Droste-Tage: Konzert zum Finale
Ein prägender Konzertabend

Havixbeck -

Das war ein wunderbaren, ein großer Konzertabend, der, so Dr. Jochen Grywatsch, „Burg Hülshoff als ein literarisches Zentrum im Münsterland prägen soll“.

Dienstag, 11.08.2015, 09:08 Uhr

Der Komponist Matthias Bonitz sowie die Musikerinnen Zoë Knoop, Farida Rustamova und Franziska Rees ließen auf wunderbare Weise
Der Komponist Matthias Bonitz sowie die Musikerinnen Zoë Knoop, Farida Rustamova und Franziska Rees ließen auf wunderbare Weise Foto: Dieter Klein

Die laue Luft, die warme Stille, der leicht neblige Lufthauch über dem Wasser – und dazu die Musik: Eine traumhaft schöne musikalische Reise boten die Akteure ihrem Publikum beim „Hülshoffer Sommerkonzert“ als Abschluss der Droste-Tage am Sonntagabend.

Die Aserbaidschanerin Farida Rustamova (Violine), die Niederländerin Zoë Knoop (Harfe), die gebürtige Berlinerin und Cellistin Franziska Rees sowie die Mezzosopranistin Rebecca Blanz zeigten musikalisches respektive gesangliches Können. Die vier jungen Musikerinnen agierten leidenschaftlich und zugleich zurückhaltend, ja leise und sanft. Jener Annette von Droste-Hülshoff gleichend, die in ihrer Jugend, zu Anfang des 19. Jahrhunderts, nur im Wort, im Gedicht, den Ausweg aus gesellschaftlich verpflichtenden adligen Zwänge finden konnte.

„Mondesaufgang“ stand über diesem Konzert- und Themenabend, den die Stiftung als Veranstalter gewählt hatte. Im Mittelpunkt dabei Annette von Droste-Hülshoffs lyrische Dichtung „Mondesaufgang“, geschrieben 1844, die der Komponist Matthias Bonitz vertont hatte und am Sonntagabend in einer Uraufführung dem versierten Publikum darbrachte. Musik, die bewegte. Worte, die einen still werden ließen: „An des Balkones Gitter lehnte ich. Und wartete, du mildes Licht, auf dich. Hoch über mir, gleich trübem Eiskrystalle, zerschmolzen, schwamm des Firmamentes Halle . Der See verschimmerte in leisem Dehnen. – Zerflossene Perlen oder Wolkenthränen? – Es rieselte, es dämmerte um mich. Ich warte, du mildes Licht, auf dich!“

Vivaldis „Sommer“ aus den „Vier Jahreszeiten“ konnte kaum gegensätzlicher sein, Bruno Coulais „ Vois sur ton Chemin“ aus „Die Kinder des Monsieur Mathieu“ kaum verspielter und Hans Arps vertonter „Mondsand“ kaum weniger romantisch. Die Zuhörer lauschten großen Worte und zarten sowie zugleich starken Melodien.

Das war ein wunderbarer, ein großer Konzertabend , der, so Dr. Jochen Grywatsch, „Burg Hülshoff als ein literarisches Zentrum im Münsterland prägen soll“.

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