Schnuppertag des Imkervereins
Großes Interesse an kleinen Tieren

Havixbeck -

Damit hatten die Organisatoren wohl selbst am wenigsten gerechnet: Am Schnuppertag des Imkervereins Havixbeck und Umgebung kamen unerwartet viele Teilnehmer. Sie ließen sich von Werner Gerdes und Klaus Lülff in die Geheimnisse der Imkerei einführen.

Sonntag, 09.03.2014, 21:03 Uhr

Fast schon erschrocken registrierte Imker Werner Gerdes am Samstagmorgen das große Interesse am Schnuppertag zur Bienenhaltung. Gut drei Dutzend Zuhörerinnen und Zuhörer, vom Schüler bis zum Rentner, hatten sich im Altenberger Heimathaus „Kittchen“ versammelt, um an dem Anfängerkurs des Imkervereins Havixbeck und Umgebung teilzunehmen. Gerdes schmunzelte: „Sollten Sie alle anfangen, Bienen zu züchten, kriegen wir Probleme.“ Aber tatsächlich freute er sich natürlich über das große Interesse, sollte der Schnuppertag doch dem Rückgang an Imkern entgegenwirken.

Der Havixbecker Experte informierte: „Drei bis fünf Völker genügen zum Einstieg, der vor allem zeitaufwendig und in den Anfängen auch kostspielig ist.“ Dann präsentierte der Vorsitzende des Imkervereins, assistiert von seinem Stellvertreter Klaus Lülff , den Teilnehmern die notwendigen Utensilien zur Haltung von Bienenvölkern.

Fotos von mit Bienen bedeckten Menschen kritisierte er: „Das ist Quatsch. Da streichen sich Versuchspersonen mit Honigwasser ein, wohlwissend, dass die Bienen sie dann nur abschlecken und nicht stechen.“ Tatsächlich aber können Bienenstiche – auch bei größter Sorgfalt – vorkommen. Hier riet der Imker: „Ziehen Sie den Stachel möglichst schnell mit der Fingernagelspitze seitlich raus. Nicht drücken, das treibt das Gift noch tiefer in die Haut.“

Gerdes mahnte aber auch: „Bienen zu züchten, ist zeitaufwendig und teils auch schwere körperliche Arbeit. Und muss nicht immer finanziell günstig verlaufen. Selbst wenn ein Bienenvolk rund 20 Kilo Honig abliefert, was dem Imker im Moment 5 Euro pro Kilo einbringt, kann es sein, dass ein Hobby-Imker mit zu vielen Völkern erst einmal auf seinem Honig sitzenbleibt.“

Und dann hatte Gerdes noch ein paar „Bienen-Geheimnisse“ parat: Im Frühsommer wächst ein Volk auf bis zu 50 000 „bienenfleißige“ Pollen- und Nektarsammlerinnen an. Und dieses Sammeln geht äußerst effektiv zu. Hat eine Biene eine ertragreiche Quelle, wie etwa ein blühendes Rapsfeld, entdeckt, „tanzt“ sie im Stock so lange auf einer Wabe, bis ihr die anderen Bienen zu dem Feld folgen. So schafft es ein Volk, an einem einzigen Tag bis zu 30 Millionen Blüten zu besuchen und so zu bestäuben. Ihre Königin sitzt derweil im untersten Teil der „Unterkunft“ und legt Eier für den Nachwuchs. Mit Tipp-Ex oder Permanent-Schreibern malen gute Imker ihren besten Königinnen Kennzeichen auf den Rücken, um sie wiederzuerkennen. Sie könnten ja mal ausschwärmen . . . 

Und dann riet Werner Gedes: „Wenn Sie mehr wissen wollen, informieren Sie sich bei uns Fachleuten. Wir helfen Ihnen gerne. Bienen zu halten heißt, die spannende Natur vor der eigenen Haustür zu erleben.“

Bienen zu halten heißt, die spannende Natur vor der eigenen Haustür zu erleben.

Imker Werner Gerdes
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