Sandstein-Museum
Sieger ist wieder der Sieger

Havixbeck -

Überaschung im Wirtschaftsförderungsausschuss: Bei der Weiterentwicklung des Baumberger-Sandstein-Museums soll jetzt doch der Entwurf des Erstplatzierten des Architektenwettbewerbs umgesetzt werden.

Samstag, 04.02.2017, 11:02 Uhr

Das Modell der Architekten Krych Tombrock zeigt rechts neben dem Haupthaus des Sandstein-Museums den neuen Gebäuderiegel, in dem Kasse, Museumsshop. Café und ein Bereich für die Steinbearbeitung untergebracht werden.
Das Modell der Architekten Krych Tombrock zeigt rechts neben dem Haupthaus des Sandstein-Museums den neuen Gebäuderiegel, in dem Kasse, Museumsshop. Café und ein Bereich für die Steinbearbeitung untergebracht werden. Foto: Architekten Krych Tombrock

Das Regionale-Projekt Baumberger-Sandstein-Museum entwickelt sich immer weiter. Der Lenkungsausschuss der Regionale entscheidet am 14. März über die Studie, die die Gemeinde eingereicht hat. Wird diese für gut befunden, kommt das Projekt in die Qualifizierungsstufe B. Und dann muss das sehr differenziert auszuarbeitende Dossier für die letzte Qualifizierungsstufe A schon im Briefumschlag liegen, denn am 17. März ist Einsendeschluss, die Entscheidung fällt dann am 17. Juni. Hochdruck für die Verantwortlichen.

Für eine Überraschung hat die Gemeinde jetzt im Wirtschaftsförderungsausschuss gesorgt. Nachdem der Siegerentwurf des Büros AKT aus Münster den ersten Preis beim Architektenwettbewerb gewonnen hatte, war es im Vergabegespräch über Fragen der Umsetzbarkeit auf Platz zwei gerückt (wir berichteten). Jetzt ist „nach eingehender Prüfung und sorgfältiger Abwägung der Entwicklungspotenziale beider Entwürfe“ der Sieger wieder der Sieger. Und dessen Entwurf soll umgesetzt werden – sofern der Lenkungsausschuss sein Okay gibt.

Museumsleiter Dr. Joachim Eichler und Fachbereichsleiterin Monika Böse stellten den AKT-Entwurf noch einmal vor: Zwei Gebäude(teile) fallen weg, der Wintergarten des Cafés und die Holzremise. Stattdessen wird ein Gebäuderiegel errichtet, der drei Einheiten Platz bietet: ein Café mit Außengastronomie Richtung Garten, die Kasse und den Museumsshop sowie einen in offener Bauweise konstruierten Teil, in dem Künstler, Schüler und Besucher am Stein arbeiten und Bildhauerkurse stattfinden können.

Im heutigen Hauptgebäude wird eine neu konzeptionierte Dauerausstellung – auch im Obergeschoss – eingerichtet. „Wir haben uns im Arbeitskreis intensiv damit beschäftigt, das wird ein richtiger Hingucker“, ist Joachim Eichler sicher. Das heutige Café in dem Gebäude wird zum Seminarraum für Lern- und Vortragsveranstaltungen sowie für außerschulisches Lernen.

Die Wagendurchfahrtscheune gegenüber dem Haupthaus soll multifunktional für Ausstellungen und Veranstaltungen genutzt werden. Hier soll es viel Kultur geben, allerdings keine „Remmidemmi“-Veranstaltungen, wie Monika Böse betont. Kammermusik und Theater unter Beteiligung der Havixbecker Vereine sind angesagt.

Keine „Remmidemmi“-Veranstaltungen – das greift die Sorgen der Nachbarschaft des Museums auf. Die haben nicht nur Angst vor Krach, sondern auch vor zunehmendem Verkehr. Klarheit sollen ein Lärmschutzgutachten sowie ein Verkehrsgutachten schaffen, die als nächstes erstellt werden, wie die Fachbereichsleiterin erläutert. Um den Verkehr aus dem Gennericher Weg rauszuhalten, werden neue Parkplätze im Bereich hinter dem Feuerwehrgerätehaus geschaffen, wie Böse erklärt. Parken sollen die Mitarbeiter im Rabertsweg (und dann vom Garten aus auf das Gelände kommen). „Auf die Parkplätze vor dem Museum werden wir nicht mehr hinweisen“, so Böse.

Während die Architekten jetzt noch weiter inhaltlich an dem Entwurf arbeiten, hat sich bereits einiges getan beim Thema Bildung. Aus den Gesprächen mit Grundschule und Gesamtschule sind konkrete Kooperationsvereinbarungen entwickelt worden. Mit der Münsterlandschule laufen die Gespräche noch. Ein Treffen mit dem Fachbereich Architektur der Fachhochschule Münster steht im Terminkalender, mit der Uni Münster und der VHS sind Kooperationsvereinbarungen geplant. All diese Vereinbarungen, so erklärt Dr. Eichler, seien schriftlich und verbindlich zu machen, damit der Lenkungsausschuss das Projekt befürwortet.

Und wenn der Ausschuss Ja sagt, dann wird das Projekt, für das 200.000 Euro Planungskosten in 2017 sowie insgesamt 900.000 Euro Baukosten für die Jahre 2018 und 2019 veranschlagt sind, bezuschusst. Sowohl aus der Städtebauförderung sind Mittel zu erwarten als auch vom Landschaftsverband. Der Kreis erhöht seinen laufenden Zuschuss, Eintritt soll erhoben, Einnahmen durch Veranstaltungen generiert werden. Monika Böse: „Wir planen das Projekt so, dass es für Havixbeck einen Mehrwert gibt, aber keine Mehrkosten.“

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4604845?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F104%2F162%2F4849035%2F4849037%2F
Nachrichten-Ticker