Havixbeck
Mühle mahlt schon wieder

Mittwoch, 06.04.2011, 20:04 Uhr

Havixbeck - „Es klappert die Mühle am rauschenden Bach, und das tut sie wirklich“, berichtete Elisabeth Schulze Westerath beim „Sandstein-Treff im Rabertshof“. Es ging um die mehr als 500 Jahre alte Wassermühle auf dem Hof der Familie Schulze Westerath im Stevertal in Nottuln, einem der neben Burg Hülshoff, Haus Stapel und Haus Havixbeck touristisch am stärksten frequentierten Bauwerke im Münsterland.

Den Freunden vom Förderverein des Baumberger-Sandstein-Museums in Havixbeck ist die alte Mühle an der Stever natürlich seit langem bekannt. Sie steht ob ihrer umfangreichen und kostspieligen Restaurierung längst hinter einem dicken Fragezeichen im Themenkatalog mancher Diskussion.

Am Dienstagnachmittag stand die Familie aus dem Stevertal - Elisabeth und Detmar sowie ihr Sohn Hubertus Schulze Westerath - nun den Fragen der Sandstein-Freunde mit umfangreichen Auskünften zur Verfügung.

So erfuhren sie, dass dieses imposante spätmittelalterliche als Wohngebäude wie als Mühle dienende Bauwerk erstmals um 1599 Erwähnung in den Kirchenarchiven findet. 1811 kam das inzwischen viergeschossige Gebäude aus doppelwandigem Sandstein in den Besitz der Familie Schulze Westerath.

Logischerweise hatte auch hier der berüchtigte „Zahn der Zeit“ eine Menge an Bauqualität abgeknabbert. „Aber ganz verfallen lassen wollten wir es auch nicht“, verriet Elisabeth Schulze Westerath. Die geschätzten Kosten von mehreren Hunderttausend Euro waren aber für die Familie nicht tragbar.

Also entschied man sich, die Mühle in eine Stiftung mit einem Förderverein einzubringen. Das brachte auch die Denkmalschützer in Bewegung. Die NRW-Stiftung „Naturschutz, Heimat und Kulturpflege“ überwies 2007 die ersten 75 000 Euro und in den folgenden beiden Jahren noch einmal 100 000 Euro. Die Renovierung der Mühle konnte beginnen.

Das Denkmalschutzamt Münster und das Westfälische Amt für Denkmalpflege kamen dazu. Nicht zuletzt auch der Förderverein mit dem starken persönlichen Engagement und bedeutsamen Eigenleistungen der Familie Schulze Westerath.

Inzwischen ist das Innenleben der Mühle schon erkennbar wiedererwacht. „Sie mahlt und klappert auch schon wieder“, schmunzelt die Chefin auf dem Hof.

Fließen die noch ausstehenden zugesagten Gelder vom Denkmalamt, hofft man in Stevern bis 2013 fertig zu sein. Dann soll das mächtige Bauwerk der Öffentlichkeit zugängig gemacht werden.

„Hier wären großartige Räume für Heimatvereine, Ausstellungen oder sonstige kulturelle Veranstaltungen möglich“, denkt man im Kreis der Steveraner. Sogar als Trauzimmer wäre eine Etage in der alten Mühle möglich.

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