Schießstand Herkentrup
Stiller Protest gegen Lärm

Havixbeck -

Ihren Protest gegen die Pläne, den Schießstand in Herkentrup zu erweitern, brachten Anwohner am „Tag gegen den Lärm“ zum Ausdruck.

Freitag, 28.04.2017, 06:04 Uhr

Am „Tag gegen den Lärm“ versammelten sich die Anwohner zu einem stillen Protest gegen die geplante Erweiterung der Schießanlage in der Bauerschaft Herkentrup.
Am „Tag gegen den Lärm“ versammelten sich die Anwohner zu einem stillen Protest gegen die geplante Erweiterung der Schießanlage in der Bauerschaft Herkentrup. Foto: Maxi Krähling

Am liebsten wäre es den Anwohnern, es würde nie wieder ein Schuss fallen. Mit einem stillen Protest, anlässlich des internationalen „Tages gegen den Lärm “, hat die Nachbarschaft in der Bauerschaft Herkentrup am Mittwochabend ihren Unmut über die geplante Erweiterung des dortigen Schießstandes zum Ausdruck gebracht.

„Wir wollen daran erinnern, dass wir auch noch hier sind. Nicht, dass das Ganze in Vergessenheit gerät, nur weil man relativ wenig darüber hört“, erklärt Benedikt Drees von der Nachbarschaftsinitiative.

Denn bereits seit November 2015 ist in der Schießanlage neben dem Landgasthaus Overwaul kein Schuss mehr gefallen. Damals legte die Kreispolizei Coesfeld die Anlage wegen sicherheitstechnischer Mängel still. Was seitdem in dem Schießstand passiert, darüber haben die Anwohner keine Kenntnis. Kontakt zum jetzigen Eigentümer Olaf Holler bestehe nicht. Von ihrer Seite aus hat die Nachbarschaftsinitiative Holler aber auch nicht über den stillen Protest informiert.

Neben dem Lärmproblem kritisieren die Nachbarn auch eine mögliche Umweltverschmutzung durch Bleimunition. „Wir haben die Sorge, dass das Blei sich rauswäscht und unser Grundwasser verschmutzen könnte. Die meisten von uns haben eigene Brunnen und Zisternen. Das würde bedeuten, dass wir uns an die öffentliche Wasserversorgung anschließen lassen müssten“, brachte Benedikt Drees die Sorgen der Nachbarn vor.

Er empfinde das Vorgehen der Anwohner als unverhältnismäßig, erklärte Olaf Holler im Gespräch mit unserer Zeitung. „Die Anwohner wollen anscheinend nicht akzeptieren, dass es dort keinen Lärm geben wird.“ Zum konkreten Stand möglicher Sanierungen und Planungen wolle er sich nicht äußern. „Nur soviel: Es gibt eine neue Planung, die dem Kreis vorgelegt wird.“

Auch um das Thema Umweltverschmutzung kümmere er sich, so Holler weiter. „Wenn ich es nicht tue, bleibt es am Kreis hängen, im Endeffekt an den Bürgern“, erklärte der Schießstandbesitzer.

Es bleibt also abzuwarten, was sich in Herkentrup tut. Den Anwohnern wäre es am liebsten, dass der Schießstand überhaupt kein Thema mehr wird.

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