sundorf, Erster Vorsitzender des Schlepper- und Gerätemuseums am Ende.

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