Havixbeck
Kein gutes Signal aus Düsseldorf

Donnerstag, 02.06.2011, 15:06 Uhr

Havixbeck - Neues, wenn auch noch nichts Handfestes oder Positives hat die Elterninitiative zu melden, die sich für fünf erste Klassen in der Baumbergeschule einsetzt.

Zur Kenntnis genommen hat die Bezirksregierung in Münster den Wunsch der Eltern, gab aber die Auskunft, dass man zunächst über das Schulamt des Kreises Coesfeld eine schriftliche Stellungnahme der Schulleitung der Grundschule angefordert habe. Nach deren Eingang werde man sich wieder an die Elterninitiative wenden.

Wenig positiv klingt die Antwort des NRW-Ministeriums für Schule und Weiterbildung, die Dr. Ingo Gibmeier , Mitglied der Elterninitiative, auf eine Mail bekam, die er nach Düsseldorf geschrieben hatte. Das zuständige Fachreferat verweist auf die entsprechenden Verordnungen und wiederholt das, was den Eltern bereits bekannt ist:

Für die Bildung von Grundschulklassen sei eine Bandbreite von 18 bis 30 Schülern vorgesehen. Zwar wären bei 117 Kindern - laut Schulamt schwanke die Zahl der zukünftigen Erstklässler noch zwischen 112 und 117 - rechnerisch fünf Klassen möglich. Damit würde aber der „Klassenfrequenzrichtwert“, der für Grundschulen bei 24 Schülern pro Klasse liegt, unterschritten.

Diese Vorgaben gelten, so das Ministerium, auch für Klassen, in denen Schüler mit sonderpädagogischem Sonderbedarf unterrichtet werden. Für deren Betreuung gebe es sonderpädagogische Lehrkräfte.

Knackpunkt sei, so Düsseldorf, auch der Lehrerwochenstundenbedarf. Dieser steige mit der Zahl der Klassen, wohingegen die Zahl der Lehrer nach der Schülerzahl berechnet werde. Beim Ausfall von Lehrkräften gebe es damit „erhebliche Probleme bei der Sicherung der Unterrichtsversorgung“.

„Perspektivisches Ziel“ der neuen Landesregierung sei es, die bestmöglichen Bildungschancen für alle Kinder und Jugendlichen zu bieten. Dabei solle der Rückgang der Schülerzahlen zur Verbesserung der Unterrichtssituation genutzt werden. Eine Möglichkeit seien kleinere Lerngruppen, es gebe aber noch weitere (Ausbau des Ganztags, Verbesserung der inklusiven Beschulung). Zur Umsetzung seien aber noch keine konkreten Entscheidungen getroffen.

Das „perspektivische Ziel“ finden die Eltern gewiss auch gut, dass es in ihrem Fall jedoch (noch) nicht umgesetzt wird, aber nicht. Ingo Gibmeier hat in einer Antwort darauf hingewiesen, dass aus der Baumbergeschule sieben Klassen abgingen, aber nur fünf neue gegründet würden. Damit seien Unterrichtsstunden für zwei Klassen freigesetzt - das solle man nutzen. Er verweist zudem auf eine Verordnung, nach der „geringfügige Abweichungen“ vom Klassenfrequenzrichtwert 24 - bei fünf Klassen für 117 Schüler sei das mit 23,4 Kindern pro Klasse wohl der Fall - durch die Schulleitung zugelassen werden dürfen.

Yvonne Gibmeier, ebenfalls Initiativen-Mitglied, hat derweil den Test gemacht und 30 Kinder in einen Klassenraum gesteckt. „Das kann keiner verantworten.“

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