„Sense XI“ auf Haus Stapel
„Alteingesessene“ bieten Neues

Havixbeck -

Bereits um elften Mal veranstalten die kunstschaffenden Untermieter des Hauses Stapel eine Ausstellung mit eigenen Werken und Beiträgen von Gästen. „Sense XI“ überrascht dabei mit einigem Neuen.

Montag, 26.11.2012, 14:11 Uhr

„Sense XI“ auf Haus Stapel : „Alteingesessene“ bieten Neues
Luzia-Maria Derks hat einen ganzen Wald aus Weggeworfenem und Treibgut geschaffen. So kommt dem Müll der Gesellschaft dank der Kunst neues Leben und neuer Sinn zu. Foto: Dieter Klein

Wenn es auch eine andere Optik hat, künstlerisch betrachtet ist Haus Stapel so etwas wie das „ Montmartre des Münsterlandes“: Einige Künstler – wie Angelika Schlüter , Udo Achterholt und Herbert Schoppmann – leben und schaffen hier schon seit Jahrzehnten. Erfüllen das geschichtsträchtige Gemäuer Derer von Frentz mit Leben und Kultur.

Und einmal im Jahr laden die drei Künstler Freunde und Bekannte ein, gemeinsam mit ihnen eine Ausstellung unter dem Titel „ Sense “ zu veranstalten – in diesem Jahr mit der „XI“ dahinter, also zum elften Mal.

So zeigten am Wochenende neben den drei bereits erwähnten „Alteingesessenen“ auch Doris Kastner und Luzia-Maria Derks ihre Installationen. Doris Kastner hatte ein Werkstattfenster farbig illuminiert. Luzia-Maria Derks zeigte eine ungewöhnliche Sammlung von Wegwerf- und Treibgut, buntem Plastikmüll, wie Fahrrad-Reflektoren und Einwegfeuerzeugen, die sie zu einem springenden Reh in einem Wald voller Plastikbäume gestaltet hatte.

Die drei Stammmieter zeigen Neues: Udo Achterholt verblüfft mit themenfreien Ölfarben-Kompositionen auf Leinwand, teils in Schabetechnik mit Ausrissen alter Messtischblätter kollagiert. Dadurch entstehen interessante neuartige Bilder. Die ursprünglichen, technischen Zeichnungen lässt Achterholt daneben noch einmal vergrößert aufleben.

Auch Angelika Schlüter, die mit ihren ausdrucksstarken Miniaturen weiterhin für Bewunderung unter den Betrachtern sorgt, hat ihre feinen, kleinen Figürchen um von der Realität geprägte Wandbilder ergänzt. So zeigen Teile ihrer Neuschöpfungen nicht nur eingearbeitete, dünne Metallteile, sondern ist unter anderem auch eine weiß gedeckte Sammlung auf der Landstraße platt gefahrener Frösche zu sehen.

Und der Bohémien des Trios, der Kunstlehrer Herbert Schoppmann mit seinem Atelier in der alten Orangerie tief im Schlosspark, zeigt neben seinen farbstarken, großflächigen Werken auch sein Buch „Die Kunst ist im Keller“.

„Gott sei Dank nicht“, atmen sich die Besucher durch die feuchtneblige Luft. „Möge uns Haus Stapel mit seinen liebenswürdigen, kunstschaffenden Untermietern noch lange erhalten bleiben.“ So wie Montmartre, das ja auch noch lebt.

Am kommenden Samstag und Sonntag (1. und 2. Dezember) ist die Ausstellung jeweils von 11 bis 18 Uhr noch einmal geöffnet.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/1297020?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F104%2F162%2F697683%2F1781317%2F
1700 Schweine in Flammen verendet
Spurensuche nach dem Großbrand: 1700 Schweine in Flammen verendet
Nachrichten-Ticker