Restaurierung abgeschlossen
Grenzstein verbindet

Hohenholte -

Seit fast 200 Jahren markiert der große Grenzstein an der Hohenholter Aa-Brücke die Grenze zwischen zwei Kreisen und Gemeinden. Nachbarn kümmerten sich jetzt um die Restaurierung des Steins.

Mittwoch, 26.04.2017, 06:04 Uhr

Mit vereinten Kräften und Verstärkung durch einen Kran hievten die Nachbarn von der Heustiege den restaurierten Grenzstein wieder an seinen angestammten Platz an der Hohenholter Aa-Brücke.
Mit vereinten Kräften und Verstärkung durch einen Kran hievten die Nachbarn von der Heustiege den restaurierten Grenzstein wieder an seinen angestammten Platz an der Hohenholter Aa-Brücke. Foto: Nachbarschaft Heustiege

Mit vereinten Kräften putzt sich das Stiftsdorf für das Jubiläum „875 Jahre Hohenholte“ heraus, das am kommenden Sonntag (30. April) groß gefeiert wird. Auch die Nachbarschaft Heustiege packte kräftig mit an. Die Anwohner legten ihr Hauptaugenmerk auf die Restaurierung des alten Grenzsteins , der die Grenzlinie zwischen den Kreisen Coesfeld und Steinfurt markiert.

Schon seit längerer Zeit blickte Heinz Tigger mit sorge auf den historischen Grenzstein an der Aa-Brücke . „Der 2000 Kilogramm schwere Stein wies starke Risse auf und drohte durch eindringende Nässe und Frost auseinanderzubrechen“, berichtete der Hohenholter gegenüber unserer Zeitung. Beim Katasteramt Steinfurt konnten die Nachbarn in Erfahrung bringen, dass diese Grenzmarkierung fast 200 Jahre alt ist.

Heute bildet die Münstersche Aa die Grenze zwischen den Kreisen Coesfeld und Steinfurt ebenso wie zwischen den Gemeinden Havixbeck und Altenberge. Dies war nicht immer so, denn von 1816 bis 1974 gehörte Hohenholte zum Kreis Münster. Und so sind in den Grenzstein einst von den Vorfahren auch die Angaben „Kreis Steinfurt.“ und „Kreis Münster Land.“ eingemeißelt worden.

Die Nachbarn waren sich einig, dass zur Bewahrung des historischen Grenzsteins für die nächsten Generationen etwas unternommen werden muss. Doch woher das Geld – rund 2000 Euro – für die Restaurierung nehmen? Die Idee: Ein Grenzstein, zwei Orte – jede Gemeinde trägt die Hälfte der Kosten! Doch diese wohl einleuchtende Herangehensweise funktionierte nicht.

Grenzstein in Hohenholte restauriert

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  • Foto: Nachbarschaft Heustiege
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  • Grenzstein in Hohenholte restauriert Foto: Nachbarschaft Heustiege
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Aus Altenberge hatte die Nachbarschaft schnell die Zusage, dass die Gemeinde mit 1000 Euro die Hälfte der Kosten übernimmt. Anders war die Reaktion auf die entsprechende Anfrage im Havixbecker Rathaus. Dort sei eine Kostenbeteiligung aus der Gemeindekasse abgelehnt worden, so die Initiatoren. Um das Projekt dennoch Wirklichkeit werden zu lassen, entschied sich die Nachbarschaft Heustiege kurzerhand dazu, die noch fehlenden 1000 Euro in Eigenleistung zu übernehmen.

Der mächtige Grenzstein wurde ausgegraben und mit einem Lastwagen nach Hörstel zur Überarbeitung in die Restaurierungswerkstätten der Firma Paetzke gebracht. Vor 20 Jahren hatte das Unternehmen bereits an der Restaurierung der denkmalgeschützten Aa-Brücke aus dem Jahr 1748 mitgewirkt. Unterdessen bauten die Nachbarn ein neues Fundament, auf das der nun in frischem Glanz erstrahlende Grenzstein nach rund drei Wochen wieder aufgestellt wurde.

Im Zuge der Maßnahme wurde auch die Aa-Brücke fachmännisch saniert. „Alle 20 Jahre ist bei solch einem Bauwerk eine Überholung fällig“, erläuterte Heinz Tigger. Mit Unterstützung der Nachbarschaft wurden Sitzbänke und Sandsteinabdeckungen neu verfugt sowie Steine ersetzt. Durchgeführt wurden die Arbeiten in Abstimmung mit der unteren Denkmalbehörde, die Kosten übernahm das Straßenbauamt des Kreises Coesfeld.

„Wir Hohenholter möchten uns noch einmal beim Kreis Coesfeld und besonders bei der Gemeindeverwaltung Altenberge für die finanzielle Unterstützung auf dem kleinen Dienstweg bedanken“, so Heinz Tigger auch im Namen seiner Nachbarn von der Heu­stiege zum Abschluss der Arbeiten.

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