Klinikclowns im Marienstift
Späße mit ganz viel Gefühl

Havixbeck -

Auf liebevolle und einfühlsame Weise bringen die Klinikclowns Mimi und Konrad die Bewohner des Marienstifts Droste zu Hülshoff zum Lachen.

Donnerstag, 11.05.2017, 06:05 Uhr

Clownin Mimi bringt die Bewohner des Marienstifts Droste zu Hülshoff schnell zum Lachen.
Clownin Mimi bringt die Bewohner des Marienstifts Droste zu Hülshoff schnell zum Lachen. Foto: Maxi Krähling

Da biegt eine Frau mit grünem Petticoat, geringeltem T-Shirt, Hosenträgern und einer rot angemalten Nase um die Ecke und schon erstrahlt ein breites Lachen auf dem Gesicht der älteren Dame. Bis gerade eben hat sie noch mit zwei anderen Bewohnern des Seniorenwohnheims Marienstift Droste zu Hülshoff etwas freudlos aus dem Fenster auf die Straße geschaut. Doch jetzt ist Stimmung in der Bude.

Es ist der zweite Dienstag im Monat. Die Clowns Mimi und Konrad sind da. Den gesamten Vormittag lachen, schlendern, witzeln und spaßen die Beiden durch das Marienstift. Sie machen eine Stippvisite in diesem oder jenem Zimmer, schütteln zahlreiche Hände, pusten Seifenblasen oder verteilen lustige rote Clownsnasen. Nicht ulkig und blödelnd, sondern ganz einfühlsam und liebevoll. In den meisten Fällen bekommen sie von den Bewohnern des Marienstifts dafür ungeteilte Aufmerksamkeit, ein freudiges Lachen und ganz viel Gefühl zurück.

„In einem Seniorenheim ist der Tagesablauf meistens der gleiche. Diese Strukturen versuchen wir aufzubrechen und die Leute zum Lachen zu bringen“, erklärt Clownin Mimi. Mit bürgerlichem Namen heißt sie Olinda Marinho e Campos. An diesem Tag ist sie mit Clownkollege Konrad vom Verein „Klinikclowns im Kreis Steinfurt“ nach Havixbeck gekommen. Die Clowns des Vereins treten überall dort auf, wo Menschen krank sind, Angst oder Schmerzen haben. Also sowohl bei Kindern in der Klinik als auch bei älteren Menschen in Seniorenheimen.

„Ich bin bereits seit mehr als 15 Jahren als Clown in Altenheimen unterwegs. Das Arbeiten mit alten Menschen ist immer besonders, weil sie so ein reichhaltiges, erfahrungsreiches Leben hinter sich haben“, erklärt Clown Konrad, alias Michael Westermeier.

Clown Konrad hat einen Plüschhund mitgebracht.

Clown Konrad hat einen Plüschhund mitgebracht. Foto: Maxi Krähling

Vor allem bei Demenzerkrankten seien die Reaktionen häufig ganz positiv. „Denn mit Clowns verbinden fast alle schöne Kindheitserinnerungen. Und selbst, wenn es mit der Sprache nicht mehr funktioniert, Gefühle gehen immer“, sagt Clown Konrad. Mit einfachen Tricks holen sie die Senioren für einige Momente aus dem manchmal eintönigen Alltag heraus.

„Wir haben sonst viele Musikangebote. Das ist nicht für jeden etwas. Die Clownsvisite ist wirklich etwas anderes“, erklärt Tobias Vormann , Geschäftsführer des Marienstifts. Die Clowns seien zwar erst zwei Mal in Havixbeck zu Besuch gewesen, aber bereits jetzt hätten sich sowohl die Bewohner als auch die Mitarbeiter sehr auf sie gefreut. „Das ist für alle sehr nachhaltig und wirklich eine sehr gute Investition“, so Vormann.

Der Förderverein des Marienstifts hat Gelder bereitgestellt, damit die Clowns monatlich nach Havixbeck kommen können. „Durch die kontinuierliche Arbeit entwickelt sich dann auch eine Beziehung zu den Bewohnern. Das ist das Schöne“, findet Clown Konrad.

Dann müssen Mimi und Konrad aber auch weiter. Denn Arthur, Handpuppe und Kofferhund, will ausgeführt werden und ein paar Streicheleinheiten von den Senioren einheimsen. Leider hat Arthur ein Häufchen in den Koffer gemacht, aber da helfen die Bewohner gerne, die Hinterlassenschaft im Plastikbeutel zu verstauen.

„Und damit die Zeit bis zum nächsten Besuch nicht so lang wird, lassen wir häufig einen schönen prallen Ballon da. Der hält sich bis zum nächsten Mal“, sagt Konrad und weiter geht’s mit Seifenblasen.

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