Erstes Gennericher Bildhauer-Wochenende
„Was sagt mir der Stein?“

Havixbeck -

Im früheren Fehmer-Haus führten Conny und Wolfgang Heldt nun einen Bildhauer-Kursus durch. Weitere Workshops sollen folgen.

Montag, 29.05.2017, 16:05 Uhr

Die Teilnehmer des ersten Gennericher Bildhauer-Wochenendes rund um Wolfgang Heldt (Mitte) mit einem Teil ihrer (fast) fertigen Kunstwerke.
Die Teilnehmer des ersten Gennericher Bildhauer-Wochenendes rund um Wolfgang Heldt (Mitte) mit einem Teil ihrer (fast) fertigen Kunstwerke. Foto: Marita Strothe

Der neunjährige Felix war am Samstagnachmittag schon mit seinen beiden Werken, einem Smiley mit Hut und einer farbigen Schale, zufrieden und entspannte sich auf der Liege im Garten. Die etwas älteren Kursteilnehmer des ersten Gennericher Bildhauer-Wochenendes gaben ihren Sandsteinskulpturen währenddessen noch ein wenig mehr Form. Unweit des Baumberger Sandsteinmuseums nutzen sie am langen Wochenende von Donnerstag bis Sonntag gemeinsam die Werkstatt im ehemaligen Pferde-, Kaninchen- und Hühnerstall des ersten und ältesten Siedlungshauses in der Gennericher Straße für diesen Kursus.

Vor zwei Jahren kauften Conny und Wolfgang Heldt das Fehmer-Haus und bauten das Nebengebäude zur Werkstatt um, die sie nun zu dritt in Künstler-Gemeinschaft mit Nicola Zarse , die durch Heldt an die Leidenschaft zum Stein kam, nutzen. Zarse freut sich, das mit sechs Arbeitsplätzen bestückte Seminargebäude und die daneben liegende Galerie mitnutzen zu können. Ab dem kommenden Jahr sollen dort weitere Bildhauer-Workshops angeboten werden.

„Ich freue mich immer, wenn ich nach den Kursen die aufgebauten Steine sehe“, blickte  Wolfgang  Heldt  an

diesem Wochenende zufrieden auf die kleinen Kunstwerke des „Gründerkreises“. Jeder könne so etwas in drei bis vier Tagen schaffen, ist sich der Bildhauer sicher.

Die drei Künstler arbeiten bereits seit vielen Jahren mit Stein und haben ihre Tätigkeit in unterschiedlichen Regionen Deutschlands ausgeübt. Im Münsterland ist nun für sie der Baumberger Sandstein das ideale Ausgangsmaterial, das sich nicht nur für die professionell Kunstschaffenden eignet, sondern sich auch von Einsteigern besonders gut bearbeiten lässt. So sind im Seminarraum auch für Kinder kleinere Steine zur Bearbeitung vorrätig. Auch Specksteine können geformt werden, und wer möchte, kann zum guten Schluss noch Farbe mit ins Spiel bringen.

Der Bildhauer müsse sich vom Stein zur späteren Form inspirieren lassen. „Das entwickelt sich“, betont Wolfgang Heldt. Man müsse schauen: „Was sagt mir der Stein?“ Und wenn ein Kursteilnehmer gerade gar nicht mehr weiter kommt, gibt Heldt gerne Tipps und Hilfestellung. Er selbst habe vor 25 Jahren in einer Bildhauerakademie mit der Kunstform angefangen, erzählt der leidenschaftliche Bildhauer. Seitdem sei dies seine liebste Sommerbeschäftigung. Anstatt in den Urlaub zu fahren, könne er die Arbeit am Stein in der Werkstatt, umgeben von einem mit bereits fertigen Skulpturen geschmückten Garten, genießen, verrät er schmunzelnd.

Eine Werkschau verschiedener Künstler sei in diesem Jahr noch im September geplant, kündigte Heldt an und sprach von einem „Kunsttransport für alle Geschmäcker“, da neben den Bildhauern auch Maler und Grafiker ihre Werke in der Galerie zeigen werden.

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