Havixbecker Imkertag
Bestäubung durch Bienen erhalten

Havixbeck -

Die Szenerie hätte nicht besser zum Thementag passen können: Beim Havixbecker Imkertag des Landesverbands der NRW-Buckfast-Imker im Landgasthaus Overwaul war es so voll und eng, dass der Vergleich mit einem Bienenvolk gerechtfertigt war.

Montag, 20.03.2017, 21:03 Uhr

Die Bienen-Fachmänner Werner (l.) und Mike Gerdes (r.) mit dem Buckfastbienen-Züchter Magnus Menges. Experten fordern eine breite Vielfalt von Blüten, damit die Bienenstämme auf Dauer erhalten bleiben.
Die Bienen-Fachmänner Werner (l.) und Mike Gerdes (r.) mit dem Buckfastbienen-Züchter Magnus Menges. Experten fordern eine breite Vielfalt von Blüten, damit die Bienenstämme auf Dauer erhalten bleiben. Foto: Dieter Klein

Kein Wunder, schließlich hatten die Havixbecker Imker Werner und Mike Gerdes zwei der bekanntesten deutschen Bienen-Experten als Referenten eingeladen. Das war zum einen der Bioland-Imker und Buckfast-Züchter Magnus Menges , zum anderen der Berliner Neurobiologe und Zoologe Dr. Randolf Menzel .

Die Buckfastbiene wurde vom Benediktinermönch Bruder Adam im englischen Kloster Buckfast, in der Grafschaft Devon gelegen, „erzüchtet“. Das heißt: Bruder Adam kreuzte nach dem großen Bienensterben im Jahre 1916 durch die Tracheenmilbe milbenresistente „Italiener“ mit überlebenden englischen Bienen.

Bienenzüchter Menges ist sich sicher, dass die dadurch gezüchteten Buckfastbienen dank ihrer wertvollen und genetisch erbfest verankerten Eigenschaften heute auf dem ganzen Globus verbreitet sind. Auch bei uns, wie Imker Gerdes in seinem Buch detailliert begründet und aus der Alltagserfahrung heraus beschreibt.

Neurobiologe Prof. Dr. Randolf Menzel fürchtet den zunehmenden Einfluss von Pflanzenschutzmitteln auf die Intelligenz der Bienen. Intelligenz? Tatsächlich. In Versuchsreihen konnte der Bienenforscher über fünf Jahrzehnte lang nachweisen, dass diese kleinen, flinken Tierchen, mit dem Gehirn von der Größe eines Sandkorns denken, planen, zählen und möglicherweise sogar träumen können.

Außerdem erkennen sie Farben und besitzen eine faszinierende Navigationsweise. Menzel hat das Wunder des Geistes im Allerkleinsten entdeckt. Seine These „Ohne die Bestäubung durch die Bienen stünde es schlecht um die Welternährung“ steht längst vor einem düsteren Hintergrund. Das weltweite Bienensterben liegt nach Erkenntnis Menzels, wie auch nach Meinung anderer Bienen-Experten, an zu weiträumigen Monokulturen, Parasiten und Pestizidbelastung.

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