„Heute ist Freitag“
Wunderbare Klangkaskaden

Havixbeck -

Mit einem Orgelkonzert von Hans-Martin Limberg ist das Projekt „Heute ist Freitag“ fortgesetzt worden. Eine bemerkenswerte Veranstaltung.

Sonntag, 08.05.2016, 16:05 Uhr

Hans-Martin Limberg trug mit seinem beeindruckenden Orgelkonzert zu der Reihe „Heute ist Freitag“ in der Pfarrkirche St. Dionysius bei.
Hans-Martin Limberg trug mit seinem beeindruckenden Orgelkonzert zu der Reihe „Heute ist Freitag“ in der Pfarrkirche St. Dionysius bei. Foto: Maxi Krähling

Volldampf aus allen Rohren: Mächtig tönend, voll rauschend, das Kirchenschiff füllend. Fast schon fetzige Rhythmen – und das auf einer Orgel. Was Hans-Martin Limberg mit seinem Konzert beim Projekt „Heute ist Freitag“ in der Pfarrkirche St. Dionysius ablieferte, war Orgelpoesie vom Feinsten. Leider viel zu viele Havixbecker hatten sich des guten Wetters wegen vom kühlen Kirchenschiff fernhalten lassen. Sie haben einiges verpasst.

„Himmelwärts – Orgelgebete“ hatte Hans-Maritn Limberg sein Konzert betitelt. Ungewohnt ist die Tonkunst, die er der Orgel zu entlocken vermag, aber angenehm und schön zu hören. Eben nicht das altbekannte „Großer Gott, wir loben dich“.

Man spürt, dass der Havixbecker Organist in seinen musikalischen Wurzeln unter anderem von Keith Jarrett inspiriert ist. Stets unter dem Einsatz aller Register bietet Limberg ein Schauspiel zum Sehen und Hören, das sich aus auftürmenden Klangkaskaden emporschraubt. Triumphierende Lobeshymnen wie bei seinem Eröffnungsstück „ Creator Spiritus “, versöhnlich-anheimelnde Klänge bei „Jesus, ich vertraue auf dich“.

Hans-Martin Limberg versteht sich darauf, den von ihm vertonten Psalmen und Bibelversen Leben einzuhauchen. Er erzählt mit ihnen Geschichten. Geschichten, die er selber schreibt und ausschließlich selber interpretiert. Immer wieder strahlen Jazz-Elemente durch. Tempo und Drive wechseln sich mit getragenen Klangteppichen ab.

Zur Mitte des Konzerts steht das namensgebende Stück auf dem Programm: „Himmelwärts“. Himmelwärts recken sich auch die aufstrebenden, schnellen Phrasen, durchdringen das Kirchenschiff. Dass die Havixbecker Orgel überhaupt solche Klänge erzeugen kann, mochte man ihr vorher gar nicht zugetraut haben. Das Stück schraubt sich weiter nach oben und endet dort. Abrupt, aber lässt die Zuhörer nicht fragend zurück, sondern allenfalls sprachlos, ob der Klangfülle des Instruments.

So geht es weiter.

Was da von der Orgelempore heruntersprudelt, ist einfach grandios. Auch wenn einige Zuhörer frühzeitig den lauen Sommerabend vorziehen. Zeitgenössische spirituelle Orgelmusik mag nicht jedermanns Geschmack sein, trotzdem sind Limbergs Orgelgebete mehr als lohnenswert. Schade für jeden, der sie verpasst hat.

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