Kammerchor singt kostbare Schätze des „alten“ Liedguts
Ausdrucksstarker Klang

Havixbeck -

Gemeinsames Singen liegt wieder im Trend der Zeit. Da gilt es auch kostbare Schätze des „alten“ Liedgutes in neuem Gewand mit Leben zu erfüllen. Dieser programmatische Ansatz des Kammerchores Havixbeck machte am Samstag das Konzert „Alte Weisen aus Volkes Schatz – Neuauflage (Remake)“ zu einem bewegenden Erlebnis.

Montag, 03.09.2012, 10:09 Uhr

Kammerchor singt kostbare Schätze des „alten“ Liedguts : Ausdrucksstarker Klang
Der Kammerchor Havixbeck zeigte sich von seiner besten stimmlichen Seite. Am Flügel begleitete der Pianist Clemens Rave die Sängerinnen und Sänger. Foto: Axel Engels

Gemeinsames Singen liegt wieder im Trend der Zeit, verbindet die Menschen über Generationsgrenzen hinweg. Da gilt es auch kostbare Schätze des „alten“ Liedgutes in neuem Gewand mit Leben zu erfüllen. Dieser programmatische Ansatz des Kammerchores Havixbeck unter der versierten Leitung von Martin Heinrichs machte am Samstag das Konzert „Alte Weisen aus Volkes Schatz – Neuauflage (Remake)“ im wunderbaren Ambiente des Konzertsaales von Haus Stapel für die ganz vielen Musikliebhaber zu einem bewegenden Erlebnis.

Mit viel Feingefühl waren Lieder ausgesucht worden, bei denen sicherlich jeder im Saal sein „Lieblingslied“ wiederfinden konnte. Aber dieses Konzert war keinesfalls populistisch zusammengestellt. Niveauvoll und mit feinster Gesangskultur gestaltete der Chor seine Partien, zeigte sich bei den oftmals modernen Sätzen von seiner besten stimmlichen Seite. Beste Intonation und Stimmgruppentrennung, farbenreicher Klang und sensibles Gestalten der lyrischen Melodiebögen bildeten dabei die stimmtechnische Grundlage, sodass sich der Chor ganz der Ausdruckskraft hinter dem reinen Notentext widmen konnte.

Dass dies in solch exquisiter Form gelingen konnte, lag sicherlich an der detailgenauen Vorarbeit und dem versierten Dirigat von Martin Heinrichs. Wenn der Chor „Wenn ich ein Vöglein wär“ oder „Geh aus mein Herz und suche Freud“ anstimmte, dann verband sich der ausdrucksstarke Chorklang mit den vielen Stimmen aus dem Saal. Bei Weisen wie „Nun ruhen alle Wälder“, „Der Mond ist aufgegangen“ und „Ade zur guten Nacht“ waren alle im Singen verbunden. Solch gemeinsames Empfinden bewegte ganz tief, ließ im sonnendurchfluteten Saal Raum und Zeit vergessen.

Aber dieses Konzert hielt noch weitere musikalische Glanzpunkte bester Liedkunst bereit. Der Pianist Clemens Rave hatte am exquisit aufgearbeiteten Knake-Flügel den Sängerinnen und Sängern einen wohl fundierten instrumentalen Boden bereitet, auf dem ihre Stimmen in allem Glanz erstrahlen konnten.

Für dieses Konzert war wiederum die Sopranistin Heike Hallaschka gewonnen worden, die sich in zwei großen Liederzyklen auf die pianistischen Künste von Clemens Rave verlassen konnte. Bei den „Acht Zigeunerliedern op. 103“ von Johannes Brahms zeigte sich ein inniger Dialog zwischen Heike Hallaschka und Clemens Rave. Sie offenbarten den ausdrucksstarken und temperamentvollen Inhalt der Lieder mit feinster Gesangskunst und jederzeit einfühlsamen Klavierspiel.

Bis ins kleinste Detail stimmte der musikalische Dialog dieser beiden Künstler. Sie gaben jedem Lied eine dem Charakter entsprechendes eigenes Gewand. Leidenschaft und spürbare Lebensfreude durchzog die „Zigeunermelodien op. 55“ von Antonin Dvorák als niveauvolles Beispiel romantischer Gesangskunst.

Mit diesem lyrisch inspirierten Konzert wurde dem Publikum ein besonderes musikalisches Präsent gemacht, das sicherlich einen festen Platz in den Herzen gefunden hat.

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