Premiere des Törchens
Rosen für das großartige Ensemble

Havixbeck -

In Havixbeck sorgt Friedrich Dürrenmatts „Der Besuch der alten Dame“ für Aufsehen. Ungewöhnlich im dramaturgischen Geschehen: die alte Dame wird von den Darstellern am Bahnhof Havixbeck abgeholt und zur Aufführung in eine zur Bühne umfunktionierte Halle des Furnierwerks Wehmeyer gebracht. Im Tross mit dabei: das Blasorchester, der Männergesangverein und nicht zuletzt das Publikum.

Montag, 23.09.2013, 20:09 Uhr

Vorweg: Das Premieren-Publikum war am Ende völlig „aus dem Häuschen“. Der Beifall dauerte minutenlang. Begeisterte Theaterfans schenkten dem Ensemble Rosen. Eine Besucherin schüttelte fassungslos den Kopf: „Ich kenne das Stück von großen Bühnen und vom Film, aber so erschüttert, so mitgenommen hat mich das noch nie. Toll, dass in Havixbeck so großartige Schauspieler wohnen.“

Der Inhalt des Dramas: Claire Zachanassian, eine durch acht Ehen immens reich gewordene Milliardärin, besucht ihre einstiges Heimatdorf Güllen, in diesem Fall Havixbeck. Sie kehrt zurück, weil sie hier als junges, mittelloses Mädchen geschwängert, verhöhnt und verjagt worden war.

Mit Hilfe falscher Zeugen kam der Mann, der sie einst missbraucht hatte, der Kaufmann Alfred Ill, ohne Probleme frei. Der hat inzwischen geheiratet und zwei erwachsene Kinder.

Claire Zachanassian will Rache. Und wie unerbittlich sie dabei vorgeht, beweisen ihre Begleiter. Den Richter von damals hat sie „gekauft“ und zur Marionette degradiert. Die beiden falschen Zeugen ließ sie blenden und kastrieren.

Bei ihrer Ankunft verspricht sie dem Dorf eine Milliarde Euro. Einzige Bedingung: Alfred Ill, ihr Schänder, muss sterben. Erwartungsgemäß reagieren die Menschen empört. Heimlich aber hofft jedermann, dass der Kaufmann irgendwie doch zu Tode kommt.

„Der Besuch der alten Dame“

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    Foto: Dieter Klein
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Im Rathaus wird ein neues Bürogebäude für die Verwaltung geplant. Die Bürger gehen immer häufiger auf Einkaufstour, legen sich Stereo-Anlagen zu, tragen neue Schuhe, wenden sich kostspieligen Spirituosen und sündhaft teurer Mode zu. Selbst im Hause Ill hängt plötzlich ein (unbezahlter) Pelz für Hausfrau Mathilde. Und Ills Kinder leisten sich gar ein neues Auto – auch auf Pump. Denn schließlich wird Ill ja wohl demnächst sterben, hoffen sie.

Der aber versucht zunächst zu fliehen. Er will nach Australien auswandern. Weit weg vom Geschehen, das sich bedrohlich um ihn aufbaut. Vergeblich. Die Spießer halten ihn fest.

Die „Spießer“ – vom Pfarrer bis zum Polizisten – drehen längst an einem grausamen Roulette von Gier und Falschheit. Großartig in Szene gesetzt durch Regisseur Manfred Molitor , Susanne Westhoff als Bürgermeisterin, Jakob Sawatzky (Lehrer, Gatte, Eunuche), Erwin Woltering (Pfarrer, Kunde und Eunuche) und Werner Bußmann (Polizist, Butler und Kunde). Nicht zuletzt Hannelore Roters als Claire Zachanassian neben Wilfried Brüggemann als Kaufmann Ill in den ebenso eindrucksvollen wie erschütternden Hauptrollen.

Ja, selbst die vermeintlichen Nebenrollen mit Helena Schmitz bei der Premiere und Christine Greiff am Sonntag als Ills Ehefrau sowie Louise Lejeune und Justus Thoms als dessen Kinder, sind bestens besetzt. Bleibt noch die Licht- und Tontechnik, die bei Til Brüggemann in bewährten Händen war.

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„Das Törchen“ zeigt das Stück nochmals am Freitag und Samstag (27. und 28. September). Die Aufführung beginnt jeweils um 19.15 Uhr am Bahnhof Havixbeck.

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