Havixbecker verurteilt
Spielsucht treibt zum Betrug

Havixbeck/Coesfeld -

Ein 40-jähriger Havixbecker wurde wegen Betruges in drei Fällen zu einer Freiheitsstrafe von zehn Monaten auf Bewährung verurteilt.

Freitag, 28.04.2017, 17:04 Uhr

Das Amtsgericht in Coesfeld.
Das Amtsgericht in Coesfeld. Foto: Dieter Klein

Wegen Betruges in drei Fällen verurteilte am Freitag die 3. Strafkammer beim Amtsgericht Coesfeld einen 40-jährigen Havixbecker zu einer Freiheitsstrafe von „zehn Monaten auf Bewährung“. Ein bemerkenswert mildes Urteil, vor allem deshalb, weil sich der Angeklagte zurzeit noch wegen anderer Betrügereien im offenen Vollzug der Justiz befindet.

Dorthin hatte ihn seine Spielsucht gebracht. So suchte und fand der Havixbecker immer wieder Zugang zu verbotenen Pokerrunden in irgendwelchen dubiosen Hinterzimmern. Die Folgen zeichneten sich bald ab: Seine Schulden wuchsen. Und wie in solchen Spielerkreisen mit brutalen Geldverleihern im Hintergrund üblich, trieb ihn die Finanzmisere immer mehr in die Enge.

Also: Schnelles Geld musste her. Aber wie? Da erinnerte der Mann sich seines Computers und des Internets und den diversen Möglichkeiten, dort zu Geld zu kommen. Schließlich tummeln sich auf den großen Online-Plattformen genügend unvorsichtige oder blauäugige Menschen in der Hoffnung auf ein preiswertes Schnäppchen, die man hereinlegen kann.

Doch die Bemühungen des Angeklagten, sich über zweifelhafte Geschäfte zu sanieren, waren nicht vom erhofften Erfolg gekrönt. Vielmehr brachten sie ihm wiederholt Strafanzeigen und Auftritte bei Gericht ein. Bald füllte das Bundeszen­tralregister unter seinem Namen zahlreiche Spalten.

Am Freitag nun kamen drei weitere Fälle von Betrug dazu. Die hatte der Havixbecker inszeniert, indem er auf einem großen Portal preiswerte Smartphones zum Verkauf anbot. „Ohne willens und in der Lage zu sein, die Geräte auch zu liefern“, wie ihm die Staatsanwältin in ihrer Anklage vorwarf. Sie forderte für den „einschlägig Vorbestraften“ auch ein Jahr und sechs Monate Gefängnis auf Bewährung.

Der Verteidiger des Havixbeckers hielt zugunsten des Angeklagten dagegen: „Die Taten sind vor dem Hintergrund seiner Spielsucht entstanden. Zudem ist der Angeklagte ja auch geständig. Und hat – sobald er aus der Justizvollzugsanstalt entlassen wird – einen Arbeitsplatz als Lkw-Fahrer sicher.“

Diesen Argumenten verschloss sich auch der Amtsrichter nicht. Er mahnte zwar die Häufigkeit der Fälle an, fand aber den entstandenen Gesamtschaden nur relativ geringfügig. Und verurteilte den Havixbecker deshalb zu zehn Monaten auf Bewährung. Der Angeklagte nahm das Urteil sofort an.

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