Haushaltskonsolidierung
Schulschwimmen bald ohne Schwimmmeister?

Havixbeck -

Die zeitweise Abstellung der Schwimmmeister für den Bauhof prüft die Gemeindeverwaltung derzeit, um den Zuschussbedarf für das Frei- und Hallenbad zu senken.

Freitag, 03.02.2017, 06:02 Uhr

Die Schwimmmeister arbeiten alle handwerklich. Das hilft der Gemeinde schon heute, soll aber in Zukunft möglicherweise noch ausgeweitet werden.
Die Schwimmmeister arbeiten alle handwerklich. Das hilft der Gemeinde schon heute, soll aber in Zukunft möglicherweise noch ausgeweitet werden. Foto: Frank Vogel

Die Havixbecker Schwimmmeister sind allesamt gute Handwerker. In den vergangenen Tagen haben sie nicht nur den Abluftmotor im Hallenbad repariert (wir berichteten), sondern auch viele andere Aufgaben erledigt. Carsten Hömann etwa hat zuletzt die hölzernen Sitzbänke abgeschliffen und neu versiegelt. Damit spart die Gemeinde Geld, weil sie keine externe Firma beauftragen muss.

Während der Hallenbadsaison ist das schon länger Usus. Zur Reduzierung des Zuschussbedarfs für die Bäder und als Beitrag zur Haushaltskonsolidierung hat die Verwaltung nun vorgeschlagen, auch in der Freibadsaison die Schwimmmeister zeitweise für Bauhoftätigkeiten einzusetzen.

Das hätte Folgen für den Schwimmunterricht. Der könnte nämlich in Zukunft ohne einen Schwimmmeister stattfinden und überwiegend in Eigenregie der Schulen erfolgen. Dieses Thema hat die Verwaltung in zwei Arbeitstreffen mit den Schulen diskutiert. „Rechtlich ist es möglich, Schulen, Vereine und Gruppen ohne Aufsicht durch die Schwimmmeister eigenverantwortlich baden zu lassen“, verdeutlicht Fachbereichsleiter Dirk Wientges auf WN-Nachfrage. Der Schwimmmeister müsse das Bad am Morgen lediglich öffnen und abnehmen. „Er könnte dann das Frühschwimmen beaufsichtigen und nach dessen Ende, während des Schulschwimmens dem Bauhof zur Verfügung stehen.“

Die Schulen befürchten bei einem solchen Szenario, dass sie ihr Personal beim Schwimmunterricht verdoppeln müssen. Denn was im Hallenbad schon heute funktioniert, dass eine Lehrkraft eine Klasse beaufsichtigt, das ist im Freibad mit seinen mehreren Becken nicht möglich, wie Grundschulleiterin Regina Sommer im Sozialausschuss skizzierte. Eine andere Möglichkeit wäre, zukünftig zwei Schulklassen parallel zum Freibad-Schwimmen zu schicken, um die Aufsicht an beiden Becken durch zwei Lehrkräfte zu gewährleisten.

„Wir sind noch zu keinem Ergebnis gekommen“, erklärt Wientges. Der Gemeinde sei trotz allen Sparbemühens natürlich wichtig, den Schulbetrieb möglichst wenig durcheinander zu bringen. „Wir hoffen, dass wir einen Kompromiss finden.“

Die Abstellung der Schwimmmeister für den Bauhof ist dabei nur ein Vorschlag von vielen, den die Verwaltung zur Zuschusssenkung für die Bäder prüft, macht Wientges deutlich. Der „Strauß“ der Möglichkeiten reicht von tageweiser Schließung des Bades bis zu von den Schwimmmeistern angebotenen Schwimmkursen, die zusätzliche Einnahmen bringen würden. Wichtig: Keine der denkbaren zukünftigen Ersparnisse oder Mehreinnahmen ist im Haushaltsentwurf dargestellt. Wientges: „Wir sind weiter in Gesprächen und suchen gemeinsam mit den Betroffenen nach Lösungen.“

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