Imkerverein informiert
„Man kann klein anfangen“

Havixbeck -

Den Bienen geht es nicht gut. Deshalb werden die Imker aktiv. Zum Thema „Blühendes Band durch unser Land – Initiative für eine insektenfreundliche, blütenreiche und gentechnikfreie Landschaftsgestaltung“ referierte Ulrike Rohlmann in Havixbeck.

Montag, 23.02.2015, 19:02 Uhr

Eine neue Lautsprecheranlage hat der Imkerverein Havixbeck und Umgebung von der Sparkasse gesponsort bekommen. Filialdirektor Carsten Fischer – hier mit Vorsitzendem Werner Gerdes – konnte sie selbst ausprobieren.
Eine neue Lautsprecheranlage hat der Imkerverein Havixbeck und Umgebung von der Sparkasse gesponsort bekommen. Filialdirektor Carsten Fischer – hier mit Vorsitzendem Werner Gerdes – konnte sie selbst ausprobieren. Foto: Marita Strothe

Zahlreiche Besucher hatten sich am Samstagnachmittag vom Thema „Blühendes Band durch unser Land – Initiative für eine insektenfreundliche, blütenreiche und gentechnikfreie Landschaftsgestaltung “ angesprochen gefühlt, zu dem der Imkerverein Havixbeck und Umgebung ins Landgasthaus Overwaul eingeladen hatte. Rund 70 Besucher konnte der Vorsitzende Werner Gerdes zum Vortrag von Ulrike Rohlmann willkommen heißen.

Zu Beginn bedankte sich Gerdes bei Filialdirektor Carsten Fischer, der sich persönlich davon überzeugte, wie gut die neu angeschaffte Lautsprecheranlage, deren Kauf die Sparkasse gesponsert hatte, funktionierte. Da konnten die Gäste dann auch ganz hinten im Saal problemlos den Vortrag von Ulrike Rohlmann verfolgen.

Sie und ihr Mann Gregor sind Obleute beim Landesverband Westfälischer und Lippischer Imker zuständig für Bienenweide, Umwelt- und Naturschutz. Vor zwei Jahren sei die Initiative „Blühendes Band durch unser Land“ gestartet, berichtete sie und betonte, dass diese nicht nur für Honigbienen, sondern für alle wildbestäubenden Insekten wichtig sei.

Die Referentin hatte Studien mitgebracht, die belegten, dass die gravierend veränderten Lebensbedingungen für Biene, Hummel und Co. zu kranken, vergifteten und hungernden Tieren geführt haben – und das selbst im Sommer.

Etwa 80 Prozent der heimischen Blühpflanzen sind auf Fremdbestäubung angewiesen. Aber damit diese komplexe Bestäubungsleistung erbracht werden kann, brauchen die Tiere vor allem Nahrung. Verschiedene Studien haben gezeigt, dass die Honigbienen am effektivsten gemeinsam mit Wildbienen arbeiten. Da Schmetterlinge, Hummeln und andere Wildbienen oft nur wenig bis gar keine Futtervorräte anlegen, benötigen gerade diese Blütenbesucher einen permanenten Pollen- und Nektarstrom von Blühpflanzen. Durch das Intensivieren der Landwirtschaft, blüht allerdings immer weniger in Feld und Flur, wie Rohlmann mit Bildern deutlich machte.

„Wir wollen die Kulturlandschaft verändern“, erklärte die Referentin, „mit der Landwirtschaft als Partner“. Beispiele hatte sie auch von Kommunen mitgebracht, die klar machten: „Öffentliches Bunt ist schöner als öffentliches Grün – und kostengünstiger.“

Als Blühflächen eignen sich außer landwirtschaftlichen Flächen auch sämtliche öffentlichen Flächen wie Straßenränder, Verkehrsinseln, öffentliche Grün- und Parkanlagen, Friedhöfe, Spielplätze, selbst kleinste Blühstreifen an Gebäuden, oder als blühende Begleitung am Wegesrand. „Selbst kleine Topfpflanzen in der Stadtwohnung“, so Rohlmann, könnten einen Beitrag für die Insekten leisten. „Man kann klein anfangen, das haben wir auch gemacht.“

Wichtig für eine natürliche heimische Umwelt sei, bereits bei der Anlage von Blühflächen gebietseigene, nachhaltige Mischungen einzusetzen und nicht gut gemeinte „Psychotope“ mit gebietsfremden bunten Blumenmischungen zu schaffen. Nur auf diesem Weg lasse sich die Artenvielfalt dauerhaft sichern. Empfehlungen gab die Referentin auch zu heimischen Stauden und Gehölzen.

Und damit es gleich losgehen kann, hatte Ulrike Rohlmann für die Besucher unter anderem kostenlose Probepackungen mit gebietseigenen Mischungen von Wildblumen und Kräutern mitgebracht.

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