Zwei Schwestern prägten Baumberge-Schule mit
80 Jahre im Schuldienst

Havixbeck -

Zwei Schwestern, beide über 40 Jahre im Schuldienst, verabschieden sich zusammen aus dem Berufsleben: Hildegard Henrichmann und Elfriede Schulze Havixbeck.

Mittwoch, 17.07.2013, 19:07 Uhr

Zwei Schwestern , beide über 40 Jahre im Schuldienst , beide aus Münster, beide haben ihre Heimat in Havixbeck gefunden und beide verabschieden sich zusammen aus dem Berufsleben. Das war für Hildegard Henrichmann und Elfriede Schulze Havixbeck ein Grund zum Feiern. Und es wurde im Café Klute am Dienstagnachmittag richtig feierlich.

Aktive Kolleginnen und Kollegen, junge Referendare, Pensionäre und Weggefährten von der Grundschule Havixbeck hatten sich versammelt, um die beiden Lehrerinnen in die dritte Lebensphase zu verabschieden. Mit dabei: Pfarrer em. Albert Wöstmann, Pfarrer Siegfried Thesing und Schulleiter a. D. Hans-Heinrich Badengoth.

Schulleiterin Regina Sommer sprach in ihrer Laudatio von einer extrem hohen Belastbarkeit, Zuverlässigkeit, Höflichkeit und Loyalität, die die beiden Kolleginnen mit ihr schon 23 Jahre, aber insgesamt weit über 30 Jahre an der Havixbecker Grundschule an den Tag gelegt hätten.

„Der Abschied fällt mir nicht leicht. Ihr habt Generationen von Kindern nicht nur fundamentales Wissen vermittelt, sondern auch Grundlagen im täglichen Miteinander beigebracht“, so Regina Sommer.

Als Konrektor Hans Hankamp die Gitarre stimmte und alle beim Abschiedslied für „Hildegard und Ella“ mit einstimmten, da wurde es den beiden scheidenden Lehrerinnen doch bewusst, der Abschied ist gekommen.

Dass der berufliche Lebensweg die beiden Schwestern in Havixbeck zusammenführen sollte, war nicht geplant. Hildegard Henrichmann, geboren 1949, und ihre nur ein Jahr jüngere Schwester Elfriede, machten das Abitur am Annette-Gymnasium in Münster.

Zu unterschiedlichen Zeiten begannen sie an der ehemaligen Pädagogischen Hochschule (PH) in Münster ihre Studium für das Lehramt an Grund- und Hauptschulen. Es folgten der Referendardienst und der Einstieg in den Beruf.

Elfriede Schulze Havixbeck wurde 1972 an der Grundschule Legden im Kreis Borken eingesetzt. Es herrschte Lehrermangel und die Herausforderung war groß. „Als ich dort ankam, erwarteten mich 72 Erstklässler, die in zwei Klassen aufgeteilt wurden und die ich beide am Vormittag unterrichten durfte“, erzählt Elfriede Schulze Havixbeck aus ihren Anfängen als Junglehrerin.

Für Hildegard Henrichmann ging es 1972 nach Gelsenkirchen an eine Grundschule. „Die Klassen waren groß, über 30 Kinder, viele davon kamen aus dem Ausland, was für mich eine besondere Herausforderung bedeutete“, erzählte Hildegard Henrichmann über ihren Einstieg. Für sie wurde die Betreuung von Schülern mit Migrationshintergrund neben der Klassenführung eine besondere Aufgabe in all den Jahren an der Havixbecker Grundschule.

Rückblickend beurteilen beide Lehrerinnen die Abschaffung des Schulkindergartens als einen großen Fehler. Diese Einrichtung habe den Kindern einiges erleichtert. So manches Grundschulkind sei dort individuell gefördert worden.

Unisono lobten sie die schöne Havixbecker Grundschule mit ihrer Ausstattung: drei verschiedene Schulhöfe, ein eigenes Schwimmbad direkt am Schulgebäude und einen Park mit großer Rasenfläche. „Die große Turnhalle und das Sportzentrum waren ideal für den Unterricht“, sagte Elfriede Schulze Havixbeck, die als Fachleiterin Sport an der Grundschule Jahrzehnte die Bewegung gefördert hat.

Im sogenannten dritten Lebensabschnitt kümmern sich die beiden Lehrerinnen außer Dienst nun um ihre Enkelkinder. Fitte Omas seien beliebt und würden gerne in Anspruch genommen, sprechen beide aus Erfahrung.

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