Osterfriedensgang
„Krieg ist wieder probates Mittel“

Havixbeck -

Die Kriege in der Ukraine und in Syrien standen im Mittelpunkt des Osterfriedensgangs zur Bruder-Klaus-Kapelle.

Mittwoch, 08.04.2015, 06:04 Uhr

Jutta Bergmoser (stehend) begrüßte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Friedensgangs zur Bruder-Klaus-Kapelle. Neben ihr
Jutta Bergmoser (stehend) begrüßte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Friedensgangs zur Bruder-Klaus-Kapelle. Neben ihr Foto: Maxi Krähling

Mit wehenden Fahnen hinauf zur Bruder-Klaus-Kapelle. Der traditionelle Friedensgang am Ostermontag setzte in diesem Jahr ein Zeichen gegen die Kämpfe in der Ukraine und in Syrien . Gut 40 Havixbecker und Nottulner waren der Einladung der Initiatoren von Bündnis 90/ Die Grünen , dem Friedenskreis der Anne-Frank-Gesamtschule Havixbeck sowie der Friedensinitiative Nottuln gefolgt und zum Treffpunkt auf den Baumberg gewandert.

Zum Friedensgang waren auch Flüchtlinge aus den Krisengebieten eingeladen, allerdings waren nur zwei Personen gekommen. „Die Erfahrung zeigt, dass die Teilnahme an solchen Friedensaktionen bei den Flüchtlingen mit sehr vielen Ängsten verbunden ist. Sie haben Angst vor Spitzeln“, erklärte Initiatorin Jutta Bergmoser von den Grünen. Immerhin waren Hassan Hussein und Kassem Alwes der Einladung gefolgt. Hussein lebt bereits seit 20 Jahren in Havixbeck, Alwes ist erst vor einigen Monaten aus Syrien nach Deutschland gekommen.

„Vor vier Jahren sind die ersten Menschen in Syrien für Freiheit und Frieden aufgestanden. Bis heute wurden über 200 000 Menschen umgebracht, nur weil sie sich für die Freiheit einsetzen“, erzählte Hassan Hussein. Er wünscht sich, dass in den Köpfen der Deutschen islamische Länder nicht automatisch mit Terror in Verbindung gesetzt werden. „Im Arabischen begrüßt man sich mit ‚as-salāmu ʿalaikum’, was einfach nur Frieden bedeutet“, so Hussein.

Das Zusammentreffen an der Bruder-Klaus-Kapelle nutzten auch andere Teilnehmerinnen und Teilnehmer, um ihre Gedanken und Gefühle zum Thema auszudrücken. So ergriff Robert Hülsbusch von der Friedensinitiative Nottuln das Wort. „Krieg ist wieder ein probates Mittel der Politik geworden. Deshalb greifen wir einen Appell von über 60 deutschen Persönlichkeiten auf, die eindringlich vor einem Krieg mit Russland warnen und eine neue Entspannungspolitik für Europa fordern.“ Über 300 Menschen hätten diesen Appell in Nottuln bereits unterschrieben, teilte Hülsbusch mit. Die Teilnehmer des Friedensgangs kamen diesem Vorbild nach.

Nach diesem Austausch blieb Zeit für ein Picknick und Gespräche im kleinen Kreis. Außerdem stand eine Leinwand bereit, auf die jeder seine Friedensvision malen konnte.

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