Kirchenkabarett mit Gisbert Wellerdiek
Immer wortgewandt und amüsant

Havixbeck -

Havixbeck hat einen vielversprechenden neuen Exportartikel: Diakon Gisbert Wellerdiek und sein Kirchenkabarett. Ein Diakon als Kabarettist? Die Antwort gaben die Menschen im Forum mit stehenden Ovationen: Ja!

Montag, 19.03.2012, 20:03 Uhr

Kirchenkabarett mit Gisbert Wellerdiek : Immer wortgewandt und amüsant
Kabarettist Gisbert Wellerdiek (2.v.r.) trat am Sonntagnachmittag mit seinem Team im Forum auf. Er nahm rund um die Pfarr- und Gotteshäuser alles aufs Korn. Foto: Dieter Klein

Havixbeck hat einen vielversprechenden neuen Exportartikel : Diakon Gisbert Wellerdiek und sein Kirchenkabarett . Dazu gehören auf der Bühne: Sabine Schwack , Sanna Gerling, Organist Matthias Schulte und Stephan Thiel. Ein Diakon als Kabarettist? Die Antwort gaben die Menschen im Forum mit stehenden Ovationen: Ja!

Ähnlich wie sein Kölner Amtsbruder Willibert Pauls, der mit seinen Karnevalsauftritten seit Jahren kirchliche Traditionen ad absurdum führt, geht auch Wellerdiek vor. Was im ersten Moment noch ausgesprochen ketzerisch klingt, ist im Grunde nichts anderes als ein Glaubensbekenntnis an seine Kirche.

Mal bissig, mal laut, mal leise nachdenklich, aber immer wortgewandt und amüsant, legt der Kirchenkabarettist – dessen frühere Predigten bei mancherlei Anlässen schon zu Diskussionen führten – seine Finger auf die allseits bekannten Probleme rund um die Pfarr- und Gotteshäuser.

„Wieso gibt es nur noch wenige Kirchenbesucher? Gibt es doch gar nicht. Die Kirchen sind nur zu groß!“ – „Warum gibt es zu wenig Pfarrer? Stimmt auch nicht! Es gibt nur zu viele Pfarreien!“ Also fusionieren!

Und daran dreht Wellerdiek weiter. Er spielt den bischöflichen Ansprechpartner in einem katholischen Call-Center: „Wenn Sie eine sakramentale Frage haben, drücken Sie bitte die Taste Eins! Wenn Sie eine größere Spende überweisen wollen, drücken Sie egal welche Taste!“

Noch bissiger behandelt der Kabarettist den Zölibat: „Die U-45-Pfarrer-Haushälterinnen sind gegen eine Abschaffung. Begründen dies mit: ‚Ein unehelicher Liebhaber ist aufregender als ein satter Ehemann!‘ Dagegen sind die U-85-Kardinäle in Rom für die Abschaffung: ‚Nicht für uns, sondern im Namen unserer Söhne.‘“

Zum Finale begibt sich Gisbert Wellerdiek in die Rolle eines Arztes, der ein altes, verhärmtes, mit vielerlei Beschwerden beladenes Mütterlein behandeln muss. Es ist Ekklesia, die Mutter Kirche. Sie leidet an Hartherzigkeit, Barmherzigkeitsflimmern und Pseudooffenherzigkeit. Doch der Kabarettist heilt sie von all ihren Leiden und führt sie als strahlende Braut vor.

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