Geschichtswettbewerb an der AFG
„Hoffnung in der Angst“

Havixbeck -

„Hoffnung in der Angst – auf der Suche nach einem neuen Zuhause“ heißt die Geschichte von Janina Kock. Die 16-jährige Havixbeckerin besucht die Anne-Frank-Gesamtschule und nahm mit dieser Geschichte am Geschichtswettbewerb des Deutschen Bundespräsidenten teil.

Donnerstag, 29.10.2015, 17:10 Uhr

Janina Kock schrieb für den Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten eine Kurzgeschichte.
Janina Kock schrieb für den Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten eine Kurzgeschichte. Foto: AFG

Aktueller kann ein Text nicht sein – eine Kurzgeschichte, die nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges spielt und doch die momentane Situation beleuchtet. Mehrere Tausend Flüchtlinge kommen zurzeit nach Deutschland, auch nach Havixbeck . Die Menschen werden willkommen geheißen, aber ihnen wird auch mit Skepsis begegnet.

„Hoffnung in der Angst – auf der Suche nach einem neuen Zuhause“ heißt die Geschichte von Janina Kock . Die 16-jährige Havixbeckerin besucht die Anne-Frank-Gesamtschule und nahm mit dieser Geschichte am Geschichtswettbewerb des Deutschen Bundespräsidenten teil. Erzählt wird die Geschichte eines protestantischen Mädchens, das nach dem Zweiten Weltkrieg mit ihrer Mutter aus Polen fliehen musste und im Münsterland eine neue Heimat suchte. Endlich angekommen, wird sie von einer Gemeinde mit überwiegend katholischen Einwohnern aufgenommen – oder besser nicht aufgenommen.

„Für mich war es beeindruckend, herauszufinden, wie die Menschen sich gefühlt haben mussten, als sie nach dem Zweiten Weltkrieg flohen, kein Zuhause mehr hatten, auf ihrer Flucht dem Tod knapp entronnen sind“, erklärt Janina Kock. „Und dann, als sie endlich in Sicherheit waren, erfuhren sie auch Ablehnung und Hass. Sie wurden oft ausgestoßen – weil sie Flüchtlinge waren und weil sie der ‚falschen‘ Kirche angehörten, weil sie im katholischen Münsterland evangelische Christen waren.“ Parallelen zur heutigen Situation seien erkennbar, meint Janina Kock.

Die AFG-Schülerin entfaltet eine berührende Geschichte, die in einem fiktiven Dorf im Münsterland spielt. Sie zeigt auf, wie schwierig es war, in der neuen Heimat als Außenseiterin in doppelter Hinsicht Fuß zu fassen. Ausführlich recherchierte Janina Kock die Geschichte der Flucht nach Kriegsende und vor allem die Geschichte der evangelischen Christen im Münsterland in den 1940er- und 1950er-Jahren.

Zusätzlich führte sie Interviews und Gespräche mit den evangelischen Pfarrern Manfred Stübecke aus Nottuln und Dr. Oliver Kösters aus Havixbeck. Sie sprach mit Professor Dr. Wolfgang Köhnlein sowie Friedel und Horst Würdemann über deren Erlebnisse als evangelische Christen im Münsterland. Janinas Großmutter Elke Krumschmidt erzählte die dramatische Geschichte ihrer Flucht.

„Das gesamte Material habe ich dann benutzt, um eine möglichst nah an der Realität liegende Geschichte zu schreiben. Sie beruht also auf wirklichen Tatsachen“, so Janina Kock Das Mädchen, dessen Name und Geschichte seien erfunden. „Aber“, so Janina Kock, „es gab das gefrorene Haff, über das viele Flüchtlingstrecks zogen und wo viele ums Leben kamen, natürlich wirklich. Und die Protestanten hier wurden in der Nachkriegszeit auch tatsächlich als Nachmittagsbeschäftigung von den Katholiken ‚verkloppt‘.“

Zum Thema

Die Kurzgeschichte „Hoffnung in der Angst – auf der Suche nach einem neuen Zuhause“ von Janina Kock kann auf der Internetseite der AFG gelesen werden. 

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