Konzert auf Haus Stapel
Die Herzen des Publikums bewegt

Havixbeck -

Kammermusik vom Feinsten gab es wieder auf Haus Stapel zu hören. Sopranistin Heike Hallaschka, Pianist Clemens Rave und Violinist Helge Slaatto zeigten ein ausgezeichnetes Zusammenspiel.

Sonntag, 07.05.2017, 19:05 Uhr

Ein versiertes Trio (v.l.): Violinist Helge Slaatto, Pianist Clemens Rave und Sopranistin Heike Hallaschka im Festsaal auf Haus Stapel.
Ein versiertes Trio (v.l.): Violinist Helge Slaatto, Pianist Clemens Rave und Sopranistin Heike Hallaschka im Festsaal auf Haus Stapel. Foto: Axel Engels

Bei strahlendem Sonnenschein erst auf dem Gelände des Wasserschlosses Haus Stapel promenieren und sich danach musikalisch auf ganz hohem Niveau im Festsaal verwöhnen lassen – die sehr gut besuchten Konzerte an diesem Wochenende standen unter dem Titel „Die erwachte Rose“ und entsprachen so ganz den Erwartungen der Liebhaber feinster Kammermusik . Mit der Sopranistin Heike Hallaschka und dem Pianisten Clemens Rave erlebte man Künstler, die im Rahmen dieser Konzertreihe ihre Qualitäten einmal mehr gänzlich einbringen konnten. Und mit dem Violinisten Helge Slaatto wurde das Konzert um eine wunderbare Klangfarbe bereichert.

Für Schlossbesitzerin Mechtild Freifrau Raitz von Frentz erfüllte sich damit auch ein ganz persönlicher Wunsch, denn sie wollte immer schon in diesem besonderen Ambiente den Klängen einer exquisit gespielten Violine lauschen.

Nach dem eröffnenden „Minnelied“ aus der Feder Annette von Droste-Hülshoffs entführte das Trio mit der großen Arie „Lameró“ aus der Serenata „Il re pastore KV 208“ von Wolfgang Amadeus Mozart in die Welt Alexanders des Großen.

Danach nahmen Helge Slaattoo und Clemens Rave das Publikum mit auf eine Reise in nordische Welten. Mit der „Violinsonate G-Dur op. 13“ von Edvard Grieg erlebte man eine klangmalerische Schilderung eindrucksvoller Stimmungsbilder, wobei der natürlich gewachsene Dialog beider Musiker das Werk in all seiner Schönheit erstrahlen ließ. Hier musizierten zwei versierte Künstler, die oftmals gemeinsam gespielt haben und dadurch selbst kleinste dynamische Schattierungen umsetzen konnten. Mit feinster Pianistik wusste Clemens Rave seinen anspruchsvollen Part zu interpretieren, und Helge Slaatto ließ mit warmem Ton die Melodien über den facettenreichen Begleitfigurationen erstrahlen. Das war einfach große Kunst und wurde dementsprechend begeistert vom Publikum aufgenommen.

Auch bei den „Drei Liebesliedern“ von Richard Strauss zeigte sich Clemens Rave als feinsinniger Begleiter. Heike Hallaschka konnte dort mit feinster Intonation und sicherem Gespür für den gefühlsbetonten Inhalt die Herzen des Publikums bewegen.

Mit großer Ausdruckskraft gestaltete das Trio die „Abendfeier“ von Carl Loewe und die „Zigeunerlieder op. 103“ von Johannes Brahms – sie erklangen wie vom Staub der Zeit befreit in jeweils markantem musikalischen Gewand. Heike Hallaschka zeigte sich als große Interpretin romantischen Liedguts, ihre stilistische Sicherheit und differenzierte Ausgestaltung machten diesen romantischen Liederzyklus zu einer in sich geschlossenen Erzählung. Solch kunstvolle Interpretation schenkte dem Publikum ein tief bewegendes Erlebnis.

Dass Clemens Rave aber auch solistisch dem historischen Flügel wunderbare Melodien entlocken kann, zeigte er mit einer an Wilhelm Kempff erinnernden Interpretation von Franz Schuberts „Impromptu As-Dur op. 142 Nr. 2“, bei der er seine Pianistik in den Dienst einer verzaubernden und sehr lyrischen Melodiegestaltung stellte. Die „Rumänischen Volkstänze“ von Béla Bartók mögen vielleicht der Moderne entstammen, aber ihre Gefühlstiefe passte einfach zu diesem sehr innigen Konzertprogramm. Clemens Rave gestaltete sie mit großer Ausdruckskraft, jeder Tanz erhielt bei ihm einen ganz eigenen Charakter.

Mit den „Frühlingsblumen“ von Carl Reinecke endete das romantische Konzert auf Haus Stapel, bei dem Gefühl und Musizierkunst eine jederzeit spürbare Einheit bildeten.

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