30 Jahre deutsch-französische Freundschaft
„Das Schöne ist die Herzlichkeit“

Havixbeck -

Die Söhne machten den Anfang. Mit 16 waren Guido Gerdes und Franck Tardif leider zu alt, um weiterhin am Schüleraustausch der Städtepartnerschaft zwischen Havixbeck und Bellergarde teilzunehmen. Also sprangen ihre Eltern in die Bresche. „Da haben wir uns gedacht, jetzt besuchen wir uns gegenseitig“, erinnert sich Gertrud Gerdes.

Dienstag, 27.09.2016, 16:09 Uhr

Seit 30 Jahren besteht inzwischen die deutsch-französische Freundschaft zwischen Elisabeth Tardif (Mitte) aus Bellegarde sowie Gertrud und Werner Gerdes aus Havixbeck.
Seit 30 Jahren besteht inzwischen die deutsch-französische Freundschaft zwischen Elisabeth Tardif (Mitte) aus Bellegarde sowie Gertrud und Werner Gerdes aus Havixbeck. Foto: Maxi Krähling

Immerhin hatten sich die Kinder in den Jahren angefreundet, hatten in den Familien gelebt, man kannte sich eben. Gesagt, getan – zum nächsten Kommissionsbesuch stiegen Werner und Gertrud Gerdes in den Bus nach Bellegarde und kamen bei den Eltern ihres Gastsohnes unter, bei Elisabeth und Bernard Tardif.

Das ist mittlerweile 30 Jahre her. Und genau so lange halten die gegenseitigen Besuche an. Kein Jahr lassen Gerdes oder Tardif aus, um die Freunde zu sehen. „Es ist einfach der freundliche Umgang miteinander, die Herzlichkeit. Das ist das Schöne, jedes Mal wieder hier zu sein“, sagt Elisabeth Tardif. Am Freitagmorgen reiste sie mit den übrigen Bellegardern und ihrer Tochter Karine zum Kommissionsbesuch nach Havixbeck .

In 30 Jahren verändert sich viel, manche Dinge bleiben gleich. Etwa das Problem der Sprachbarriere, das bei Gerdes und Tardif einfach keins ist. Zwar spricht keiner die jeweils andere Sprache, das macht aber nichts. „Nach dem zweiten Glas Rotwein, ist das sowie kein Problem mehr“, lacht Gertrud Gerdes. Irgendwie, zur Not mit Händen und Füßen, verständigen sich die deutsch-französischen Freunde. Das war schon immer so. „Wenn nötig, konnten wir immer auf einen Dolmetscher seitens der Kommission zurückgreifen. Wir sind da super betreut worden“, sagt Werner Gerdes.

In den vielen Jahren haben die beiden Familien viel miteinander erlebt und unternommen. Sowohl im Zuge des Städtepartnerschaft als auch abseits davon. „Wir haben gemeinsam unseren Sohn Guido in Hamburg besucht, oder im Ferienhaus von Elisabeth und Bernard auf der Île d‘Oléron zusammen Urlaub gemacht“, sagt die Gertrud Gerdes. Hier im Münsterland wurden natürlich sämtliche Wasserschlösser, Münster und andere touristische Höhepunkte abgeklappert. „Aber es ist schön, einfach zusammenzusitzen und Zeit miteinander zu verbringen“, sagt Elisabeth Tardif. Auch wenn es mal eng wurde.

Zwar kam nicht immer die komplette Familie, aber über die Zeit ist jedes Kind der Gerdes und Tardifs mindestens einmal bei den Freunden zu Besuch gewesen. „Die Kinder mussten früher ihre Zimmer räumen und Platz machen. Heute können wir unseren Gästen eine ganze Ferienwohnung anbieten“, erklärt Werner Gerdes.

Der Auszug der mittlerweile erwachsenen Kinder machte es möglich. Aber auch die halten nach wie vor Kontakt mit den Freunden von früher. „Meistens über E-Mail und nicht mehr so häufig. Aber zu den Hochzeiten haben sie sich jeweils gegenseitig eingeladen und besucht“, sagt Werner Gerdes.

Auch die Eltern wollen die Freundschaft und die Besuche so lange wie möglich aufrecht erhalten. „Zur Not mit Krückstock und Rollator“, scherzt Gertrud Gerdes. So soll es sein in einer Jumelage, einer Freundschaft über geografische, kulturelle und sprachliche Grenzen hinweg.

Für die Havixbecker geht es im kommenden Jahr im Herbst wieder nach Bellegarde. Elisabeth Tardif nimmt sie auf jeden Fall wieder bei sich zu Hause auf.

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