„Heute ist Freitag“
Eine völlig neue Bilderwelt

Havixbeck -

Ein weiteres Highlight der Reihe „Heute ist Freitag“ haben die Besucher der Pfarrkirche St. Dionysius jetzt erlebt: die Lichtinstallation der Künstlerin Nikola Dicke.

Sonntag, 20.03.2016, 20:03 Uhr

Die Lichtinstallation von Nikola Dicke spielte mit den räumlichen Möglichkeiten der Pfarrkirche und produzierte so faszinierende neue Anblicke.
Die Lichtinstallation von Nikola Dicke spielte mit den räumlichen Möglichkeiten der Pfarrkirche und produzierte so faszinierende neue Anblicke. Foto: Maxi Krähling

Licht und „Laudato si’“ – das stand am Freitag in der Pfarrkirche St. Dionysius auf dem Programm der Reihe „Heute ist Freitag“. Eingeladen vom Christlichen Landvolk Havixbeck, referierte Bernd Hante über die Enzyklika „Laudato si’“ von Papst Franziskus . Der Diözesanpräses der Katholischen Landjugend und des Landvolkes im Bistum Münster stellte das Rundschreiben des Papstes vor, das sich schwerpunktmäßig mit Umwelt- und Klimaschutz beschäftigt.

Hante stellte für die Zuhörer die Kernaussagen heraus und versuchte mit ihnen daraus mögliche Konsequenzen für die eigene Lebensführung herauszuarbeiten. Leider fiel der Blick auf die Enzyklika derart detailliert und tiefgehend aus, dass es für Nicht-Kenner des Schreibens schwer war, den Ausführungen Hantes zu folgen.

„Der Papst stellt keine Dogmatik in den Vordergrund, sondern die Pastoral. Er geht auf das ein, was den Menschen unter den Nägeln brennt“, so Hante. Das sei nämlich die „Sorge um das gemeinsame Haus“. Papst Franziskus analysiert in seiner Enzyklika die Umwelt-Facetten „Verschmutzung, Abfall und Wegwerfkultur“ und untersucht die Wurzel der ökologischen Krise. Die sieht er unter anderem in der Globalisierung und dem von Technik beherrschten Weltverständnis. Außerdem bereitet der Papst den Weg für eine „ganzheitliche Ökologie“, dem Zusammenwirken von Mensch und Natur. „Franziskus macht eine Bestandsaufnahme, keine Vorhaltungen. Er ruft zum Diskurs zwischen den Wissenschaften und mit der Religion auf“, sagte Bernd Hante.

Lichtinstallation in St. Dionysius

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  • Foto: Maxi Krähling
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  • Lichtinstallation in St. Dionysius Foto: Maxi Krähling
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Im Anschluss an den durchwachsenen Vortrag, erstrahlte der Kirchenraum in einem anderen Licht. Die Licht- und Klangkünstlerin Nikola Dicke aus Osnabrück tauchte das Kirchenschiff in eine völlig neue Bildwelt. Auf Diarahmen gekratzte und gezeichnete Figuren, Ornamente und Bibelverse schlängelten sich um Kirchensäulen, reckten sich an den Wänden empor und glitten den Raum entlang.

Dabei kamen der Künstlerin die Schmutzspuren der nicht mehr vorhandenen Kreuzweggemälde gerade recht. Sie griff die rechteckigen Umrisse der Abdrücke auf der Wand auf, vervielfachte sie nach oben, unten und zur Seite und füllte sie mit Bildern, Schrift oder Symbolen. „Die Idee ist, den freien Raum, den die Bilder hinterlassen haben, aufzugreifen und diesem Freiraum etwas Individuelles zu geben“, sagte Nikola Dicke. Dabei hatten ihr zeichenwillige Havixbecker geholfen, die einige der Rechtecke mit Inhalt gefüllt hatten.

Nicht nur im Inneren der Kirche projizierte die Künstlerin die Miniaturgemälde auf die alten Mauern. Auch die Kirchenfassade und den Torbogen bestrahlte sie mit Schriftzügen und Ornamenten.

Insgesamt ein schönes Projekt, das wieder einmal die Vielfalt eines Kirchenraumes zeigt und den Kern von „Heute ist Freitag“ getroffen hat.

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