Diskussion zur Landtagswahl
Die Frage nach der Schwebebahn

Havixbeck -

Im Rahmen des Projektes „Wahlbüro 2017“ des Stiftes Tilbeck stellten sich drei Landtagskandidaten im AFG-Forum den Fragen der Wähler.

Samstag, 29.04.2017, 18:04 Uhr

Podiumsdiskussion zur Landtagswahl mit (v.l.): Wilhelm North (CDU), Moderator Dr. Norbert Tiemann, Mareike Raack (Grüne) und Hermann-Josef Vogt (SPD).
Podiumsdiskussion zur Landtagswahl mit (v.l.): Wilhelm North (CDU), Moderator Dr. Norbert Tiemann, Mareike Raack (Grüne) und Hermann-Josef Vogt (SPD). Foto: Maxi Krähling

Klartext reden war angesagt: zum demographischen Wandel, zur inneren Sicherheit, zur Schere zwischen Arm und Reich sowie zum Teilhabegesetz. „Und warum gibt es in Havixbeck keine Schwebebahn wie in Wuppertal?“ Eine Frage aus dem Publikum, die nicht nur bei den Landtagskandidaten für amüsiertes Lachen sorgte. Dennoch hat sie ihre Berechtigung im Hinblick auf alternative Angebote im öffentlichen Nahverkehr, besonders im ländlichen Raum.

Also führten Wilhelm Korth (CDU), Mareike Raack (Grüne) und Hermann-Josef Vogt ( SPD ) etwa den Bau von Radautobahnen, kostengünstigeren bis kostenlosen Bahntickets für Auszubildende oder ein generell größeres Angebot im öffentlichen Nahverkehr als Lösungen ins Feld. Bei der Podiumsdiskussion des Projekts „ Wahlbüro 2017“ des Stiftes Tilbeck standen die drei Politiker am Donnerstagabend im AFG-Forum vor allem Menschen mit Handicap Rede und Antwort.

„Bemühen Sie sich um einfache Sprache“, nordete WN-Chefredakteur Dr. Norbert Tiemann als Moderator die Kandidaten ein. Wichtig war das, damit die Politiker ihre Ziele und Lösungen dem Publikum verständlich machen konnten. Denn das ist der Ansatz vom „Wahlbüro“. Die Projektgruppe des Stiftes Tilbeck möchte Menschen mit und ohne Handicap auf die bevorstehenden Wahlen vorbereiten, sie unterstützen und informieren. Denn in diesem Jahr dürfen erstmals alle Menschen mit Handicap wählen gehen.

Von besonderem Interesse waren die Meinungen zum Thema Inklusion und Teilhabegesetz. „Denn die Sorge ist groß, dass es zukünftig weniger Gelder dafür geben wird“, fasste Dr. Tiemann das Thema zusammen.

„Kostenneutral soll es sein“, griff Hermann-Josef Vogt den Ansatz des Gesetzes auf. „Das Teilhabegesetz soll kein Sparpaket sein. Es ist wichtig, dass Menschen mit Handicap vernünftig ins Leben finden und begleitet werden.“

Dass Inklusion und Teilhabe in der heutigen Zeit selbstverständlich seien, darüber waren sich die Landtagskandidaten einig. „Dennoch ist vor allem die Inklusion an manchen Stellen übers Knie gebrochen worden. Es ist wichtig, dass wir die verbliebenen Förderschulen erhalten. Denn in vielen Fällen kommen die Kinder, Eltern und Lehrer mit der Situation nicht zurecht“, setzte sich Wilhelm Korth für eine differenzierte Lösung ein.

Ein anderes Thema war die Schere zwischen Arm und Reich. Mareike Raack trat für eine Vermögenssteuer ein. „Außerdem muss es mehr soziale Vergünstigungen und Förderungen für finanziell nicht gut gestellte Menschen geben.“

Wilhelm Korth hingegen schätzt es als schwierig ein, bei den Steuern die Schrauben anzuziehen. „Wir brauchen vielmehr ein vernünftiges Wirtschaftswachstum. Wir müssen weg von 450-Euro-Jobs, weg von Zeitverträgen. Wir müssen Arbeitsplätze sicherer machen.“

Die SPD setzt hingegen mehr auf die Bildung als Grundstock eines finanziell erfolgreichen Lebensentwurfs. „Es muss viel mehr kostenlose Bildung geben. So wie es keine Studiengebühren gibt, sollte es auch für den Meister im Handwerk keine Gebühren geben“, meinte Hermann-Josef Vogt.

„Wenn Sie es in den Landtag schaffen, für was würden Sie sich zuerst einsetzen?“, lautete die letzte Frage. Zuversichtlich sind alle Kandidaten, dass es mit dem Einzug in den Landtag klappt. Wilhelm Korth liegen die Kindertagesstätten am Herzen. Die Finanzierung müsse hier vernünftig geregelt werden. Hermann-Josef Vogt legt den Fokus auf eine bessere Nahverkehrs-Infrastruktur im ländlichen Raum. „Ich setze mich für eine gleiche Bezahlung von Männern und Frauen ein und kämpfe für ein Wahlrecht ab 16 Jahren“, schloss Mareike Raack.

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