Konzertreihe Haus Stapel
Liederabend mit Strahlkraft

Havixbeck -

Romantische Liederabende auf Haus Stapel sind stets ein ganz besonderes Musikereignis. Das war auch diesmal so.

Montag, 06.06.2016, 06:06 Uhr

Kongeniale Partner: Pianist Clemens Rave, Sopranistin Heike Hallaschka und Bassbariton Thilo Dahlmann gestalteten einen romantischen Liederabend im Festsaal von Haus Stapel.
Kongeniale Partner: Pianist Clemens Rave, Sopranistin Heike Hallaschka und Bassbariton Thilo Dahlmann gestalteten einen romantischen Liederabend im Festsaal von Haus Stapel. Foto: Axel Engels

Die romantischen Liederabende im Festsaal von Haus Stapel sind immer einen Besuch wert. Der Schlossbesitzerin Mechtild Freifrau Raitz von Frentz liegt diese Konzertreihe sehr am Herzen. Und diese Verbundenheit zeigt sich in der fast familiären Atmosphäre, die diese niveauvollen Konzerte im besonderen Ambiente des Schlosses seit Jahren auszeichnen. Von der Konzertsängerin Heike Hallaschka als künstlerische Leiterin dieser Reihe und dem Pianisten Clemens Rave als versiertem Liedbegleiter wird jedes Konzert mit Akribie und Feingefühl vorbereitet.

Für die beiden Konzerte an diesem Wochenende konnten sie den Bassbariton Thilo Dahlmann als kongenialen Partner gewinnen, der mit kultiviertem und ausdrucksstarkem Gesang die vielen Besucher in seinen Bann zog.

Nach einer kleinen Hommage von Heike Hallaschka und Clemens Rave mit „Farben sind genug beisammen“ von Annette von Droste Hülshoff ging es mit den drei Duetten aus der Feder von Peter Cornelius in die romantische Welt der tiefen Gefühle, wobei sich die beiden Stimmen wunderbar über dem klangfarbenreichen pianistischen Grund entfalten konnten. Wohl nur wenige Pianisten wissen den Knake-Flügel so zu spielen wie Clemens Rave. Unter seinen Händen erklingt er mit Brillanz und warm timbrierter Strahlkraft.

Wenn Heike Hallaschka und Thilo Dahlmann mit „Ich und du“ zum Träumen animierten, der Melancholie bei „Heimatgedanken“ und der Leidenschaft bei „Brennende Liebe“ ein inniges Gewand verliehen, war dies große Kunst. Auch bei den zwei Duetten „Liebesprobe“ und „Ein Wort der Liebe“ zeigten sie ein natürliches gemeinsames Empfinden, konnte man sich ganz dem Zauber der Musik hingeben.

Große Dramatik prägten die „Sechs Balladen“ von Carl Loewe, bei denen sich Thilo Dahlmann als begnadeter Interpret dieser anspruchsvollen poetischen Lieder zeigte. „Odins Meeresritt“ und „Edward“ gestaltete er bestens von Clemens Rave begleitet mit großem Gefühl, konnte sich ganz dem lyrischen Inhalt dieser düsteren Lieder widmen. Wenn der „Erlkönig“ dann im Saal erklang, war man ganz im Banne dieses allseits bekannten Liedes, fühlte sich bei solch intensivem Gesang gleichsam mitten in dieser zu Herzen gehenden Erzählung.

Mit „Frauenliebe- und leben op. 42“ nach den Texten von Adalbert von Chamisso erklang der wohl innigste Liederzyklus aus der Feder Robert Schumanns, der facettenreich das romantisch verklärte Leben einer Frau von der ersten Liebe bis zum Tode des Ehemanns umfasst. Fasziniert folgte man den Stationen, war gefangen von der jeweils charakteristischen Stimmung der einzelnen Lieder.

Aber auch die komische Oper bereicherte diesen Abend um eine extrovertierte Facette. Wenn die „Arie des Baculus“ von Albert Lortzing in die Welt des „Freischütz“ entführte und aus der Oper „Der Freischütz“ die „Romanze und Arie des Ännchens“ ihren Zauber verbreitete, war das Publikum ganz begeistert von den Gesangskünsten von Thilo Dahlmann und Heike Hallaschka. Mit einem zu Herzen gehenden „Adam und Eva“-Duett aus Josephs Haydns Oratorium „Die Schöpfung“ endete ein Konzert, das einen mitreißenden Musikgenuss bot.

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