„Tilbecker Gespräche“
Das Glück wird nicht in die Wiege gelegt

Havixbeck -

Das Thema Glück und Inklusion stand im Mittelpunkt der „Tilbecker Gespräche“. Zum dritten Mal hatte die Bezirksregierung Münster zu dieser Gesprächsrunde eingeladen.

Mittwoch, 25.05.2016, 09:05 Uhr

Die Akteure: (v.l.) Karola Mensing (Grundschullehrerin), Wolfgang Weber (Bezirksregierung Münster), Tobias Rohde (Lehrtrainer für Schulfach „Glück“), Dorothee Feller (Vize-Regierungspräsidentin), Thomas Philipzen (Kabarettist) und Moderator Matthias Bongard.
Die Akteure: (v.l.) Karola Mensing (Grundschullehrerin), Wolfgang Weber (Bezirksregierung Münster), Tobias Rohde (Lehrtrainer für Schulfach „Glück“), Dorothee Feller (Vize-Regierungspräsidentin), Thomas Philipzen (Kabarettist) und Moderator Matthias Bongard. Foto: Maxi Krähling

Das Glück fanden die Besucher im zweiten Obergeschoss – oder zumindest die dazu stattfindenden „ Tilbecker Gespräche“. Zum dritten Mal hatte die Bezirksregierung zu dieser Gesprächsrunde ins Stift Tilbeck eingeladen, um das Thema Inklusion und Glück aus verschiedenen und humorigen Blickwinkeln zu beleuchten. Vor allem Glück und Schule nahmen die sechs Gesprächspartner in den Fokus.

„Was dabei herauskommt, weiß man nicht. Das ist wie mit dem Glück. Das ist auch etwas unberechenbar“, läutete Moderator Matthias Bongard das Gespräch ein. Das konnte Diskussionsgast Tobias Rohde so nicht unterschreiben. „Glück ist eine Fertigkeit. Es fällt nicht vom Himmel oder ist uns in die Wiege gelegt. Man kann Glück erlernen und sich darin verbessern“, erklärte Rohde.

Er selber bezeichnete sich als Glücksexperte, denn er ist als Lehrtrainer für das Schulfach „Glück“ in Baden-Württemberg tätig. Dort können Schulen dieses Fach freiwillig in den Lehrplan eingliedern. „Sie müssen aufhören zu erdulden und anfangen zu gestalten“, fasste Rohde das Geheimnis ums Glücklichsein zusammen. Sich also nicht mit dem Leben abfinden wie es ist, sondern, besonders in schwierigen Zeiten, nach vorne blicken und das eigene Schicksal anpacken.

Dem konnte Gesprächspartnerin Karola Mensing nur zustimmen. Die Grundschullehrerin erlitt vor neun Jahren bei einem Autounfall eine Querschnittslähmung vom Hals abwärts. „Das hat mein Leben schlagartig verändert. Aber ich habe mich trotzdem Schritt für Schritt zurück ins Leben gekämpft. Natürlich haben sich die Wertigkeiten verschoben. Heute bin ich glücklich, wenn ich meinen Alltag leichter bestreiten kann“, sagte Mensing, die heute in der Lehrerausbildung in Gelsenkirchen tätig ist.

Gerade in der Lehrerausbildung in NRW müsse das Thema Glück weiter nach vorne gebracht werden. „Unsere Kinder verbringen einen Großteil ihrer Zeit in der Schule. Da ist es wichtig, dass sie ohne Bauchschmerzen dorthin gehen und sich individuell entwickeln können“, erklärte Dorothee Feller. Sie teilte die Meinung von Tobias Rohde, dass es in den Schulen mehr um „Schätze suchen“, als um reine Fehler aufdecken gehen müsse. Deshalb sei die Etablierung eines Schulfaches „Glück“ in NRW wünschenswert.

Von einer ganz lockeren Warte aus betrachtete der Kabarettist Thomas Philipzen diese Idee. „Komisch, dass wir Glück erst zu einem Schulfach machen müssen. Unser Schulsystem ist mittlerweile so verkompliziert, dass wir uns erst wieder was Neues ausdenken müssen, um glücklich zu sein“, holte er die Diskussion zurück auf den Boden.

Dennoch waren sich zum Abschluss der unterhaltsamen Gesprächsrunde alle einig, dass Glück ein wichtiger Indikator für die Persönlichkeitsentwicklung sei.

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