Bienenvolk im Drosteweg
Punktlandung im Garten des Imkers

Havixbeck -

Aufregung im Drosteweg. Ein kleines Bienenvolk summte als dichte schwarze Wolke durch die Gärten. Halt machten sie dann aber an der richtigen Stelle.

Montag, 22.05.2017, 20:05 Uhr

Der umgestülpte Bienenkorb wurde für das kleine Volk zur provisorischen Unterkunft, ehe Werner Gerdes sie zu einem eigenen Stock brachte.
Der umgestülpte Bienenkorb wurde für das kleine Volk zur provisorischen Unterkunft, ehe Werner Gerdes sie zu einem eigenen Stock brachte. Foto: Frank Vogel

„Das war ein Anblick. Mir ist ganz anders geworden.“ So etwas hat nicht nur Andreas Messing noch nie gesehen. Die Nachbarschaft am Drosteweg ist am Montagmittag aufgeschreckt worden: Ein Bienenvolk auf der Suche nach einer neuen Unterkunft hatte sich in die Wohnstraße verirrt und zog als dichte summende Wolke durch die Gärten. Und als hätten sie es geahnt, ließen sich die Bienen ausgerechnet bei Werner und Gertrud Gerdes in der Hecke nieder. Praktisch: Denn Werner Gerdes ist passionierter Imker.

Der Fachmann, auch Vorsitzender des Imkervereins Havixbeck und Umgebung, wusste die Nachbarn erst einmal zu beruhigen: „Die Schwarmbienen tun nichts. Die haben zurzeit nur ihre Vermehrung im Kopf, da stechen die nicht.“ Um die Vermehrung gelingen zu lassen, suchen die Tiere für sich und ihre Königin ein neues Zuhause. Aus ihrem alten Stock sind sie fortgezogen, um einer jungen Königin samt Volk Platz zu machen.

Bienenvolk in Havixbecker Wohngebiet

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„Die Bienen suchen einen Hohlraum, der ihnen Schutz bietet“, erklärte Werner Gerdes. Leider gebe es solche in der Natur nicht mehr so häufig. Für die Bienen vom Drosteweg – ein kleines Volk von etwa 8000 bis 10 000 Tieren, wie der Fachmann schätzte – hatte er aber eine Lösung parat. Der Havixbecker steckte einen umgestülpten Bienenkorb in die hohe Hecke, stützte ihn mit einer Harke und einer Mistgabel ab – und fertig war die provisorische Unterkunft.

Bis zum Abend werde das Bienenvolk wohl noch schwärmen, prognostizierte Werner Gerdes. Wenn es kühler werde, verschwänden die meisten in der schützenden Behausung. Dann schließt er den Korb und bringt ihn zu einem seiner Bienenstöcke, um dem Volk ein neues Zuhause zu geben. „In der freien Natur würden die Tiere den Winter nicht überstehen.“

Und dass er die Bienen einfach für sich behält? Ob das rechtens ist, will ein Nachbar wissen. Ja, sagt Werner Gerdes, das sei es. Wenn ein Imker ein Bienenvolk direkt verfolgen könne und sehe, wo dieses sich niederlässt, dann könne er es wieder einfangen. Ist das aber nicht der Fall, seien die Tiere frei, und jeder Imker könne sie sich holen.

Die Bienen vom Drosteweg jedenfalls haben mit dem Garten von Familie Gerdes – soviel ist sicher – für ihre Zukunft eine hervorragende Wahl getroffen.

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