Havixbecker hat Berufung vor dem Landgericht eingelegt
Schlag auf die Nase

Havixbeck/Appelhülsen/Münster -

Wegen einer Vorgeschichte war mit den beiden 43 und 47 Jahre alten Männern nicht gut „Kirschenessen“. Beide hatten dem Alkohol schon gut zugesprochen, als sie im September 2012 zunächst in einer Gaststätte in Appelhülsen und danach zu vorgerückter Stunde in einer Diskothek „wieder“ aufeinander trafen.

Freitag, 06.06.2014, 18:06 Uhr

Weil der 43-Jährige aus Havixbeck mutmaßlich noch eine Rechnung mit dem späteren Opfer aus Appelhülsen offen hatte, schlug er dem 47-Jährigen mit der Faust ins Gesicht, was eine Nasenbeinfraktur und eine Prellung am rechten Augenbogen zur Folge hatte. Diese Art der Abrechnung kam dem 43-Jährigen teuer zu stehen. Das Amtsgericht Coesfeld wertete die Tat als vorsätzliche Körperverletzung und verurteilte den Angeklagten zu einer Geldstrafe von 3600 Euro.

Zu Unrecht, meinte der Angeklagte nach dem Urteil, und legte gegen den Straffolgenausspruch Berufung mit dem Ziel eines Freispruchs ein. So, wie die Tat in erster Instanz festgestellt wurde, wird sie in Abrede gestellt, sagte der Verteidiger vor dem Landgericht Münster. Brastig sei er auf den Mann wohl gewesen. Und wahrscheinlich habe er ihn schräg angesehen, ergänzte der Angeklagte. War er es auch, der zugeschlagen hatte?

Zur Klärung dieser Frage konnte der Geschädigte selbst nicht beitragen. Er konnte sich an den Täter nicht erinnern. Aber eine Vorahnung hatte er schon. „Der Angeklagte hatte mir in der Gaststätte Blicke zugeworfen. Da habe ich gedacht, gleich gibt es Theater.“

Als er nach dem Ortswechsel in der Disco vom Tresen aufgestanden sei, habe er sofort einen Schlag bekommen, berichtete er. Das habe er schon lange verdient, soll sinngemäß noch jemand gesagt haben. Seine gebrochene Nase richtete sich der Mann noch selbst. Erst am Folgetag begab er sich in Behandlung.

Vor dem Landgericht konnte die Vielzahl der vernommenen Zeugen das Tatgeschehen weder bestätigen noch dementieren.

Aber der Paukenschlag ließ nicht lange auf sich warten: Der Angeklagte habe dem Geschädigten von hinten auf die Nase geschlagen, sagte der 23-jährige Hauptbelastungs- und Augenzeuge. Mit ihm steht oder fällt alles. Zufällig begegnete er dem Geschädigten und sprach ihn auf den Vorfall an. Damit brachte er die Lawine ins Rollen. Für den Verteidiger ist der Zeuge nicht unumstritten. Den Vorwurf einer Gefälligkeitsaussage sowie andere Vorwürfe wies der 23-Jährige zurück. Druck will er von keiner Seite bekommen haben. Keinem der beiden wolle er etwas Böses.

Am ersten Verhandlungstag trugen nun die Vernehmungen der Zeugen nicht zur endgültigen Klärung dieser für den Ausgang der Berufung entscheidenden Frage bei. Die Verhandlung wurde daher auf den 25. Juni vertagt. Das Gericht beschloss auf einen Beweisantrag der Verteidigung, weitere Zeugen zu laden und anzuhören.

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