Yette Monse im WN-Interview
Zu jung kann man gar nicht sein

Havixbeck -

Die Menschen werden immer älter und müssen zusehen, dass sie ihre Rechte in der Gesellschaft vertreten. In Havixbeck gibt es seit 2006 einen Seniorenbeirat.

Freitag, 14.03.2014, 22:03 Uhr

Im Jahr 2006 wurde zum ersten Mal in Havixbeck ein Seniorenbeirat gewählt. Seit der Zeit steht Yette Monse an der Spitze des Beirats, der aus sieben Mitgliedern plus sieben Stellvertretern besteht. Die dritte Wahlperiode steht an. In der Zeit vom 10. bis 23. Juni kann im Rathaus der neue Seniorenbeirat gewählt werden. Yette Monse blickt im WN-Interview zurück, aber vor allem in die Zukunft des Beirats, der für immer mehr ältere Menschen im Ort sehr wichtig sein kann. Im Gespräch mit WN-Redakteur Klaus de Carné ging sie auf zahlreiche Details ein.

Wie alt muss man sein, um im Seniorenbeirat mitwirken zu können?

Yette Monse: Jeder, der die 60 überschritten hat, kann dabei sein. In dem Alter ist man auch überhaupt nicht zu jung für diese ehrenamtliche Arbeit. Ich wünschte mir noch mehr Mitmacher in der Altersgruppe. Und vor allem auch mehr Frauen. Die Mischung könnte nach der Wahl optimaler werden. Nichts gegen die Männer. Wichtig wäre mir auch, dass wir Mitmacher aus allen Bevölkerungsschichten dabei hätten.

Wie sieht die Arbeit konkret aus?

Yette Monse: Wir sind in den verschiedenen Ausschüssen des Gemeinderats vertreten und tragen dort unsere Anliegen vor. Jeweils eine Person von uns nimmt an den Sitzungen teil. Außerdem treffen wird uns rund sechs Mal im Jahr und überlegen, was wir anpacken möchten. Da wir nur ein Kreis von 14 Personen sind und keine Mitglieder wie ein Verein haben, sind wir auch auf die Mitwirkung und Anfragen aus der Bevölkerung angewiesen.

Werden denn Anfragen an Sie herangetragen?

Yette Monse: Auf jeden Fall. Und vor allem aus allen Richtungen. Sehen Sie, in den 1970er-Jahren ist Havixbeck durch das Baugebiet Flothfeld stark gewachsen. Dort wohnen heute viele Menschen in ihren Häusern alleine und suchen nach Lösungen wie es im hohen Alter weitergeht. Da haben wir uns auch im Bauausschuss mit eingebracht. Das Programm „Neuer Wind für alte Siedlungen“ hat uns sehr interessiert. Fragen rund ums Altenheim und dem Betreuten Wohnen werden an uns herangetragen.

Ältere Menschen sind heute doch mobiler als früher?

Yette Monse: Das ist überhaupt ein großes Themenfeld, welches wir ständig beackern müssen. Ganz aktuell: Es gibt im Ort kein offizielles Taxi mehr, das 24 Stunden im Einsatz sein kann, weil es sich anscheinend nicht mehr lohnt. Möchte man abends oder am Wochenende abgeholt werden, geht das nicht mehr. Die Leute kommen mit der Bahn in Havixbeck an und kein Bus ist zur Stelle. Dies habe ich und auch andere schon oft erlebt. Zug, Bus und Taxi sind wichtige Fortbewegungsmittel für Menschen, die kein eigenes Auto mehr haben, aber trotzdem Besuche und Reisen unternehmen wollen. Wir sind bemüht wieder ein 24-Stunden-Taxi hier in den Ort zu holen.

Das Thema Wohnmobil ist aber nichts mehr für ihre Altersklasse?

Yette Monse: Aber sicher. Ich selber habe ein kleines Wohnmobil und keinen Pkw mehr. Da fahre ich doch mit meinen 76 Jahren noch gerne in der Gegend herum. Das Bett immer dabei. Sehr gemütlich. Wohnmobile sind ein Thema für Menschen im dritten Lebensabschnitt. Schade, dass die Umsetzung des Wohnmobilstellplatzes am Hangwerfeld noch nicht über die Bühne gegangen ist. Das wäre für Havixbeck ein idealer Standort. Gleich neben einem Supermarkt und fußläufig in die Dorfmitte sowie zum Freibad und anderen öffentlichen Einrichtungen. Besser geht es doch nicht. Solche Dinge brauchen in Havixbeck immer mehr Fürsprecher, sonst läuft es meistens nicht.

Welche Projekte konnten Sie noch durchsetzen?

Yette Monse: Die rote Bücher-Telefonzelle auf dem Platz vor den Märkten läuft seit zwei Jahren sehr gut. Diese wird von Benutzern selber in Ordnung gehalten, da müssen wir kaum etwas tun. Die Barrierefreiheit im Ortskern haben wir verbessert, aber leider wurde längst noch nicht alles umgesetzt was im Jahr 2010 erarbeitet wurde.

Halten Sie den Kontakt zur Jugend?

Yette Monse: Wir suchen immer den Kontakt mit jungen Menschen. Den Jugendbeirat gibt es ja nicht mehr. Und dennoch ist uns der Austausch mit der jungen Generation wichtig, weil wir uns nicht davon abtrennen, sondern gemeinsam etwas bewirken wollen.

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