Potenzialfläche Natrup
Ende 2018 drehen sich die Windräder

Havixbeck -

Die Errichtung von drei Windkraftanlagen ist im Bereich Natrup vorgesehen. Im Bauausschuss würden die Pläne vorgestellt.

Freitag, 31.03.2017, 19:03 Uhr

In dieser Fotoanimation des Planungsbüros sieht man die drei unterschiedlich hohen Windräder mit Blick vom Stift Tilbeck aus.
In dieser Fotoanimation des Planungsbüros sieht man die drei unterschiedlich hohen Windräder mit Blick vom Stift Tilbeck aus. Foto: „Plan 8“

Für stillgelegte Atomkraftwerke sollen unter anderem Windkraftanlagen für die Stromversorgung in Deutschland sorgen. So hat es die Bundesregierung entschieden. Die Gemeinde Havixbeck hat nach jahrelangen Diskussionen nun zwei Gebiete im Flächennutzungsplan festgelegt. Jeweils drei Anlagen werden in den Bauerschaften Natrup und Herkentrup errichtet.

Während der Sitzung des Bauausschusses am Donnerstagabend wurde deutlich, dass sich die Menschen nicht nur freuen, wenn die Anlagen in der Nähe ihrer Wohnhäuser gebaut worden. „Natürlich werden notwendige Abstände eingehalten und andere Dinge vorher noch eingehend untersucht“, erklärte Dr. Hans-Jörg Markau, Projektleiter der Firma „Plan 8“ aus Eckernförde.

Markau stellte die Vorgehensweise des Unternehmens mit einem gut strukturierten Vortrag vor. Schon 2004 habe das Unternehmen die Möglichkeit in der Bauerschaft Natrup gesucht, dort Windkraftanlagen zu errichten. Es sei aber damals nur eine Höhe von 100 Metern genehmigt worden, und das wäre wirtschaftlich kein Erfolg geworden.

„Da hält der Baumberg mit einer Höhe von 180 Metern über Normalnull den Wind von den Anlagen fern“, so Markau. Deshalb plane die Firma nun drei Anlagen mit unterschiedlichen Höhen. Eine Anlage wird 175 Meter, die zweite 180 Meter und die dritte 200 Meter hoch. Damit erreiche man einen guten Ertrag von 25 Millionen Kilowattstunden pro Jahr. Damit könnten 5.500 Haushalte mit Strom versorgt werden.

Bevor die Firma aber zum eigentlichen Bau der Anlagen kommt, müssen jetzt noch einige Gutachten eingeholt werden. Alleine aus Umweltschutzgründen sind dies mehrere Untersuchungen. Erst dann wird der Kreis Coesfeld als Genehmigungsbehörde tätig. „Wir nehmen bei der Größenordnung auch auf die Nachbarschaft Rücksicht. Wir könnten drei Anlagen mit je 200 Metern Höhe bauen“, so der Referent. Rund ein Jahr lang werde schon bald eine vorgeschriebene Windmessung in einer Höhe von 140 Metern durchgeführt. Eine weitere Kartierung zur Erfassung der Fauna und Tierwelt sei ebenfalls noch erforderlich. Bis auf den gefährdeten Kiebitz habe man dort schon bei der ersten Untersuchung keine ernsthaften Verbotsgründe festgestellt. „Von daher ist das Gebiet genehmigungsfähig“, so Markau. Auch der Schall und Schattenschlag wurde bereits untersucht. Nachts dürfe die Lautstärke von 45 Dezibel nicht überschritten werden. Deshalb liefen zwei Anlagen nachts reduziert, damit die Richtwerte nicht überschritten würden. Bei zu starkem Schlagschatten sorge eine Abschaltautomatik für die notwendigen Richtwerte, erklärte der Fachmann.

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) sieht seit Januar 2017 andere Vergütungen vor. Die seien nicht mehr so lukrativ wie noch im letzten Jahr. Dennoch könne die Gemeinde Havixbeck nach einigen Jahren auch mit Einnahmen durch die Gewerbesteuer rechnen. Vor Jahren seien 20.000 Euro pro Anlage erzielt worden. Dies sei aber jetzt geringer.

Wenn alle Genehmigungen erteilt seien und alle Auflagen erfüllt würden, dann könnte frühestens im Sommer 2018 mit dem Bau begonnen werden.

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