Eltern sorgen sich um den Schlaf ihrer Kinder
Entsetzte Nachbarn: Im Sekunden-Takt donnert es

Hohenholte -

Mütter und Väter in Hohenholte trauten am Dienstagabend kurz vor halb zehn ihren Ohren nicht: Sie hörten plötzlich und lang anhaltend ein lautes Feuerwerk.

Mittwoch, 14.08.2013, 18:08 Uhr

Eltern in Hohenholte trauten am Dienstagabend kurz vor halb zehn ihren Ohren nicht: Sie hörten plötzlich und lang anhaltend ein lautes Feuerwerk. Zunächst, schrieb Oliver Meng noch in der Nacht in einer Mail an die Gemeindeverwaltung Havixbeck, habe er diese massive Ruhestörung als Kinder-Scherz einsortiert. Doch nachdem der Lärm nicht aufhörte, machte sich der Vater auf die Suche nach dem Verursacher – das vor allem auch deshalb, weil seine beiden Kinder „durch den Lärm wieder wach geworden waren und nicht wieder in den Schlaf kamen“.

Meng folgte dem Krach und traf schließlich am Ortsausgang Richtung Mönkebrede auf andere Mütter und Väter. „Gemeinsam machten wir uns mit mehreren Autos auf die Suche nach dem Verursacher der Ruhestörung. Auf dem Hof Große Wahlert wurden wir fündig.“

Dort fragten die Eltern nach einem Verantwortlichen. Es habe keine Auskunft gegeben, „stattdessen wurde ich angepöbelt und von einer Person auf die Seite geschubst“, weil er habe Fotos machen wollen. Eltern hätten auch die 110 gewählt, „dort erreichten wir jedoch nur die Polizei Münster, die sich für nicht zuständig erklärte“. Irgendwann habe dann jemand behauptet, dass das Abfeuern bis 23.15 Uhr genehmigt worden sei. Die Eltern konnten es nicht glauben.

Wieder zu Hause angekommen, schrieb Oliver Meng sofort eine Mail ans Ordnungsamt der Gemeinde Havixbeck, die auch diesen Satz enthält: „Im Zwei-Sekunden-Takt donnern auch jetzt noch Kanonenschläge, so dass bei uns im Ort die Fenster mit jeder Explosion wackeln.“

Ein Anruf am Mittwochmorgen im Ordnungsamt brachte Klarheit: Ein Fachmann war am späten Abend am Werk gewesen. „Ein staatlich geprüfter Pyrotechniker hat nach dem Sprengstoffgesetz die Erlaubnis, außerhalb von Silvester Feuerwerk abzufeuern, wenn er das der zuständigen Behörde rechtzeitig anzeigt.“ Und das sei geschehen, sagte gegenüber unserer Zeitung Ulrike Overmeyer vom Ordnungsamt. Der Pyrotechniker habe beantragt, „neue Ware zu sichten“. Die gute Nachricht: Die Genehmigung galt nur für Dienstagabend.

„Warum hat die Gemeinde uns nicht im Vorfeld informiert?“, fragte am Morgen danach Oliver Meng. Und auch das merkte er an: „Wieso muss ein Pyrotechniker aus Nottuln ausgerechnet auf Havixbecker Gemeindegebiet testen?“

Er stimme zu, dass eine solche neue Technik geprüft werden muss. „Jedoch gibt es hier ausreichend Stellen“, Meng nennt etwa Steinbrüche und Kiesgruben, „die hierfür deutlich geeigneter gewesen wären.

Reinhard Große Wahlert, auf dessen Hof das Spektakel stattfand, betonte am Mittwochnachmittag im Gespräch mit den Westfälischen Nachrichten: „Ich bedauere es, wenn sich jemand gestört gefühlt hat. Das war nicht beabsichtigt. Einige Eltern haben sich aber auch uns gegenüber nicht ganz korrekt verhalten.“

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